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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc,, April 1885. 
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4. Reise der Hamburger Bark „Pedraza“, Kapt. F. W. M. Sontag. 
Die von Liverpool nach Taltal bestimmte Bark „Pedraza“ überschritt 
am 31. Mai 1884 den Parallel von 50° Nord. Auf die leichte hier wehende 
östliche Briese folgte am nächsten Tage ein frischer Westwind, bei welchem 
sich für mehrere Tage ein recht guter Fortgang erzielen liefs. ‘ Nachdem am 
4. Juni 42° N-Br überschritten worden war, nahm der Wind ‘bis zur flauen 
Briese ab, und als man sich zwei Tage später in 39,8° N-Br und 13,9° W-Lg 
befand, endete diese letztere in Stille. Aus dieser entwickelte sich nach einiger 
Zeit ein schwacher NE-Wind, der langsam auffrischend zum Passat wurde, ohne 
dafs sich der Uebergang in dessen Gebiet in irgend einer Weise erkennbar 
machte. Ein höchster Luftdruck von 769,2 mm wurde in der Nähe von 34,5° 
N-Br und 19° W-Lg abgelesen. Der zwar beständig, aber nur in mäfsiger 
Stärke wehende Passat begleitete die Bark, bis sie sich am 21, Juli in 
11,1° N-Br und. 25,2° W-Lg befand. Südlich von diesem Pankte traf man zu- 
nächst schwache nordöstliche und später für mehrere Tage südliche, von Stillen 
unterbrochene Mallung an. Man segelte bei derselben bis zum 2%. Juni nach 
8° N-Br in 25,3° W-Lg. Nach dieser Zeit war ein zwar nicht sehr beständig, 
aber doch zeitweise recht frisch wehender SW-Wind vorherrschend, bei dem 
man meistens mit St-B.-Halsen segelte. Als „Pedraza*“ sich am 2, Juli unweit 
von 5,9° N-Br in 19,7° W-Lg befand, wurde bei dem recht Süd gewordenen 
Winde zum letzten Male gewendet. Der sich nun langsam weiter nach links 
verändernde Wind führte die Bark bis zum 5. Juli zu der in 25° W-Lg über- 
schrittenen Linie. Der 5. Juli war der 35. seit der Abfahrt von 50° N-Br 
vergangene Tag. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 13,7° W-Lg 
am 5. Juni, 30° N-Br in 21,6° W-Lg am 13. Juni, 20° N-Br in 25,3° W-Lg am 
18. Juni und 10° N-Br in 25,2° W-Lg am 22. Juni gekreuzt, 
Im Süd-Atlantischen Ocean wurde „Pedraza“ von frischem, beständigem 
Passate begünstigt. Als die Bark bei demselben bis zum 12. Juli nach 22,2° 
S-Br in 35° W-Lg gekommen war, veränderte sich dort der mäfige Wind, bei 
einem Barometerstande von 765,4 mm, nach NE und deutete dadurch an, dafs 
die polare Passatgrenze erreicht sei. Südlich von derselben setzte der Wind 
seine Drehung nach links, bei regnerischem, gewitterhaftem Wetter langsam 
fort, so dafs dessen Richtung unweit 26,5° S-Br eine westlich von Nord 
liegende wurde. . Eine Drehung um den ganzen Horizont erfolgte jedoch nicht, 
Der nun zunächst meist nur schwach wehende Wind hielt sich vielmehr in 
westlicher oder nördlicher Richtung, und östlicher Wind wurde für längere Zeit 
kaum wieder angetroffen. Südlich von 40° S-Br wehten zu wiederholten Malen 
stürmische SW-Winde, durch welche die Bark unerwünscht weit nach Osten 
hin verdrängt wurde. Die Folge davon war, dafs man erst am 12, August 
nach 50° S-Br in 64,2° W-Lg gelangen konnte. Der 11. August war der 38. 
bis dahin in. südlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte 
man: 10° S-Br in 29,9° W-Lg am 8. Juli, 20° S-Br in 32,4° W-Lg am 11. Juli, 
30° S-Br in 40,8° W-Lg am 17. Juli und 40° S-Br in 46,6° W-Lg am 24. Juli 
gekreuzt. 
Südlich von 50° S-Br wurde „Pedraza“ zunächst auch noch mehrere 
Tage durch frische SW-Winde zurückgehalten. Die Bark gelangte daher erst 
am 19. August in Sicht vom Kap St. John. Bei der ferneren Umsegelung des 
Kap Horn konnte man bei dem am 19. und 20. August herrschenden schwachen 
SW-Wind anfänglich nur geringen Fortgang erzielen. Nachdem sich aber am 
21. August ein frischer, langsam nach rechts drehender Nordwind eingestellt 
hatte, nahm die Fahrt einen äufserst günstigen Verlauf. Am 22. August wurde 
in Sicht von Land die Länge des Kap Horn überschritten, und als der bis 
dahin fast ununterbrochen wehende Ostwind am 27. August endete, befand sich 
„Pedraza“ in 50,5° S-Br und 84° W-Lg. Am 28. August, 16 Tage später als 
dieselbe Breite im Atlantischen Ocean verlassen worden war, erreichte die Bark 
den nun in 86,2° W-Lg überschrittenen Parallel von 50° Süd. Ebenfalls am 
28, August gelangte nach 50° S-Br in 82,6° W-Lg auch die auf einer Reise 
von Hamburg nach La Union begriffene Hamburger Bark „Malinche“. Dieses 
Schiff, welches den Kanal am 21. Juni und den Aequator in 22,8° W-Lg am 
19. Juli verlassen hatte, war von 50° S-Br in 65,3° W-Lg am .19. August
	        
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