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Untersuchung der Chronometer zu Annapolis.
Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit einer astronomischen Pendeluhr ver-
yelichen. Die Tage des Ueberganges in die künstliche Temperatur und aus
derselben werden zur Berechnung der fünftägigen Gangmittel nicht heran-
gezogen. Die Prämiirung des besten Chronometers wird durch eine Bekaunt-
machung im „Journal officiel“ zur öffentlichen Kenntnifs gebracht. Chronometer,
welche die Prüfung nicht bestehen, dürfen erst nach drei Monaten wieder zur
Prüfung eingesandt werden, Die Instrumente, welche die Prüfung bestehen und
nicht zum Ankauf gelangen, können gleich zur nächsten Prüfung zugelassen
werden, und kommt bei den Chronometern I. Klasse, falls sie gleich auf dem
Depot verbleiben, für die nächste Prüfung oine Vergütung von 0,5° für die
Neuberechnung von N, bei Chronometern 1I. Klasse von 0,25* in Anrechnung.
Die Prüfung auf Isochronismus wird bei diesen Chronometern nicht noch einmal
vorgenommen, sondern die zuerst erlangte Zahl zur Berechnung benutzt.
Die Prüfungen nach dem neuen Reglement begannen mit dem 1. Sep-
tember 1882, und bestanden die erste Prüfung von 27 eingesandten Chrono-
metern 4, zurückgeschickt während der Prüfung wurden 10 Instrumente, davon
9 wegen mangelhaften Isochronismus der Spirale. Bei den drei nächsten
Prüfungen waren diese Zahlen 31, 6, 11, 8 resp. 29, 7, 11, 10 und 24, 7, 0.
Die beiden Jahrespreise erhielt der Chronometermacher Leroy für seine
Chronometer No. 574 (N = 2,35°) und 528 (N — 3,00°%,
Untersuchung der Chronometer auf dem Marine-Observatorium der
Vereinigten Staaten zu Annapolis.
Einer Abhandlung des Lieutenant E. K. Moore, Y. St. M., welche in dem
Vol. X No. 2 1884 von „The Proceedings of the United States Naval Institute“
anter dem Titel „Method of testing chronometers at the U. S. Naval Observatory“
reröffentlicht ist, wird Nachstehendes entnommen:
Zur Prüfung der Chronometer bezüglich ihres Verhaltens bei verschiedenen
Temperaturen ist an der Nordseite des Observatoriums unmittelbar vor dem
Chronometerzimmeor und mit letzterem durch einen schmalen Gang verbunden,
ein besonderes Gebäude aufgeführt worden. Das steinerne Fundament desselben
reicht bis 0,8 m über den Erdboden. Die Wände wie die Zimmerdecke sind
aus zwei Lagen hölzerner, je 25m starker Planken gebildet; zwischen beiden
Plankenlagen ist ein 20 cm breiter freier Raum gelassen, welcher mit trockenen
Sägespänen ausgefüllt ist. Zwischen der Decke und dem Zinndach bleibt ein
Luftraum von 0,6—1,2 m Höhe. Der Fuflsboden dos Gebäudes ist ein doppelter,
Der untere liegt in Höhe des Erdbodens und ist in gewöhnlicher Woise aus
Holz hergestellt; der obere Boden befindet sich in gleicher Höhe mit der
oüberen Fläche der Fundamentmauer und ist aus Holzgitterwerk gebildet, welches
durch eine auf der oberen Fläche befestigte Zinkbekleidung gegen den darunter
befindlichen Raum abgeschlossen ist. Wände und Decke des Verbindungsganges
zwischen Observatorium und Prüfungsraum sind in derselben Weise wie die des
letzteren gebildet, An jedem Ende des Ganges befindet sich eine Thür; die
les Prüfungsraumes ist in der oberen Hälfte mit einer grofsen Glasscheibe ver-
sehen, um bei geöffneter Thür des Chronometerzimmers direkt die in leizterem
aufgestellte Normaluhr beobachten zu können. Licht tritt in den Prüfungsraum
durch eine nach Norden und der Thür gegenüber gelegene Oeffnung mit
Doppelfenster.
Der Prüfungsraum kann durch Aufstellung von Eis in der zwischen den
beiden Fufßshöden bleibenden leeren Kammer abgekühlt werden. Zur künstlichen
Erwärmung dient eine Warmwasserheizung, Der hierzu erforderliche Heizraum
liegt seitwärts vom Verbindungsgang. Zur Erwärmung des Wassers wird Gas
verwandt, dessen Zutritt zu zwei Bunsen’schen Brennern ein Quecksilber-
thermostat regulirt. Die Einrichtung dieses Instruments ist die folgende: Eine