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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., April 18655, 473 
zeitweise fast stürmisch wehender NE-Wind. Erst als dieser Wind sich weiter 
nach rechts verändert hatte, wurde der Verlauf der Reise wieder ein mehr 
befriedigender, In geringer Entfernung von 38° N-Br in 130,3° W-Lg drehte 
der frische Wind am 8. März durch S nach SSW, und bei Westwind erreichte 
„Roland“ am 10. März den Hafen von San Francisco. Es waren dann 148 Tage 
seit der Abfahrt von 50° N-Br verflossen. Im nördlichen Grofsen Ocean hatte man 
28 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in‘ 117,5° W-Lg am 16. Februar, 
20° N-Br in 124,1° W-Lg am 21. Februar und 30° N-Br in 132,3° W-Lg am 
28. Februar gekreuzt, 
9. Reise der Bremer Bark „Felix Mendelssohn“, Kapt. Fr. Wähmann. 
Die auf einer Reise von Cardiff nach Singapore begriffene Bark „Felix 
Mendelssohn“ überschritt am 4. Juni 1883 den Parallel von 50° N. Einen Tag 
früher hatte die nach Zanzibar bestimmte Hamburger Bark „Suaheli“ den Kanal 
verlassen, und verfolgten dann beide Schiffe unter ähnlichen, schon an anderer 
Stelle erwähnten, Verhältnissen ihren südwärts gerichteten Kurs. Am Morgen 
des 19. Juni stellte sich bei dem in 32,9° N-Br und 22,4° W-Lg stehenden 
„Feliz Mendelssohn“, wie bei der sich in 30° N-Br und 25,8° W-Lg befindlichen 
„Suaheli“ gleichzeitig der auf Stille folgende NE-Passat ein. Die äquatoriale 
Passatgrenze wurde vom „Felix Mendelssohn“ am 28. Juni in 10,2° N-Br und 
25,1° W-Lg und von „Suaheli“ in 8,9° N-Br und 27,7° W-Lg am 27. Juni ange- 
troffen. Im Stillengürtel fand die erstere Bark aufser Stille zunächst leichte 
östliche und nördliche, und später von 8° N-Br an südwestliche Mallung. Als 
sie bei derselben bis zum 5. Juli nach 6,7° N-Br in 20,8° W-Lg vorgerückt war, 
stellte sich dort ein mäfsiger SSW-Wind ein, bei dem mit St-B.-Halsen gesegelt 
wurde. Die von starker östlicher Strömung versetzte Bark rückte bis zum 
8. Juli nach 4,6° N-Br in 17,9° W-Lg vor, wendete dort bei dem inzwischen 
recht S gewordenen Winde und erreichte drei Tage später den in 23,9° W-Lg 
überschrittenen Aequator. Um zu demselben von 50° N-Br her zu gelangen, 
waren 37 Tage erforderlich gewesen. 40° N-Br hatte man in 17,3° W-Lg am 
13. Juni, 30° N-Br in 22,7° W-Lg am 20. Juni, 20° N-Br in 25,3° W-Lg am 
24. Juni und 10° N-Br in 25,2° W-Lg am 28. Juni gekreuzt. Der Mitsegler 
„Suaheli“, welcher am 7. Juli einen östlichsten Punkt von 4,3° N-Br in 17,8 W-Lg 
erreicht hatte, passirte die Linie in 24° W-Lg am 10.Juli. Am 7, Juli war in 
26,3° W-Lg auch die nach Valparaiso bestimmte Hamburger Bark „Parnass“ 
von nördlicher in südliche Breite übergegangen. Dieselbe hatte den Kanal am 
3. Juni verlassen und die in 29,3° N-Br und 23,3° W-Lg liegende polare Passat- 
grenze am 18. Juni überschritten. 
Im Süd-Atlantischen Ocean traf „Felix Mendelssohn“ zunächst einen un- 
gewöhnlich schwachen und später einen oft unerwünscht starken Passat an. 
Derselbe begleitete das Schiff bis nach 25,5° S-Br in 32,2° W-Lg. In geringer 
Entfernung von diesem .Punkte veränderte sich der mäfsige Wind, bei einem 
Barometerstaude von 766,0mm, nach NE und später langsam weiter durch N 
nach NW. Südlich von 34° S-Br hielt sich der Wind beständig im westlichen 
Halbkreise. „Felix Mendelssohn“ segelte bei demselben bis zum 6, August zu 
dem in 38,9° S-Br überschrittenen Meridian von Greenwich. Der 6, August war 
der 26.. bis dahin in südlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit 
hatte man: 10° S-Br in 32,7° W-Lg am 18. Juli, 20° S-Br in 33,7° W-Lg am 
23. Juli und 30° S-Br in 25,4° W-Lg am 28. Juli gekreuzt, Der Mitsegler 
„Suaheli‘“, welcher die in 26,5° S-Br und 35,4° W-Lg liegende polare Passat- 
grenze am 21. Juli überschritten, hatte östliche Länge in 37,7° S-Br am 2. August 
erreicht. 
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt wurde, 
hielt „Felix Mendelssohn“ sich für längere Zeit in der Nähe von 44° S-Br. Die 
dort angetroffenen, vorherrschend aus westlicher Richtung wehenden Winde 
wurden verhältnifsmäfsig oft von Ostwinden unterbrochen. Stürme beunruhigten 
die Fahrt nicht, dagegen beobachtete man zu wiederholten Malen Windstille. 
Am 6. September, 31 Tage später als östliche Länge verlassen worden war, 
befand sich „Felix Mendelssohn“ in 38° S-Br und 80° W-Lg. Auf dem Wege 
zum Passat traf die Bark zunächst westliche, und nördlich von 35° S-Br hoch 
nördliche Winde ar. Als man bei denselben bis zum 14. September nach
	        
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