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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

AK? 
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Ueber Land- und Seewinde und deren Verlauf, 
Kapt. Dinklage lag mit seinem Schiffe 1864 in Rangoon und schreibt 
darüber in seinem Journal: „Lagen in Rangoon vom 2. November bis 24. De- 
zember, Kein Regen, selbst Wolken in gröfserer Menge fehlten. Temperatur 
75°—83° F. (24°—28° C.) nicht drückend, da fast immer Briese; in den frühen 
Morgenstunden häufig sehr kühl. Von 8 bis 9* p.m. bis 10* a,m, frisch aus 
NNE bis NNW wehend, in den Stunden bis 5" a, m. am frischesten, von 10* a, m. 
bis 2° p.m. flau, häufig still, nachher bis 5° p. m. wieder Briese, doch meistens 
östliche (ENE bis ESE), dann wieder flau bis 8" p.m., so der gewöhnliche 
Verlauf!“ Der wahrscheinliche Grund der abwechselnden Stärke und Richtung 
des Windes liegt in dem Vorhandensein von Land- und Seebriese in unmittel- 
barer Küstennähe. ARangoon liegt etwa 20 engl. Meilen landeinwärts. Die 
Monsunrichtung ist N bis NNE, durch die Landbriese in den Nacht- und 
Morgenstunden wird dieselbe verstärkt, durch die fast in entgegengesetzter 
Richtung wehende Seebriese aber je nach der Stärke der Letzteren geschwächt, 
ganz aufgehoben oder, wenn die Seebriese stärker weht (bekanntlich Nach- 
mittags am frischesten), in eine andere Richtung gedrängt. 
Auf der Reise des Schiffes „Wilhelm Kirchner“ von Rangoon nach 
Bombay zur Zeit des NE-Monsuns macht Kapt. Dinklage folgende Bemerkungen 
über das Segeln oder Aufkreuzen unter der Westküste von Vorder-Indien und 
über Wind und Wetter während der Zeit, die das Schiff hier zugebracht,. 
1864 Jan. 4, 6° 5’ N-Br, 79° 3‘ O-Lg. Frischer NNE-Wind, wird steifer 
und holt östlicher, je weiter nordwestwärts wir kommen. See bedeutend 
schlichter, wie Vormittags. Nach 3* a. m. ganz heiter, vorher bewölkt, 10*a, m. 
sahen das Land bei Kap Comorin. Gegen Mittag Wind und Seo bedeutend ab- 
nehmend. Leichte Segel fest, zuletzt gereffte Marssegel. 
Jan. 5, 7° 27‘ N-Br, 77° 19‘ O-Lg. Nachmittags abnehmender Wind 
aus ENE, gegen 4* p. m. wieder auffrischend aus SE, Seebriese, recht flau bis 
9b p.m.; nachher still die ganze Nacht hindurch, mitunter etwas Zug, bald aus 
S, bald aus NW, doch nicht die erwartete Landbriese; nach 10% a.m. etwas 
Seebriese aus SE. 
Jan, 6, 7° 56’ N-Br, 72° 52’ O-Lg. SE-Briese lullt ein um 6* p.m. 
Dann wieder die ganze Nacht hindurch still mit veränderlichem Zug aus NW. 
Um 5% a. m. (etwa 15 engl. Meilen vom Lande) kommt Landbriese aus ENE, 
frischt auf, um 8" a.m, am stärksten, fällt ab, um 10" still, holt durch S nach 
SW, von woher nach 11% a, m. Seebriese folgt. Himmel ganz heiter, selbst 
höchste Berge ohne Wolken, See schlicht, herrlich Wetter. 
Jan. 7, 8° 20‘ N-Br, 76° 45‘ O-Lg. Nachmittags frische, sehr raume 
Seebriese; hielten auf etwa 8 engl. Meilen Distanz unter Land hin. Nach 
8 p. m. flauer nördlicher Zug, lullt in NNW ein; um etwa 2* 30” 8. m. kommt 
Landbriese aus ENE, die leicht bis gegen den nächsten Mittag weht. 
Jan. 8, 9° 63‘ N-Br, 75° 55‘ O-Lg. Seebriese gegen 2* p. m., nördlicher 
und frischer als gewöhnlich, 10* p.m. bis 3* a. m. nördlich, flau, nachher bis 
Mittag Landbriese, mitunter so steif, dafs die Bramsegel eben stehen können. 
(Auf der Höhe, wo der untere südliche Theil der Ghaats-Gebirge von der nörd- 
lichen Kette durch tiefe Niederung geschieden ist; durch dieses Thal weht 
NE-Monsun hindurch.) 
Jan. 9, 10° 46‘ N-Br, 75° 39‘ O-Lg. Bis 11% p.m. Seebriese aus W, 
mäfsig, nachher flau aus N bis 6% a.m., wo wir, dicht unter Land stehend, 
Briese aus NE und ENE bekamen, die frisch bis Mittag wehte. Gewöhnlich 
Seebriese aus W von 1* p.m. bis 8% p. m., um 5% p. m. am frischesten; nachher 
nach N, wird flauer, nach Mitternacht fast ganz still, bis gegen 3* a, m. leichter 
Zug aus ENE auffrischte. Landbriese am frischesten um 8° a,m., weht bis 
12 Uhr Mittags, wo (besonders nahe am Lande) nach kurzer, kaum einstündiger 
Unterbrechung von flauem südlichem Zug die Seebriese folgt. 
Jan. 10, 11° 49’ N-Br, 75° 11‘ O-Lg. Heiter, schön, regelmäfsiger Wechsel 
(zwischen Land- und Seebriese) wie gestern. Halten uns etwa 25 bis 5 engl. 
Meilen vom Land. Abends und früh Morgens am dichtesten. Nachts liegen 
ab und zu, bis Landbriese kommt. Je dichter dran, je weniger Stille. Viel 
Salzwasserpflanzen. 
Jan. 11, 12° 29‘ N-Br, 74° 48‘ O-Lg. Heuto wie gestern sehr flaue 
Landbriese, nie vor 3% a. m, stets raum. Nordwestliche flane Briese fast die
	        
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