An
Eingänge von meteorologischen Journalen etc., April 1885,
Während des Ablaufens der Länge hielt „Robertsfors“ sich für einige
Zeit in der Nähe von 45° S-Br, doch wurde nachher schon bald ein verhältnifs-
mäfsig recht nördlicher Kurs gesteuert und dann in niedriger gelegener Breite
ein gut Theil der erforderlichen Länge zurückgelegt. Die angetroffenen Winde
wehten fast ununterbrochen aus westlicher Richtung. Oestliche Winde, wie
schwache Winde und selbst Stille wurden auch beobachtet, doch folgte auf
dieselben in jedem Falle bald wieder Westwind. Die Fahrt wurde nur durch
ginen nennenswerthen Sturm von kurzer Dauer beunruhigt. Man überstand den-
selben am 6. Februar in der Nähe von 45,2° S-Br und 35,5° O-Lg. Derselbe
begann aus E, wurde später für nahezu vier Stunden durch Stille und leisen
Zug unterbrochen und erreichte erst später aus N und SW die volle, fast
orkanartige Stärke. Am 18, Februar, 22 Tage später als westliche Länge
verlassen worden war, überschritt „Robertsfors“ 80° O-Lg in 38,5° S-Br. Der
Mitsegler „Esmeralda“ war nach 44,3° S-Br in 80° O-Lg am 13. Februar
gelangt und „Christine“ kreuzte diesen Meridian in 36,2° S-Br am 1. März,
Oestlich von 80° O-Lg wurde „Robertsfors“ zunächst noch von west-
lichen Winden begünstigt. Unweit von 36,5° S-Br in 93° O-Lg stellte sich am
25 Februar ein ganz schwacher Südwind ein, der nach kurzer Zeit kräftig
wurde und mehrere Tage anhielt. Später herrschten längere Zeit anhaltende,
oft von Stillen unterbrochene, schwache südliche und östliche Winde, während
die zwischen 28° S-Br in 104° O-Lg und 18,5° S-Br in 110,7° O-Lg liegende
Strecke bei kräftigem SE-Winde zurückgelegt werden konnte. Kurze Zeit
nachdem sich der kräftige Wind in der Nähe dieses Punktes durch S nach SW
verändert hatte, nahm derselbe bis zum ganz leisen Zuge ab, und die später
folgende, leichte, südöstliche Briese wurde wiederholt von Stillen unterbrochen,
Besonders ungünstig waren die nördlich von 11,5° S-Br in 114,8° O-Lg an-
getroffenen Verhältnisse. Die für die Allas-Stralßse steuernde Bark, welche
jenen Punkt am 15. März verlassen hatte, erblickte erst am 19. März die Insel
Lombock und erreichte erst am 24. März die Sunda-See. Auch in dieser nahm
die Reise infolge dort ebenfalls herrschender ungünstiger Verhältnisse einen
sehr langsamen Verlauf, Man konnte erst am 1. April die Salayer-Strafse
durchsegeln. In noch viel ungünstigerer Weise verlief die Fahrt durch die
Molukken-See, Das dort für die zwischen den Inseln Gilolo und Celebes liegende
Strafse steuernde Schiff konnte nur in solch langsamer Weise vorrücken, dafs
um von 2,7° S-Br in 124,9° O-Lg nach 2,2° S-Br in 126,9° O-Lg zu gelangen,
nicht weniger als 14 Tage erforderlich waren. Am 4, Mai ging „Robertsfors“
in 126,8° O-Lg von südlicher in nördliche Breite über. Als die Bark dann in
langsamer Fahrt bis zum 16. Mai nach 7,6° N-Br in 130,7° O-Lg gekommen
war, stellte sich dort endlich ein mäfsiger ENE-Wind ein, bei dem sich für
mehrere Tage ein befriedigender Fortgang erzielen lief. Die zwischen 18°
und 23° N-Br liegende Strecke wurde bei frischem westlichem Winde zurück-
gelegt, dagegen wehten nördlich vom letzteren Parallel wieder längere Zeit
anhaltende Ostwinde. Das für den Hafen von Nagasaki steuernde Schiff mufste
fast den ganzen noch übrigen Weg dahin bei östlichem Winde zurücklegen.
Am 6, Juni ankerte „Kobertsfors“ auf der Rhede von Nagasaki, Am 7. Juni
wurde die unterbrochene Reise wieder fortgesetzt, am 10. Juni die Korea-
Straße bei kräftigem Südwinde durchsegelt und endlich am 15, Juni ein Anker-
platz in der Nähe von Novgorodskori erreicht. Es waren dann 190 Tage seit
der Abfahrt vom Kanal vergangen. Auf dem östlich von 80° O-Lg liegenden
Theil der Reise hatte „Robertsfors“: 30° S-Br in 103,2° O-Lg am 2. März,
20° S-Br in 109,8° O-Lg am 7. März, 10° S-Br in 115,5° O-Lg am 17. März,
5° N-Br in 130,4° O-Lg am 13. Mai, 10° N-Br in 129,9° O-Lg am 17. Mai,
15° N-Br in 129,7° O-Lg am 19. Mai, 20° N-Br in 128,9° O-Lg am 22. Mai,
25° N-Br in 125,5° O-Lg am 26. Mai und 30° N-Br in 125,5° O-Lg am 2. Juni
gekreuzt. Der Mitsegler „Esmeralda“, welcher am 5. März in Sicht der Sandel-
bosch-Insel gelangt war, der am 20. März den Aequator in 129,2° O-Lg über-
schritten hatte, ankerte am 8, April in der Nähe von Hongkong. Das Voll-
schiff „Christine“, welches don Aequator in 94,6° O-Lg am 21. März passirte,
erreichte Penang am. 6. April.