accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etec., April 1885. 
beobachtete, in 12,1° N-Br und 28,5° W-Lg stehend, Wind aus NE (3) und 
einen Luftdruck gleich 763,5 mm. Die ebenfalls auf der Heimreise begriffene 
Hamburger Bark „Canopus“, deren Standpunkt am Mittag des 11. Oktober in 
38,9° N-Br und 33,4° W-Lg war, verfolgte dagegen damals bei günstigem SE- 
Winde von der Stärke 7 und einem Barometerstande von 765,0 mm ihren nord- 
östlichen Kurs. Und im Gegensatze zu derselben wurde damals die auf der 
Heimreise begriffene Hamburger Bark „Hannover“ in 19° N-Br und 832,6° W-Lg 
durch Windstille, die von einem Barometerstande von 761,5 mm begleitet war, 
zurückgehalten. Und endlich sei hier noch das auf einer Reise vom Mittelmeer 
nach Philadelphia begriffene Bremer Vollschiff „J. W. Wendt“ erwähnt. Das- 
zelbe legto, begünstigt von fast nur aus östlicher Richtung wehenden Winden, 
den Weg über den Ocean zurück, indem es sich in der Nähe von 36,5° N-Br 
hielt. Am Mittag des 11. Oktober befand es sich in 36,4° N-Br und 47,9° W-Lg, 
wo NNE-Wind von der Stärke 8 und ein Barometerstand von 760,8 mm 
herrschte. Vierundzwanzig Stunden später war der Luftdruck bei diesem Schiffe 
auf einen Stand von 769,3 mm gestiegen, während bei „Friedrich“ und „Godeffroy“ 
keine Zunahme stattgefunden hatte. Ob „Friedrich“, wenn derselbe im Passat- 
gebiet gleich anfangs niedrigere Breiten aufgesucht hätte, so dafs vielleicht 
30° W-Lg in 15° N-Br überschritten worden wäre, von der Passatstörung ver- 
schont geblieben sein würde, läfst sich nicht entscheiden. Schiffe, die in 
der ersten Hälfte des Oktobers den Durchstecher machten, fanden damals 
freilich zwischen 11° und 17° N-Br schon frischen Passat und erst später in 
der Nähe von 20° N-Br die betreffende Störung. Aber abgesehen davon, dafs 
Beobachtungen in 15° N-Br von westlicher gelegenen Positionen nicht vor- 
liegen, mufs doch das Einhalten eines südlichen Kurses, auf dem das Schiff in 
lie Nähe der Kap Verde-Gruppe gelangt, für die in Frage stehenden Monate 
wenig gerathen erscheinen. Die Herbstmonate sind im Allgemeinen nicht 
günstig für zu erwartenden frischen NE-Passat, und wenn nach Westindien und 
den Golfhäfen bestimmte Schiffe, die zu dieser Zeit den Kanal bei Ostwind 
verlassen, ihren Kurs recht auf die Azoren richten, und den günstigen Wind 
yenutzend, so lange wie er anhält, erst dann hoch südlich steuern würden, wenn 
sich Gegenwinde einstellen, so mögen sie in vielen Fällen weit besser fahren, 
als wenn sie die gewöhnliche Passatroute einhalten. Im Herbst nach New- 
Orleans bestimmte amerikanische Schiffe pflegten in früheren Jahren oft in jener 
Weise zu verfahren. Dieselben hielten sich dann nicht selten so nördlich, dafs 
sie später die eigentlichen Gewässer Westindiens gar nicht berührten, sondern 
durch den Providenze- und Florida-Kanal segelnd zum Golf von Mexiko und 
zur Mississippi-Mündung nach rascher Reise gelangten. 
Nachdem „friedrich“ in New-Orleans beladen worden war, ging das 
Schiff am 7. Februar 1885 wieder von der Mississippi-Mündung aus in See. 
Ein mäfsiger, sich von SW nach NW verändernder Wind führte das Schiff bis 
zum 10, Februar in Sicht von Alkigator-Bai, und von hier aus segelte man bei 
dem inzwischen durch N nach E umgelaufenen Winde in zwei Tagen zur 
Strafse von Bemini. Im offenen Ocean, wo der seine Drehung nach rechts 
fortsetzende Wind bald wieder westliche Richtung annahm, liels sich zunächst 
sin ganz befriedigender Fortgang erzielen. Nach einigen Tagen stellte sich 
jedoch wieder östlicher Wind ein und nachdem man später den gröfsten Theil 
jes Weges über den Ocean bei Westwinden zurückgelegt hatte, wurde am 
6. März ein in etwa 43,8° N-Br und 29° W-Lg einsetzender Ostwind angetroffen, 
vei dem man während der nächsten 12 Tage nur geringen Fortgang erzielen 
konnte, Frische Westwinde wurden in der That fast gar nicht wieder beob- 
achtet. Man vollendete schliefslich den letzten Theil der Reise bei vorherr- 
schend aus hoch nördlicher Richtung kommenden Winden und erreichte am 
22. März die Mündung des Kanals. Es waren dann 43 Tage seit der Abreise 
vergangen. Während dieser Zeit hatte man: 30° N-Br in 75° W-Lg am 
16. Februar, 40° N-Br in 44° W-Lg am 27. Februar, 70° W-Lg in 31,4° N-Br 
am 18. Februar, 60° W-Lg in 35,5° N-Br am 22. Februar, 50° W-Lg in 38,4° 
N-Br am 25. Februar und 30° W-Le in 43,7° N-Br am 5. März gekreuzt.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.