Aus dem Reisebericht der Deutschen Bark „Melusine“,
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Die vielen auf den Riffen angebrachten Baken sind auf 5—6 Sm sehr
gut sichtbar und in der Karte richtig verzeichnet. Die Höhen der besonders
ınarkanten Inseln sind in der Karte ungenau angegeben, da einige Abstands-
bestimmungen durch Höhenmessungen sehr unwahrscheinliche Resultate ergaben;
besonders ist dies bei der Insel Haggerstone der Fall.
Ueber die in Ternate sowie Amboina angetroffenen Kohlenverhältnisse
ist Folgendes zu berichten:
An beiden Orten unterhält die holländische Kolonial-Regierung Kohlen-
lager, die auf 1000 Tonnen stets aufgefüllt sein sollen; in Amboina war das
vorhandene Quantum über doppelt so groß. Ternate hält New-Castle- und
Cardiff-, wogegen Amboina aufserdem noch inländische Kohlen auf Lager zu
halten hat.
Auffällig ist der Unterschied der Preise an beiden Orten, die regierungs-
seitig festgesetzt sind. New-Castle-Kohlen kosten in Ternate 32,50 Gulden, in
Amboina 28 Gulden; Cardiff-Kohlen dagegen 34 Gulden an erstgenanntem Orte
und 29,50 Gulden an letztgenanntem.
Die inländischen Kohlen waren den New-Castle-Kohlen gleich im Preise.
An beiden Orten lagen die Kohlen in Schuppen am Strande, und dienen hölzerne
Brücken, an denen die Schiffe anlegen müssen, als Beförderungsmittel derselben
an Bord. Der Transport erfolgt durch extra zu engagirende und zu bezahlende
Eingeborene.
Nicht allein des Preises wegen eignet sich demnach Amboina besser zur
Einnahme von Kohlen, sondern auch deshalb, weil die dortige Kohlenbrücke
selbst Schiffen von der Gröfse S. M.S. „Stosch“ das Anlegen gestattet, wogegen
in Ternate nur Schiffe bis 5,5m Tiefgang herangehen können.
Aus dem Reisebericht des Kapt. C. Mehlburger, Führer der
Deutschen Bark „Melusine“.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Auf der Reise von Drammen nach Port Adelaide machte Kapt. Mehl-
burger folgende Aufzeichnung:
„Am 23, Oktober 1883 um 9" p.m., als wir uns in 6° 19‘ N-Br und
24° 34‘ W-Lg befanden, wurde ein eigenthümliches Phänomen beobachtet. Bei
völliger Windstille zog aus NO eine augenscheinlich sehr tief hängende schwarze
Cumuluswolke über. Als dieselbe das Zenith erreicht hatte, wurde rund um
den Flaggenknopf des Besantopps ein helles Knisterfeuer von vielen einzelnen
Funken gesehen. Dabei war an Deck ein ziemlich lautes Geräusch hörbar,
ähnlich, als wenn ein Feuer von recht harzigen trockenen Tannenreisern brannte,
Mit einem Elmsfeuer hatte die Erscheinung keine Aehnlichkeit, und war auch
an keiner anderen Stelle des Schiffes, aufser der angegebenen, etwas Auffälliges
zu sehen. Von Donner oder Blitz war die Erscheinung nicht bogleitet, auch
nicht von Regen.“
Am 3, Januar 1884 langte „Melusine“ in Port Adelaide an. Kapt. Mehl-
burger schreibt des Weiteren:
„Von Port Adelaide versegelten wir nach Port Wakefield am nördlichen
Ende des Golfs von St. Vincent, um dort eine Ladung Weizen einzunehmen.
Am 5. Februar kamen wir daselbst an, und am 1, März war das Schiff be-
laden. Der Ankerplatz ist 5 bis 6 Sm von Port Wakefield entfernt, welches
an einem Creek gleichen Namens liegt, der bei Niedrigwasser trocken läuft.
Im Winter, bei starken Regenfällen, führt dieser Fluls grofse Wassermassen,
während er im Sommer gänzlich versiegt. Die Rhede von Port Wakefield ist
für die Schiffe stets sicher, jedoch kann man infolge des hohen Sceganges, der
manchmal auftritt, nicht immer laden, weil die Leichterfahrzeuge dann nicht
längsseit liegen können. Die Schiffe ankern hier auf einer Tiefe von 7,2 bis
7,öm (24 bis 25 Fuß). Da diese Tiefe jedoch nur auf einem ganz beschränkten