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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., März 1885. 419 
Straße segelnde „Jupiter“ den Bestimmungshafen noch zwei Tage früher, als 
„Else“ es that. 
Von Manila aus segelte der „Jupiter“ später nach Cebu, und von diesem 
Platze aus trat das Schiff am 6. April eine Reise nach Boston an. Es durch- 
segelte die Sulu-See bei leichtem nordöstlichem Winde und gelangte am 9. April 
in die Nähe der Insel Sulu, wo des Gegenstromes und des dort herrschenden, 
schwachen, meist südlichen Zuges wegen mehrfach geankert werden mußste. 
Man sah dort eine grofse Anzahl mit Fischfang beschäftiger Kanoes, Die Reise 
erlitt dort, und zwar besonders infolge des starken, in drei Etmalen einmal den 
Betrag von 130 Sm erreichenden NE-Stromes, eine derartige Verzögerung, dafs, 
um von 5,7° N-Br in 120,8° O-Lg nach 42° N-Br in 120,4° O-Lg vorzurücken, 
nicht weniger als 11 Tage erforderlich waren, Unweit dieses letzteren Punktes 
nahm die Strömung westliche, wenn auch meist noch nordwestliche Richtung 
an. Man konnte dann, obgleich die Windverhältnisse sich kaum zum Besseren 
verändert hatten, in etwas rascherer Weise vorrücken, Am 24. April gelangte 
„Jupiter“ in Sicht des Kap Dondo, und da die Bark von hier ab durch eine 
nicht unbeträchtliche südwestliche Strömung begünstigt wurde, konnte schon 
am 25. April der Aequator in 119,8° O-Lg überschritten und am 28, April die 
Insel Pulo Laut erblickt werden. Als „Jupiter“ sich am 3. Mai in der Nähe 
von 5,1° S-Br und 116,8° O-Lg befand, wurde dort der frischere und beständigere 
SE-Monsum angetroffen, bei dem man bis zum 8, Mai zur Sunda-Strafse segelte. 
Der 8. Mai war der 32, seit der Abreise vergangene Tag. Das nun ebenfalls 
auf der Rückreise von Manila nach New-York begriffene Vollschiff „Kise“, 
welches am 11. April in See gegangen war, und das, seinen Weg durch die 
China-See nehmend, den Aequator in 108,2° W-Lg am 29. April überschritten 
hatte, erreichte Anjer am 10. Mai nach 29tägiger Reise. 
Im Indischen Ocean, den „Jupiter“ am 10., „Else“ am 11. Mai erreichte, 
nahm die Reise beider Schiffe für längere Zeit einen recht günstigen Verlauf, 
Bis zum Mittage des 29. Mai, an welchem Tage sich der Wind bei „Jupiter“ 
nach NE veränderte, rückte diese Bark bis nach 27,3° S-Br in 47,9° O-Lg, 
das Vollschiff bis nach 26,2° S-Br in 50,4° O-Lg vor. „Else“ gelangte zu der 
bei ihr in derselben Weise bezeichneten, in 26,3° S-Br und 49° O-Lg liegenden 
polaren Passatgrenze am 30. Mai. Südlich von der letzteren fand „Jupiter“ 
zunächst ähnliche Verhältnisse, wie dieselben im Reiseauszuge des Mitseglers 
schon erwähnt worden sind. Als die Bark sich am 2, Juni in der Nähe von 
30° S-Br und 38° O-Lg befand, erfolgte dort ein von starkem Gewitter be- 
gyleitetes Ausschielsen des vorher kräftig aus NE wehenden, seit wenigen 
Stunden aber ganz flan gewordenen Windes von ESE (2) nach SW (11). Dem 
Schiffe wurden dabei mehrere Segel zerrissen, Bei „Klse“ fand ein Ausschiefsen 
des Windes auch statt, doch geschah es hier am frühen Morgen des 3, Juni, 
etwa 5 Stunden später als bei „Jupiter“ und aufserdem auch in anderer Weise. 
Bei dem Vollschiffe nahm nämlich der vorher aus N wehende Wind bis zur 
Stärke 9 zu, und als sich derselbe dann plötzlich bis zur Stärke 4 mälfsigte, 
lief der Wind um nach W. Als der Wind schliefslich auch bei „Else“ nach 
SW ausgeschossen war, nahm er dort ebenfalls bis zur Stärko 10 zu. Der 
Luftdruck erreichte während dieser Vorgänge bei beiden Schiffen einen 
niedrigsten Stand. von etwa 752,0 mm. Aus dem Verhältnis der etwa 200 Sn 
großen Entfernung der beiden Mitsegler in der Ost- und Westrichtung von 
einander zu dem etwa 9 Stunden grofsen Zeitunterschiede, wann sich bei beiden 
der stürmische SW-Wind einstellte, wieder tiefste Barometerstand beobachtet 
wurde, scheint sich eine, freilich nur unsicher festzustellende Fortbewegung der 
Depression nach Osten von etwa 23 Sm in der Stunde zu ergeben, Ein anderer 
kurzer, aber sehr heftiger Sturm, welchen „Jupiter“ überstand, als sich derselbe 
am 16. Juni in 35,2° S-Br und 19° O-Lg befand, erreichte 8 Stunden später, 
aber schon am 17. Juni, ebenfalls den in 36,3° S-Br und 22,8° O-Lg stehenden 
Mitsegler „Else“. In diesem Falle erfolgte das Ausschiefsen des von heftigen 
gewitterhaften Erscheinungen begleiteten Windes bei beiden Schiffen. von NW 
nach SW, nur trat bei „Jupiter“ eben vorher eine etwa nur 5 Minuten anhal- 
tende plötzliche Stille ein. An Bord des „Jupiter“ beobachtete man damals 
an dem sorgfältig und häufig abgelesenen Barometer ein in zwei Stunden vor 
dem Ausschiefßen stattindendes Abnehmen .des Luftdruckes von .9mm. Der
	        
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