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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., April 1885. 
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von diesem Punkte, wo das Barometer einen höchsten Stand von 769,3 mm 
erreicht hatte, schien die polare Passatgrenze zu liegen. Der bis zum leisen 
Zuge abgenommene Wind veränderte sich dort durch N nach W und gewann 
dann bald wieder gröfsere Stärke. Später stellte sich jedoch noch wieder süd- 
östlicher Wind ein, und an mehreren Tagen wurde auch Stille beobachtet. 
Durchstehende Westwinde fand „Pedraza“, nachdem 40° S-Br überschritten 
worden war. Dieselben führten die Bark in rascher, ununterbrochener Fahrt 
bis zum 30. Dezember zum Kap. Horn. Der 30. Dezember war der 35. bis 
dahin auf See zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 30° S-Br in 
87,5° W-Lg am 12. Dezember, 40° S-Br in 85,5° W-Lg am 22. Dezember und 
50° S-Br in 84,5° W-Lg am 26, Dezember gekreuzt. Am 29, Dezember über- 
schritt auch die von Zquique kommende Hamburger Bark „Henriette Behn“ die 
Länge des Kap Horn. Dieselbe war am 28. November in See gegangen und 
hatte sich am Mittage des 15, Dezember in 33,9° S-Br und 91,9° W-Lg befunden, 
während damals „Pedraza“ in 34° S-Br und 89,8° W-Lg stand. 
Im Atlantischen Ocean traf „Pedraza“ zunächst, ebenso wie „Henriette 
Behn“, mehrere Tage anhaltende östliche Winde an. Dieselben traten jedoch 
bei jener Bark entschieden schwächer ‚auf, als sie bei dieser wehten, Denn 
am 1. Januar 1885, an welchem Tage „Pedraza“ in Sicht von Kap St. John 
gelangte, betrug die mittlere Stärke des Ostwindes bei dieser Bark 2, während 
sie bei der am Mittage des 1. Januar in 55° S-Br und 58,7° W-Lg stehenden 
„Henriette Behn“ 6'/z betrug. Am 2. Januar veränderte sich der Wind bei 
beiden Schiffen nach SW, worauf der Verlauf der Reise dann für längere Zeit 
ein recht günstiger wurde, „Henriette Behn“ verfolgte jetzt einen östlicheren 
Kurs, als ihn „Pedraza“ einhielt, infolge dessen war am Mittage des 15. Januar 
der Schiffsort von jener Bark in 29,7° S-Br und 23,5° W-Lg und von dieser 
in 33,6° S-Br und 29° W-Lg. Bei „Henriette Behn“ hatte an diesem ganzen 
Tage ein stürmischer Nordwind geweht, während „Pedraza“ in den ersten 
12 Stunden dieses Etmales von einem langsam schwächer werdenden Südwinde 
begünstigt worden war. Zwischen den beiden Schiffen schien damals eine 
Depression zu liegen, in deren östlicher Hälfte „Henriette Behn“ den Nordwind 
und in deren westlicher Hälfte „Pedraza“ den günstigen Südwind ‚antraf. Ganz 
ähnlich schienen die Verhältnisse wieder am 20, Januar zu liegen. Am Mittage 
dieses Tages befand sich „Pedraza“ in 28,1° S-Br und 28,8° W-Lg und 
„Henriette Behn“ in 23,7° S-Br und 18,2° W-Lg. Jene Bark beobachtete an 
diesem Tage einen allmählich bis zur frischen Briese zunehmenden, sich von 
SSW nach SE verändernden Wind, bei dem man 144 Sm nach Norden zurück- 
legen konnte, während bei „Henriette Behn“ ein mäfsiger, gegen das Ende des 
Tages noch flauer werdegder Nordwind wehte. Diese Bark segelte bei dem- 
selben an diesem Tage 125 Sm nach NO. Von den nach dem 20, Januar 
wehenden Winden wurde „Henriette Behn“ aber mehr als „Pedraza“ bo- 
günstigt, Bei beiden Schiffen aus nördlicher und östlicher Richtung wehend, 
war derselbe bei jener Bark doch raumer und ermöglichte das KEinhalten 
eines nördlicheren Kurses, als „Pedraza“ ihn gut machen konnte, Es erreichte 
diese Bark das Passatgebiet auch erst am 27. Januar in der Nähe von 
14,2° S-Br und 36,5° W-Lg, während dasselbe von „Henriette Behn“ schon 
am 22, Januar in 21,8° S-Br und 17,5° W-Lg erreicht war. Am 8. Februar 
ging „Pedraza“ in 29,9° W-Lg von der südlichen zur nördlichen Halbkugel 
äber, Der Mitsegler „Henriette Behn“ hatte dasselbe in 25° W-Lg schon am 
31. Januar gethan. Für „Pedraza“ waren, um vom Kap Horn aus die Linie 
zu erreichen, 40 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit war: 50° S-Br 
in 52° W-Lg am 5. Januar, 40° S-Br in 36,7° W-Lg am 11. Januar, 30° S-Br 
in 29,2° W-Lg am 18. Januar, 20° S-Br in 28,3° W-Lg am 23. Januar und 
10° S-Br in 31,5° W-Lg am 4. Februar gekreuzt worden. 
Der Uebergang des Schiffes vom Gebiete des SE- in das des NE-Passats 
erfolgte, ohne dafs dabei Mallung oder Stille beobachtet wurde. Als „Pedraza“ 
sich am 9. Februar in 2° N-Br und 30,4° W-Lg befand, nahm der Ostwind bis 
zum ganz leisen Zuge ab, und nachdem dieser für 24 Stunden angehalten und 
sich nach NE verändert hatte, frischte derselbe auf und wurde Passat. Dieser 
zwischen 5° und 16° N-Br am kräftigsten wehende Wind dehnte sein Gebiot 
bis nach 25° N-Br in 45,5° W-Lg aus. In geringer Entfernung von diesem 
Ann. d, Hydı. etc, 1885, Heft YIIL 
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