65
u
Kleine hydrographische Notizen.
Nach Angabe des hydrographischen Amtes zu Batovia ist die Bemerkung
der Karte Tit. X: 142 (Br. Adm,-Karte 933): „Passage reported dangerous“
vor der Einfahrt in den neuen Hafen zu Priok zu streichen.
Der östliche Damm des Einfahrtskanals von Batavia ist auf etwa 1 Kabllg.
vom Dammkopfe, auf welchem eine pyramidenförmige, weilse Holzbake stcht,
unterbrochen, um von Ost kommenden Booten eine direkte HEinfahrt zu
gestatten.
Die Tiefen im Kanal sollen im Mittelfahrwasser nicht unter 4m (13 Fuls)
betragen, doch sind trotz fortwährender Baggerung Stellen mit 2,8 m (9 Fufs)
Tiefwasser,
Auf den Inseln Onrrust, Kuiper und Pinnerend sind gegenwärtig die
Arsenale der. Niederländisch-Indischen Flotte. Auf Onrust befindet sich ein
Schwimmdock, dessen Benutzung auch fremden Kriegs- und Handelsschiffen er-
möglicht ist.
Die Dockgelder betragen für Schiffe bis 300 cbm Tonnengehalt, wenn
sie an demselben Tage ein- und ausgeholt werden, 150 Holländische Gulden,
für jeden Kubikmeter über 300 noch 0,25 Gulden, wenn Schiffe bis 300 cbm
länger als einen Tag im Dock bleiben füglich 100 Gulden, für den Kubikmeter
über 300 täglich 0,165 Gulden mehr.
Auf Onrust befindet sich ferner das Kohlendepot der Kriegsmarine, ein
Kohlenschiff, an welchem Schiffe, die Kohlen einnehmen wollen, sich längseits
vertäuen.
In Batavia besteht ein hydrographisches Bureau, dessen Personal mit
einem Chef, einem ersten und zweiten Assistenten, drei Lithographen, einem
Gehilfen, einem Setzer, einem Drucker sammt Unterpersonal festgesetzt ist, und
obliegen diesem Amte: Magnetische und astronomische Beobachtungen, Zeit-
signale und Instandhaltung der Seekarten.
Die Ergebnisse der meteorologischen Beobachtungen werden wöchentlich
im „Java Courrent“ veröffentlicht. Meteorologische Stationen werden nach
Thunlichkeit überall eingerichtet. Militärärzte in fixen Stationen sind ver-
pflichtet, über Regenhäufigkeit und -Menge zu berichten, ebenso erhält jeder
Private, der sich erbietet, Beobachtungen zu machen, einen Regenmesser,
Trinkwasser (destillirtes Flufswasser) ist von der Water-Compagnie zu
bekommen, für Kriegsschiffe ohne Entgelt. Grofse Wasserleichter bringen das-
gelbe auf die Rhede. Laden und Löschen von Schiffen auf der Rhede geschieht
mit Leichterbooten.
Im neuen Hafen werden zwei Drehkrahne aufgestellt.
Die Hafenpolizei wird durch das Stationsschiff ausgeübt.
Für den neuen Hafen ist ein Hafenmeister und ein Schiffsameister
angestellt,
8. Der Sarawak-Flufs, NW-Küste von Borneo., („Hydr. Nachr.“,
1885, 24/136.)?) Einem Bericht desselben Kommandanten, Korv.-Kapt. Carl
Spetzler, ist folgender Beitrag zur Segelanweisung für den Sarawak-Flufs
entnommen:
Das Oesterr.-Ung. Knbt. „Nautilus“ lief am 3. März 1885 um 1* p. m.
bei Beginn der Fluth (zur Zeit halben Mondes) bei NNE- bis Nordwind in der
Stärke 4—5 in den Sarawak-Flußs, Der schon einige Tage andauernde Wind
hatte bewegte See mit starker Brandung an Pulo Laki (Peile-Insel) und Telok
Limau zur Folge, welche eine gleichmäfsige braune Wasserfärbung bis auf
2 bis 3 Sm von der Küste zeigte. Kine leichte Dünung mit kurzer über-
rollender Seo erschwerte im Verein mit der gleichmäfsigen Färbung der See
sin Erkennen der seichten Stellen. Es wurde nach Thunlichkeit in dem tiefsten
Fahrwasser fortwährend lothend gesteuert. ohne weniger als 7m (3%u4 Faden)
zu finden.
Als gute Peilobjekte erwiesen sich die Po-Spitze (Leuchtthurm oder
Küstenkontur), die Inseln 7ree und Rocky, sowie die Spitzen Moratabas und
Brooke. Es ist jedenfalls anzurathen, die Ansegelungstonne auf 3 bis 5 Kabllg.
seewärts zu passiren.
‘) „India Directory“, I, 1874, S. 646.
2) „China Sea Dir.“. II. 1879. S. 95.