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Kleine hydrographische Notizen.
Der Leuchtthurm auf Utldngan markirt sich schlecht, da er grau ge-
strichen ist und die nebenstehenden Häuser nur wenig überragt. Bei unsich-
tigem Wetter dürfte die Passage zwischen Utklipporna, und Utlängan nicht zu
empfehlen sein.
Die Einsegelung nach Karlskrona kann bei günstigem Wind und sichtigem
Wetter ohne Lotsenhülfe ausgeführt werden. Die Seezeichen auf den Untiefen
vor dem Hafen markiren sich gut, und für die Passage zwischen denselben
giebt die Vertonung in der Karte (Tit. I, No. 3, D. K. 60) guten Anhalt. Der Kurs
von der östlichen zur westlichen Riff-Bake bei Utlängan ist West; sobald man
ietztere passirt hat, führt der Kurs NW'/2W auf die Treibbake von Ksten, In
liesem Kurs sieht man auf Bäldö (ein charakteristisches Merkmal, welches in
den Segel-Direktionen nicht erwähnt ist) zwei Felsblöcke, den einen auf dem
Riff, den zweiten weiter landeinwärts in Linie, und kann dann mit NW-Kurs
in die auf der Karte angegebene Peilung für die Einsegelung laufen. Von den
vor dem Hafen beginnenden Untiefen ragt Sundsbäden flach über die Wasser-
oberfläche hinaus. Da diese Untiefe am weitesten nach Westen in das Fahr-
wasser hineinragt, so wird man such nach Entfernung der Seezeichen das
Kömigstief sicher passiren könuen. Innerhalb der Forts mufs man auf die Mitte
von Werkö halten, um Lindelöfs Grund zu vermeiden. Die Passage zwischen
Getskär und Gotnatt ist für gröfsere Schiffe unsicher; die Küstendampfer be-
nutzen auch diese, um in den Innenhafen zu gelangen. Die Kriegsschiffe ankern
in der nördlich von Getskär liegenden Bucht in 9 bis 16m Wasser auf Schlick-
grund. Die Fahrwasserrinnen im inneren Hafen sind durch Pricken gekenn-
zeichnet, Auf Ansuchen fällt von einem auf der Königlichen Werft befindlichen
Thurme ein Zeitball.
2. Ueber die Rhede von Kap Palmas berichtet der Kommandant
S, M. Kr. „Möwe“, Korv.-Kapt. Hoffmann, dafs dieselbe wegen der hohen
Dünung und der Untiefen in der Nähe einen schlechten Ankerplatz bildet.
Steht etwas See, so arbeitet ein hier vor Anker liegendes Schiff in gefährlicher
Weise wegen der einlaufenden Roller, und ist die See glatt, so markiren sich
die Untiefen nicht mehr durch Brandung, und man fühlt sich unsicher beim
Ein- und Auslaufen. Ein Auslegen von Bojen ist mehrfach von Kriegsschiffen
and Dampfschiffrhedereien versucht, die Bojen sind aber immer schnell wieder
verschwunden, wie man behauptet, durch Anbohren Seitens der Neger in der
Hoffnung auf Strandgut. Die Ansiedelung von Kap Palmas gehört der Republik
Liberia; die Bauart der Häuser und alle Aeufserlichkeiten gleichen denen von
Monrovia. Die Faktoreien liegen am Fluß innerhalb der Barre, welche in der
Regel von Schiffsbooten nicht mit Sicherheit zu passiren ist. Aufserhalb der
Barre befindet sich kein Landungsplatz. Der Leuchtthurm auf dem Kap ist
gin hohes, bei Tage gut sichtbares Gebäude, an welches sich einige andere,
mehrere Stockwerk hohe Häuser (Schule, Hospital) anlehnen, so dafs der Ge-
däudekomplex zusammen aus weiter Entfernung einer Kirche mit Glockenthurm
an einem Ende gleicht.) Das Feuer ist immer noch nicht im besseren Zustande
ale früher und verschwand, als die Reise am Abend fortgesetzt wurde, auf
wenige Seemeilen Entfernung.
3. (D. S.) Strömung an der Westküste von Afrika bei Lagos.
Die Deutsche Brigg „Gottlieb“, Kapt. P. Dunckler, fand am 25. April 1884
ınter der Afrikanischen Küste auf 6° 22‘ N-Br und 3° 27’ O-Lg eine ziemlich
atarke westliche Strömung, so dafs bei der leichten Briese kein Fortgang nach
Osten zu erzielen war. Ebenso lief der Strom auf der Rhede von Lagos vom
27. April bis zum 1. Mai fortwährend nach Westen. Erst dann kam der hier
gewöhnliche Oststrom wieder durch.
4. (D. S.) Der Gesundheitszustand in Guayaquil und einige
Bemerkungen über die Plätze Potrero und Brasilito an der Küste
von Nicaragua. Kapt. C. Fesenfeldt von der Bark „/da“ berichtet:
„Während unseres Aufenthaltes in Gwayaquil vom 11. Januar bis zum
26. Februar 1884 war es recht ungesund, Mitunter, wenn nach Regenwetter
die Sonne schien, entstand eine wahre Stickluft. Das Hospital war zeitweise
überfüllt, und es kamen mehrere Todesfälle unter den Mannschaften der hier
‘' Hiernach modificirt sich die Ansicht auf Karte Tit. YI. No. 122 {Br. K. 1692.