Untersuchung der Chronometer zu Annäpolis.
man bei der Berechnung das Mittel aus beiden Temperaturen und den dazu-
gohörigen Gängen. |
Die Berechnung der Temperatur-Korrektionen erfolgt in nachstehender
Weise:
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Ist g, der Gang des Chronometersa für die Temperatur t des Kompen-
sationspunktes, z die Temperaturkonstante oder die Gangänderung bei Aenderung
der Temperatur £ um 1°, t‘ irgend eine beliebige andere Temperatur und g der
dazugehörige Gang, so erhält man als allgemeine Gleichung für den Kinflufs
der Temperatur auf den Gang
g=g Hzt— WR. 1)
Bezeichnen ferner d, e und f die mittleren Temperaturen während der
Prüfung im Wärmeraum, a, b und € die dazu gehörigen Gänge, 80 ist:
PS 6110
b= gg, z(t—e)!
= g +zlt— 1)
(b— c)(d? — 0°) — (a — b) (e* —-f?)
mn SAAL. ,
Tomnach $= ST be) — (6— 0) (6—8)]
— a—b _ b—e
0 ü—d—t—0) U Ge (DE
H=0— ri I=zb-—zt—0). .
Kon=g +z(t— tu) , ..
Den Chronometern werden bei ihrer Einschiffung Temperatur-Korrektions-
Tabellen sowie Kurven auf Gitterpapier mitgegeben, welche den Gang der
Chronometer bei den verschiedenen Temperaturen seit Beginn der Untersuchung
auf dem Observatorium darstellen. Während der Indiensthaltung sind diese
Kurventafeln weiterzuführen und bei der Aufserdienststellung an das Observa-
torium zurückzugeben,
Einer besonderen Untersuchung werden die Chronometer ferner in Bezug
auf den guten Zustand der a Wesen unterworfen. Ueber den
Einfluls, welchen eine geneigte 68 Werkes auf den Gang ausübt, wird
folgendes Beispiel angeführt: Die Chronometer Negus 725 und 1262, welche
beide einen sehr regelmäßigen Gang besafsen, wurden 9“ derart goneigt, dafs
zuerst die XII des Zifferblattes und darauf die YI, IX und 1IL tiefer lagen;
e8 geschah dies in der Weise, dafs 14 Tage lang das Instrument in geneigter
Lage und darauf 14 Tage lang mit horizontalem Zifferblatt sich aufgestellt
befand, um dann nach der anderen Seite geneigt zu werden. Beide Chrono-
meter accelerirten in geneigter Lage 0,5 bis 3°, und war ihr Gang mehr oder
weniger unregelmäfsig; in horizontale Lage wiederum gebracht, blieb der Gang
Anfangs noch unregelmäfsig, um dann später den alten Betrag zu erreichen,
Es waren die mittleren Gänge, auf eine Temperatur von 21° C. reducirt, folgende:
Negus 725. Negus 1262.
horizontal + 0,72°; XII unten — 2,18* horizontal -}- 0,74; XII unten — 0,20*
+0,77; VI „ —1,27° „ 4082; VI —1,70°
+0,78 IX „„ +0,17 » +075°; IX „ —2,36°
A 1,01%: III — 1,21% » +084; II » — 265°
Schließlich werden die Chronometer noch einer Prüfung auf event. Kigen-
magnetismus der Stahltheile unterzogen und hierzu je sieben Tage mit der XII
des Zifferblatts nach N, S, O und W hin gestellt. Treten irgend welche Un-
regelmäfsigkeiten im Gange hierbei ein, so wird dieser Versuch wiederholt, um
zu prüfen, ob die Gangänderungen nicht etwa auf Zufälligkeiten beruhen.
Besitzt ein Chronometer Eigenmagnetismus, so wird e8 verworfen.
Jedes geprüfte Chronometer erhält eine Nummer, welche aus der Gleichung
erhalten wird; N = (69° F — 4) + 1000 z® + 10.v% Hierin bezeichnet 69° F
(20,5° €.) diejenige Temperatur, welche als die geeignetste für die Kompensation
angesehen wird; dieselbe wurde berechnet aus dem mehrjährigen Mittel der
Temperatur in den Chronometerkästen einer größeren Zahl von Schiffen auf