Aus den Reiseberichten S, M. S. „Stosch*.
zeigten sich mehrfach Treibholzstämme. Die mit dem Thomson’schen Loth-
apparat vorgenommenen Lothungen ergaben:
am 19. in 7° 6‘ S-Br und 133° 15,5‘ O-Lg 110m, Grund: gelber
Sand mit Muscheln,
am 20. in 8° 17’ S-Br und 135° 56,2‘ O-Lg 91m, Grund: Schlick,
an TS in 8° 26‘ S-Br und 136° 40‘ O-Lg 80m, Grund:
Schlick,
am 21. in 9° 51‘ S-Br und 138° 54,5‘ O-Lg 82m, Grund: Schlick.
Am 21. März setzte der Strom nur noch 4 Sm pro Etmal nach Osten.
Um 5* Morgens den 22, kam Proudfoot-Feuerschiff in W'/sN 12 Sm ab in Sicht.
Schon 1'% Stunden vor dem Sichten von Deck aus wurde das Feuer deutlich
von der Marsraa wahrgenommen. Die Ansteuerung der Insel Booby und des
Prince of Wales-Kanals wurde zwar durch das sichtige Wetter erleichtert, doch
erschwerte die gegenüberstehende aufgehende Sonne das Erkennen der vielen
Riffe, Beispielsweise wurde das grofse NW-Riff erst bemerkt, nachdem das
Schiff querab war. Auf der Insel Goode befindet sich eine Signalstation mit
einem auf weitere Entfernung schwer zu unterscheidenden kleinen Signalmast;
von einem in der Karte angegebenen Leuchtthurm oder einer ähnlichen Ein-
richtung war indessen nichts zu sehen, auch ist die in der Segelanweisung an-
gegebene ausgerodete Stelle um den Signalmast schon wieder derartig bewachsen,
dafs nach Allem die Signalstation als Landmarke kaum benutzt werden kann.
Hingegen sind die Boje beim Harrison Rock, die Bake auf dem NW-Riff und
der Hammond Rock als solche gut zu verwerthen.
Um 11* 10° a. m. passirte das Schiff Kap Ince, um von dort die innere
Route längs der Küste nach Cooktown einzuschlagen.
Der bis zur Strafse vorherrschend nordwestliche Wind, Stärke 3—4, ging
unmittelbar nach dem Passiren von Kap Ince auf Ost mit raschem Fallen des
Thermometers um 3°, Am Abend des 22. 5* 30” ankerte S. M.S. „Stosch“
auf 24m Wasser und Schlickgrund bei der Insel Cairncross, um die Reise am
23. 6% a. m. fortzusetzen.
Bei der Passage auf der inneren Route folgte das Schiff im Allgemeinen
dem in der neuesten Karte eingetragenen Kurse, welcher, anscheinend für
Schiffo mittleren Tiefgangs bestimmt, einige Male dicht an Korallenuntiefen
vorbeiführt, sonst aber, da er die besten Landobjekte zur Kurskontrolle ver-
werthet, zur Benutzung mit gehöriger Vorsicht nur empfohlen werden kann.
Am 23, März Abends lief das Schiff mit Dunkelwerden C/airmont-Feuer-
schiff in Sicht und noch 12 Sm weiter, ankerte dann jedoch, da das Wetter
dick wurde und überhaupt ein Befahren der Route aufser Sicht der Feuerschiffe
wegen der zahllosen niedrigen Inseln und Riffe unsicher erschien, auf 17m
Wasser und Sandgrund mit Korallen.
Um 5* 40” a.m. den 24, wurde die Fahrt fortgesetzt, und gelangte das
Schiff um 7* 20” p. m. bis zur Insel Lizard, wo auf 23m Wasser geankert wurde.
Um 8* a. m. den 25. März verließ S.M.S. „Stosch“ diesen Ankerplatz
and passirte 12 11“ p.m. Kap Bedfort. Hier wurde das Wetter, welches
schon den ganzen Morgen sehr regnerisch und dick gewesen war, derartig un-
sichtig, dafs vom Lande nichts mehr gesehen werden konnte, weshalb etwa
3 Sm von dem beabsichtigten Ankerplatz in der Cooktown-Bai auf 20m Wasser
geankert wurde. Bis 3* 30" wehten schwere Böen, Windstärke 9, aus Süden
mit heftigen Regenschauern; um 3* 30“ klarte es einigermafsen auf, so dafs
eine Ortsbestimmung durch Peilung gemacht werden konnte und die Mündung
des Zndeavour-Flusses in Sicht kam; der Anker wurde daher gelichtet und der
beabsichtigte Ankerplatz aufgesucht, wo S.M.S. „Stosch“ um 4* 15“ auf 12m
Wasser ankerte,
Während der Fahrt durch die innere Passage war Morgens von 5 bis 8*
regelmäfsig regnerisches und dickes Wetter, bei der Insel Lizard trat dasselbe
erst um 8 Morgens ein,
Starke Ströme wurden im Allgemeinen nicht bemerkt. Während der
Strom im ersten Theil der Passage nördlich setzte, wurde bei der Flinders-
Gruppe und weiter südlich eine starke Gezeitenströmung verspürt.
Der Wind war vorherrschend östlich, sprang jedoch in den Böen plötzlich
auf West mit merkbarem Temperaturfall.
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