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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Aus den Reiseberichten S. M. S. „Stosch“, 
Schiffe mit 3,05m und mehr Tiefgang für jeden Fuß (0,35m) mehr Tiefgang 
6 sh. Ausgehend ist die Hälfte des einkommenden Lotsengeldes zu zahlen. 
Aufser dem Lotsen darf Niemand ein Schiff, einschl. der Kriegsschiffe, 
betreten, bevor dasselbe geankert hat und es zum freien Verkehr zugelassen 
ist. Der Hafenmeister oder dessen Vertreter besucht alle einkommenden 
Schiffe, 
Wenn mehrere Schiffe einsegeln wollen, hat der Lotse das ihm zunächst 
befindliche, welches die Lotsenflagge wehen hat, zu besetzen; nur wenn ein 
Schiff mit Nothsignalen in Sicht ist, hat dieses den Vorzug. Wenn ein Lotse 
an Bord zurückbleiben mufs, so müssen demselben 12 sh. pro Tag gezahlt 
werden. 
Für ein Verholen oder Verlegen im Hafen ist die schriftliche Erlaubnifs 
des Hafenmeisters nothwendig, und darf dasselbe nur unter dessen Leitung 
geschehen. Es ist dafür jedes Mal 1 Lstrl. zu bezahlen. 
Schiffe, welche Wasser einzunehmen wünschen, müssen davon dem Hafen - 
meister Anzeige machon und erhalten solches dann aus dem Regierungs-Reservoir 
für 2 sh. 6 d. per Tonne. 
In den Hafen darf kein Kehricht, Ballast oder sonstiger Abgang ge- 
worfen werden, Diejenigen Schiffe, welche Ballast löschen wollen, müssen dem 
Hafenmeister Anzeige machen, welcher dann den Platz dazu bezeichnet. Ebenso 
darf ohne Erlaubnifs des Hafenmeisters kein Ballast vom Strande geholt werden. 
Handelsschiffe, welche mehr als 100 Pfund Schiefspulver an Bord haben, 
müssen ostwärts der Spitze Navy ankern und ihr Pulver im Pulver-Magazin 
deponiren. Kein Schiffsführer, mit Ausnahme der Kommandanten von Kriegs- 
schiffen, darf im Hafen ein geladenes Geschütz an Bord haben oder solches 
abfeuern, 
Aus den Reiseberichten S. M. S. „Stosch‘“, Kommandant 
Kapt. z. See von Nostitz. 
Reise von Hongkong nach Cooktown, 
S. M. S. „Stosch“ verliels am 1. März d. J. 9* a. m. unter Dampf den 
Hafen von Hongkong. Um den in diesem Monat noch stehenden NE-Monsun 
zur Fahrt nach dem Ballintang-Kanal benutzen zu können, wurde dicht unter 
Land .bis zur Insel Mendoza gedampft. Wider Erwarten blieb der Wind schral, 
und mufste daher mit Kurs auf die Südspitze von Formosa weiter gedampft 
werden. Das Wetter blieb bei gleichmäfsigem Barometerstande und mäf(sigen 
östlichen Winden klar und sichtig. 
Gegen Mittag des 2. März raumte der Wind so weit, dafs bei SO-Kurs 
unter Segel allein durchschnittlich 5 Sm gemacht werden konnten. Am 3. um 
2b p. m. flaute der Wind so weit ab, dafs das Schiff nur noch 3 Sm pro Stunde 
lief. Da das Schiff gleichzeitig einen bedeutenden Leeweg machte, der Strom 
auch im letzten Etmal 25 Sm nach SE setzte, wurde in zwei Kesseln Dampf 
yemacht und die Reise unter Dampf mit Kurs auf den Ballintang-Kanal fort- 
gesetzt. 
Bei gleichem gutem Wetter mit etwas diesigem Horizont kam am 4. März 
um 1% 30” p.m. die Insel Batan 30 Sm ab in Sicht, ebenso im Laufe des 
Nachmittags Babuyan und gleich darauf Ballintang-I. Kin starker, nach Westen 
setzender Strom wurde durch häufige Peilungen in der Passage konstatirt; der- 
selbe setzte zwischen den Inseln bis zu 3 Sm pro Stunde, verlangsamte sich 
dagegen auf 1,7 Sm etwa 40 Sm östlich von Babuyan. 
Der nunmehr auf die Insel Jap gesetzte Kurs erwies sich als ungünstig, 
weil der Wind stetig konträr blieb und der Strom südwestlich setzte; es wurde 
daher abgehalten und S!/2O gesteuert, um die Molluca-Passage zu erreichen.
	        
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