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Full text: 61, 1933

310 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1933, 
zweckmäßig im Vergleich zur Temperaturänderung betrachtet, Mit den Sub- 
stitutionen aW dWdS df_ dfd& ng dfz _ dfz48 
at dp dr’ dt“ daS dt dt dF dt 
ergibt sich aus (9) und. (10) 
(Andett, fon dt 
aW_ (Adler *—0z d+ ( (Aplerr 
Ss ACH FF (9, Sy DE, 
da 13 Anden fein DD 'P (Age e) 
aw (Agdeit 9 — 9 0° 
Daraus kann 7, das entsprechend der bei Gl. (6) gegebenen Definition die 
mittlere Zunahme der Menge des kondensierten Wassers in der am Austausch be- 
nn (A 
teiligten Luftmasse darstellt, numerisch für vorgegebene Werte von 4, dp Ge 
df . . Qeit 
und o bestimmt werden; fa, fs, Id D und c, sind durch & und dx festgelegt. 
Die allmähliche Bildung des Nebels während der Änderung der Lufttemperatur &, 
die sich im Laufe des Austauschvorganges dem Werte der Temperatur der 
Unterlage x nähert, läßt sich mit Hilfe der Form 
CE (Ayder ) 
Wa Fa, Op PE olda, . 0... 
J ( *7B' (Aalen? © 
verfolgen, Das Integral muß graphisch ausgewertet werden, weil die Funktionen 
fs (3) und I (39) nicht analytisch gegeben sind; einfache Näherungsformeln 
würden kaum die hier erforderliche Genauigkeit gewährleisten, 
In Fig. 2 ist für die gleichen Beispiele, die oben gewählt wurden (Fig. 1), 
das Anwachsen des mittleren Wassergehaltes des Nebels bei der Änderung der 
mittleren Lufttemperatur dargestellt. Wie schon nach Fig. 1 zu erwarten war, 
ergibt sich für beide Beispiele Nebelbildung, am stärksten bei relativ warmer 
Unterlage und laminarer Grenzschicht. Am Ende des Abkühlungs- oder Erwär- 
mungsvorganges betragen die Wassergehalte etwa 0.1 bis 0.6 g/m*; dem entspricht 
bei den im natürlichen Nebel gemessenen Größenverteilungen der Nebeltropfen 
eine Sichtweite von etwa 200 bis 800 m*). Die hier besprochenen Vorgänge reichen 
also aus, dichten Nebel zu erzeugen, 
Bei dem Beispiel b zeigt es sich, daß der Wassergehalt des Nebels am Ende 
des Vorganges wieder etwas sinkt, daß also dort der Wasserdampfaustausch 
zuletzt verhältnismäßig schneller erfolgt als die Abkühlung der Luft. Die Ur- 
sache der Erscheinung ist darin zu suchen, daß die Funktion f, (9) nicht linear 
verläuft. Praktisch werden die letzten Teile der Vorgänge nur auf See von Be- 
deutung sein, weil sich die Lufttemperatur über Land nur selten völlig an die 
Temperatur der Unterlage angleicht. 
Wie aus Fig. 2 zu ersehen ist, bildet sich Nebel sowohl bei der Abkühlung 
der gesättigt-feuchten Luft über kalter Unterlage als auch bei der Erwärmung 
über warmer, feuchter Unterlage. Wenn also eine gesättigt-feuchte Luftmasse 
nacheinander über kalte und warme, feuchte Unterlagen transportiert wird, 
nimmt die Dichte des Nebels bei jedem Wechsel der Temperatur der Unterlage 
erneut zu, Diese Tatsache dürfte besonders für die Nebelbildung an der Grenze 
warmer und kalter Meeresströmungen von Bedeutung sein, Ebenso können auf 
dem Lande Temperaturunterschiede der Bodenoberfläche, die doch häufig an- 
getroffen werden, die Entstehung des Nebels sehr fördern, Das wäre z.B bei 
der Auswahl und Anlage von Flugplätzen zu beachten, 
Bei einem „Kreisprozeß“, d, h, Abkühlung und Wiedererwärmung auf die 
ursprüngliche Temperatur, ist es gleichgültig, welchen Wert der von der Natur 
der Grenzschicht abhängige Quotient pda hat; denn dabei hebt sich der Ein- 
1} Siehe W, Findeisen, Gerl. Beitr. z. Geophys, 35 (1932), S. 295,
	        
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