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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

458 Bemerkungen zu den nautischen Hülfstafeln in Heft V und VII, 
Chile und Peru sie haben, oder auch an Küsten, die im Lee lang anhaltender 
kontinentaler Winde sich befinden, wie in Calcutta im Januar, wo dann grofse 
Trockenheit, gepaart mit hoher Wärme, herrscht, ist der Himmel um diese Zeit 
fast wolkenlos, wie auch oben von Kapt, Dinklage über Rangoon in dieser 
Zeit gesagt wird. Die Ausstrahlung kann also unbehindert vor sich gehen, 
dadurch kühlt die untere Luft bei Eintritt der Nacht schnell ab (daher die 
Abende in den Tropen in der trockenen Jahreszeit so angenehme Labung nach 
der Tageshitze bringen), Diese Abkühlung, mithin Verdichtung oder Volum- 
Verminderung, geht aber 80 schnell vor sich, dafs der kaum eingesetzte obere 
Zuflufs vom Meere das untere Vacuum nicht auszufüllen im Stande ist (vielleicht 
ist derselbe dann noch gar nicht eingeleitet, weil die Abkühlung wie die Er- 
wärmung vom Boden ausgeht und es sich fragt, ob um 6 oder 7 Uhr schon in 
der Höhe Druckdifferenzen zu Gunsten des oberen Zuflusses vom Meere existiren); 
dann frischt die Seebriese noch einmal wieder auf, wie es in Valparaiso, als 
auch anderswo der Fall ist, um dies Vacuum mit aufzufüllen. 
Bemerkungen zu den in Heft V und VII dieser Annalen 
gegebenen nautischen Hülfstafeln. 
Die in den vorhergehenden Heften dieser Annalen gegebenen nautischen 
Hülfstafeln verfolgen denselben Zweck, die Erleichterung und Abkürzung einiger 
der wichtigsten und am häufigsten vorkommenden nautischen Rechnungen. 
Tafel 1 in Heft V, sowie die Tafeln X und Y in Heft VII sind zum Theil 
zur Lösung derselben Aufgaben bestimmt, und es mag daher ein kurzer Ver- 
gleich derselben hier angebracht sein. 
Von den acht angeführten Aufgaben, welche die Tafeln X und Y zu 
lösen im Stande sind, lassen sich mittelst der Tafel 1 nur die ad 1, 2, 3 und 7 
angegebenen ausführen, d. h. die Verbesserung der Länge für eine Breiten- 
änderung, das Sumner’sche Problem und die Verbesserung der Breite für eine 
Aenderung des Stundenwinkels, Unter den anderen vier Fällen, welchen die 
Tafeln X und Y noch Genüge leisten, ist besonders die Verwerthung derselben 
zur Ermittelung der Mittags- resp. der Mitternachtskorrektion hervorzuheben, 
welche eine natürlichere und übersichtlichere Rechnung, als nach der bisher 
üblichen Methode ermöglichen und die in den meisten nautischen Tafeln ent- 
haltenen Logarithmen A und B überflüssig machen. Die drei übrigen Fälle 
haben für die Praxis geringere Bedeutung. Während sich Tafel 1 ohne Peilung 
des beobachteten Gestirns im Allgemeinen nur bei der Sonne und solchen 
Sternen, deren Deklination kleiner als 24° ist, verwenden läfst, weil dio meisten 
Azimuthtafeln nur hierfür eingerichtet, sind Tafel X und Y nicht an diese 
Schranke gefesselt; sie entbinden überhaupt von dem Gebrauch der Azimuth- 
tafeln, welches immerhin, wenn auch diese Tafeln an Bord stets zur Hand sein 
werden und ihre Anwendung keinerlei Schwierigkeiten und Unbequemlichkeiten 
macht, als gewisser Vortheil bezeichnet werden mufs. Auf der anderen Seite 
hat Tafel 1 ontschieden den Vorzug der bequemeren und sichereren Anwendung, 
indem an Stelle von zwei Korrektionen eine tritt, und Versehen und Fehler, 
wie sie gerade leicht durch das Vorzeichen gemacht werden, ziemlich ausge- 
schlossen sind. Wenn demnach die Tafeln X und Y eino vielseitigere Ver- 
wendung gestatten, so hat Tafel 1 die gröfsere Sicherheit und Bequemlichkeit 
des Gebrauchs bei den täglichen und allgemeinsten Aufgaben der Navigation, 
für welche Hülfstafeln überhaupt den gröfsten Werth haben, für sich. 
Zur leichteren Lösung der ad 4 angegebenen Aufgabe, der Bestimmung 
des Azimuths, haben übrigens Pagel und Perrin noch besondere Hülfstafeln
	        
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