470 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., April 1885.
Punkte, wo der Luftdruck einen höchsten Stand von 768,5 mm erreichte, ver-
änderte sich der schon seit mehreren Tagen ganz schwach gewordene Wind
sach SE und bald darauf durch S nach W, Westliche Winde blieben dann
für mehrere Tage vorherrschend. Nachdem 38° N-Br überschritten worden
war, wurden jedoch wieder nördliche und östliche Winde von schr langer
Dauer angetroffen. Bei denselben mufste man fast den ganzen noch vorliegenden
Theil der Reise vollenden. Am 21. März, 116 Tage später als Antofagasta
verlassen worden war, erreichte „Pedraza“ die Mündung des Kanals. In nörd-
licher Breite hatte man 41 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 39° W-Lg
am 14. Februar, 20° N-Br in 45,3° W-Lg am 20. Februar, 30° N-Br in 41° W-Lg
am 27, Februar und 40° N-Br in 28,7° W-Lg am 5, März gekreuzt. Der Mit-
segler „Henriette Behn“ hatte Lizard am 28. Februar erblickt. Am 20, März
hatte auch die von Taltal auf der Rückreise begrifene Hamburger Bark
„Panama“ den Kanal erreicht. Dieses Schiff, welches am 17. Dezember
in See gegangen war, hatte sich am 13. Januar beim Kap Horn und am
15, Februar in 0° Breite und 30,7° W-Lgx befunden,
5. Reise der Bremer Bark „Diamant“, Kapt. L. Haesloop.
Am 25. Dezember 1884, nur drei Tage später als die Elbe verlassen
worden war, befand sich die nach New- York bestimmte Bark „Diamant“ in der
Nähe von Lizard. Der bis dahin wehende Ostwind hielt auch im Ocean zunächst
noch an und endete dort, als er die Bark bis zum 28, Dezember nach 46,6° N-Br
in 16,5° W-Lg geführt hatte. Nachdem sich unweit dieses Punktes westliche
Winde eingestellt hatten, wurde ein hoch südlicher Kurs eingeschlagen, auf
dem man bis zum 4. Januar 1885 nach 35,2° N-Br in 23,9° W-Lg vorrückte.
In geringer Entfernung von diesem Punkte veränderte sich der schon seit
längerer Zeit aus hoch nördlicher Richtung wehende Wind bei auf 771,5 mm
gestiegenem Barometerstande durch N nach NE und wurde Passat. Bei dem-
selben nahm die Reise dann, obgleich später unweit 24° N-Br in 41° W-Lg
eine zwei Tage lang anhaltende Passatstörung beobachtet wurde, einen weitoren
befriedigenden Verlauf, „Diamant“ segelte bis zum 21. Januar nach 25,5° N-Br
in 70° W-Lg. In geringer Entfernung von diesem Punkte drehte der frische
Wind bei einem Barometerstand von 767,0 mm nach SE und deutete dadurch
an, dafs die polare Passatgrenze erreicht sei. Bei 22,5° N-Br in 63° W-Lg
war ein höchster Barometerstand von 771,0 mm beobachtet worden. Nördlich
vom Passatgebiet führte der kräftige Wind zunächst einen Rundlauf nach rechts
aus. Als er sich nach demselben wieder für etwa 36 Stunden im östlichen
Halbkreise gehalten hatte, kehrte er noch einmal durch S nach W zurück, um
nun für etwa drei Tage westlich zu bleiben. Als der Wind sich am 27. Januar
abermals nach N veränderte, wurde er auch ganz flau, und indem er dann den
östlichen Halbkreis in wenigen Wachen durchlief, führte der folgende SW-Wind
die Bark am 28, Januar zum Bestimmungshafen. Diesen Rundläufen des Windes
entsprechend, fanden damals auch bedeutende Veränderungen des Luftdrucks
statt. Von dem bei der polaren Passatgrenze beobachteten Stande von 767,0 mm
3ank das Glas in 20 Stunden auf 764,7 mm, um dann, während sich der Wind
von SW durch W und N nach NE veränderte, in den nächsten 30 Stunden auf
774,8 mm zu steigen. Indem der Wind die Drehung weiter fortsetzte und
stürmisch wurde, sank das Barometer bis zu dem am 24, Januar abgelesenen
Stand von 757,5 mm, Als der Wind sich am 27, Januar zum letzten Mal nach
N veränderte, hatte der Luftdruck wieder einen Stand von 770,0 mm erreicht,
Dagegen war das Thermometer damals auf —4,8° C. gesunken. Für „Diamant“
waren, um von Lizard aus den Hafen von New- York zu erreichen, 34 Tage
erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 21,4° W-Lg
am 2, Januar, 30° N-Br in 29° W-Lg am 6. Januar und zum zweiten Mal die-
selbe Breite in 73,3° W-Lg am 23. Januar, wie 30° W-Lg in 29° N-Br am
7. Januar, 50° W-Lg in 22,5° N.Br am 14, Januar, 60° W-Lg in 22° N-Br
am 17. Januar und 70° W-Lg in 25,5° N-Br am 21. Januar gekreuzt. Das auf
der Reise nach Baltimore begriffene Bremer Vollschiff „Maryland“, welches den
Kanal ebenfalls am 25, Dezember verlassen hatte, und welches später den
zröfsten Theil des Weges zurücklegte, indem es sich zwischen 30° und 33° N-Br
hielt, erreichte die Chesapeake-Bai am 30. Januar nach 36tägiger Fahrt von