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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Aus den Reiseberichten S, M. S. „Stosch*. 
zeigten sich mehrfach Treibholzstämme. Die mit dem Thomson’schen Loth- 
apparat vorgenommenen Lothungen ergaben: 
am 19. in 7° 6‘ S-Br und 133° 15,5‘ O-Lg 110m, Grund: gelber 
Sand mit Muscheln, 
am 20. in 8° 17’ S-Br und 135° 56,2‘ O-Lg 91m, Grund: Schlick, 
an TS in 8° 26‘ S-Br und 136° 40‘ O-Lg 80m, Grund: 
Schlick, 
am 21. in 9° 51‘ S-Br und 138° 54,5‘ O-Lg 82m, Grund: Schlick. 
Am 21. März setzte der Strom nur noch 4 Sm pro Etmal nach Osten. 
Um 5* Morgens den 22, kam Proudfoot-Feuerschiff in W'/sN 12 Sm ab in Sicht. 
Schon 1'% Stunden vor dem Sichten von Deck aus wurde das Feuer deutlich 
von der Marsraa wahrgenommen. Die Ansteuerung der Insel Booby und des 
Prince of Wales-Kanals wurde zwar durch das sichtige Wetter erleichtert, doch 
erschwerte die gegenüberstehende aufgehende Sonne das Erkennen der vielen 
Riffe, Beispielsweise wurde das grofse NW-Riff erst bemerkt, nachdem das 
Schiff querab war. Auf der Insel Goode befindet sich eine Signalstation mit 
einem auf weitere Entfernung schwer zu unterscheidenden kleinen Signalmast; 
von einem in der Karte angegebenen Leuchtthurm oder einer ähnlichen Ein- 
richtung war indessen nichts zu sehen, auch ist die in der Segelanweisung an- 
gegebene ausgerodete Stelle um den Signalmast schon wieder derartig bewachsen, 
dafs nach Allem die Signalstation als Landmarke kaum benutzt werden kann. 
Hingegen sind die Boje beim Harrison Rock, die Bake auf dem NW-Riff und 
der Hammond Rock als solche gut zu verwerthen. 
Um 11* 10° a. m. passirte das Schiff Kap Ince, um von dort die innere 
Route längs der Küste nach Cooktown einzuschlagen. 
Der bis zur Strafse vorherrschend nordwestliche Wind, Stärke 3—4, ging 
unmittelbar nach dem Passiren von Kap Ince auf Ost mit raschem Fallen des 
Thermometers um 3°, Am Abend des 22. 5* 30” ankerte S. M.S. „Stosch“ 
auf 24m Wasser und Schlickgrund bei der Insel Cairncross, um die Reise am 
23. 6% a. m. fortzusetzen. 
Bei der Passage auf der inneren Route folgte das Schiff im Allgemeinen 
dem in der neuesten Karte eingetragenen Kurse, welcher, anscheinend für 
Schiffo mittleren Tiefgangs bestimmt, einige Male dicht an Korallenuntiefen 
vorbeiführt, sonst aber, da er die besten Landobjekte zur Kurskontrolle ver- 
werthet, zur Benutzung mit gehöriger Vorsicht nur empfohlen werden kann. 
Am 23, März Abends lief das Schiff mit Dunkelwerden C/airmont-Feuer- 
schiff in Sicht und noch 12 Sm weiter, ankerte dann jedoch, da das Wetter 
dick wurde und überhaupt ein Befahren der Route aufser Sicht der Feuerschiffe 
wegen der zahllosen niedrigen Inseln und Riffe unsicher erschien, auf 17m 
Wasser und Sandgrund mit Korallen. 
Um 5* 40” a.m. den 24, wurde die Fahrt fortgesetzt, und gelangte das 
Schiff um 7* 20” p. m. bis zur Insel Lizard, wo auf 23m Wasser geankert wurde. 
Um 8* a. m. den 25. März verließ S.M.S. „Stosch“ diesen Ankerplatz 
and passirte 12 11“ p.m. Kap Bedfort. Hier wurde das Wetter, welches 
schon den ganzen Morgen sehr regnerisch und dick gewesen war, derartig un- 
sichtig, dafs vom Lande nichts mehr gesehen werden konnte, weshalb etwa 
3 Sm von dem beabsichtigten Ankerplatz in der Cooktown-Bai auf 20m Wasser 
geankert wurde. Bis 3* 30" wehten schwere Böen, Windstärke 9, aus Süden 
mit heftigen Regenschauern; um 3* 30“ klarte es einigermafsen auf, so dafs 
eine Ortsbestimmung durch Peilung gemacht werden konnte und die Mündung 
des Zndeavour-Flusses in Sicht kam; der Anker wurde daher gelichtet und der 
beabsichtigte Ankerplatz aufgesucht, wo S.M.S. „Stosch“ um 4* 15“ auf 12m 
Wasser ankerte, 
Während der Fahrt durch die innere Passage war Morgens von 5 bis 8* 
regelmäfsig regnerisches und dickes Wetter, bei der Insel Lizard trat dasselbe 
erst um 8 Morgens ein, 
Starke Ströme wurden im Allgemeinen nicht bemerkt. Während der 
Strom im ersten Theil der Passage nördlich setzte, wurde bei der Flinders- 
Gruppe und weiter südlich eine starke Gezeitenströmung verspürt. 
Der Wind war vorherrschend östlich, sprang jedoch in den Böen plötzlich 
auf West mit merkbarem Temperaturfall. 
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