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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc, März 1885. 421 
SW-Wind an. Die polare Passatgrenze wurde erst angetroffen, nachdem man 
bis zum 13. Oktober nach 21° N-Br in 31° W-Lg vorgerückt war. Indem sich 
der schwache Wind dort bei einem Barometerstande von 764,6 mm von NW 
durch N nach NE veränderte, wurde derselbe zum Passat. In seinem Gebiete 
wehte der Wind am frischesten auf der zwischen 19,5° und 14,5° N-Br liegenden 
Strecke. Als „Jupiter“ sich am 17. Oktober in der Nähe von 12,7° N-Br 
und 29° W-Lg befand, endete der Passat. Südlich von diesem Punkte war 
veränderliche südöstliche und nordöstliche Briese vorherrschend, und zwischen 
10,5° und 7° N-.Br wurde man sogar noch wieder von kräftigem NE-Winde 
begünstigt. Vom südwestlichen Monsun wurde nichts bemerkt. Indem jener 
NE-Wind flauer wurde und sich dann allmählich nach rechts veränderte, entstand 
aus ihm fast unmittelbar der SE-Passat. Die äquatoriale Grenze desselben ist 
deshalb auch mit einiger Sicherheit nicht erkennbar. Anscheinend lag sie am 
81. Oktober in der Nähe von 2,5° N-Br und 27° W-Lg; denn dort war der 
Wind für mehrere Stunden zum ganz leisen Zuge herabgesunken, und erst der 
folgende Wind besafs die Beständigkeit und Frische des Passats. Am 2. No- 
vember, 42 Tage später, als Boston verlassen worden war, ging „Jupiter“ in 
29,9° W-Lg von nördlicher in südliche Breite über. Vorher war: 30° N-Br 
in 39° W-Lg am 7. Oktober, 20° N-Br in 30,8° W-Lg am 14. Oktober, 10° N-Br 
in 28,5° W-Lg am 23. Oktober, 60° W-Lg in 38,9° S-Br am 25. September, 
50° W-Lg in 36,9° S-Br am 28. September und 40° W-Lg in 33,4° N-Br am 
4. Oktober gekreuzt worden. Die eiserne, nach San Francisco bestimmte 
Bremer Bark „Germania“, welche den Kanal am 6. Oktober verlassen hatte, 
erreichte südliche Breite in 27,5° W-Lg am 3. November. Als „Jupiter“ am 
17. Oktober die in 12,7° N-Br und 29° W-Lg liegende äquatoriale Passatgrenze 
erreichte, befand sich „Germania“ noch in 24° N-Br und 22,2° W-Lg. 
Das Gebiet des SE-Passats dehnte sich im Südatlantischen Ocean für 
„Jupiter“ bis nach 21,5° S-Br in 30,7° W-Lg aus. In geringer Entfernung 
von diesem Punkte veränderte sich am 11. November der schwach gewordene 
Wind nach NE, und indem derselbe die Drehung nach links während der 
folgenden drei Tage fortsetzte, wurde seine Richtung am 14. November wieder 
eine südöstliche. Der Luftdruck, welcher unweit 19,5° S-Br auf 767,1 mm, in 
der Nähe der polaren Passatgrenze auf 765,5 mm gezeigt hatte, nahm während 
des Rundlaufes bis zu dem in 26° S-Br und 26,5° W-Lg beobachteten niedrigsten 
Stande von 758,0 mm ab und stieg bei dem später herrschenden SE-Winde 
wieder bis zu dem in geringer Entfernung von 33° S-Br in 26° W-Lg erreichten 
Maximum von 772,6 mm. Bei dem sich später im östlichen Halbkreise halten- 
den raumen Winde konnte „Jupiter“ für längere Zeit einen recht befriedigenden 
Fortgang erzielen. Der Ostwind endete schliefslich in kurze, am 24. November 
unweit von 41,5° S-Br in 15° W-Lg angetroffene Stille, Auf diese folgte bald 
ein günstiger Westwind, bei dem die noch vorliegende Strecke bis zum ersten 
Meridian in rascher Fahrt vollendet werden konnte. Am 27. November, dem 
25. bis dahin in südlicher Breite verbrachten Tage, ging „Jupiter“ in 42,6° 
S-Br von westlicher in östliche Länge über. Vorher war: 10° S-Br in 81,8° 
W-Lg am 6. November, 20° S-Br in 31,5° W-Lg am 10. November und 30° S-Br 
in 26,6° W-Lg am 17, November gekreuzt worden. Am 27. November, dem 
Tage, an welchem „Jupiter“ den ersten Meridian erreichte, wehte ein mäfsiger 
Weststurm. Derselbe folgte auf kurzen, am 26. November herrschenden NE- 
Wind, bei dem das Barometer schon einen niedrigsten Stand von 739,6 mm 
erreichte. Der Mitsegler „Germania“ kreuzte 20° S-Br in 34,5° W-Lg am 
10. November. Zur Zeit, als „Jupiter“ östliche Länge erreichte, befand sich 
„Germania“ schon in 50° S-Br und 64° W-Lg. . 
Um in seiner Nähe die Länge abzulaufen, suchte „Jupiter“ den Parallel 
von 44° Süd auf, Die dort wehenden Winde waren nördliche und westliche 
und boten dem Schiffe eine erwünschte Gelegenheit, nach Osten hin fortzu- 
schreiten. Südliche Winde-stellten sich erst ein, als man dem Festlande:von 
Australien schon ziemlich nahe gekommen war. Der durchgehends nicht über- 
mäfig heftige Wind erreichte nur in einem Falle die Stärke eines vollen 
Sturmes. Man überstand denselben am 4. und 5. Dezember auf. der zwischen 
43,7° S-Br in 29° O-Lg und 43,5° S-Br in 37° O-Lg ‘liegenden Strecke, Er 
folgte auf schwache nördliche Briese, bei welcher der Luftdruck rasch zu
	        
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