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Eingänge von meteorologischen Journalen ete., März 1885.
wie hier eben „Caroline“ und „Port Royal“, steuerten bei günstigem Winde
vom Kanal aus direkt für die Azoren-Gruppe, mit‘ der empfehlenswerthen
Absicht wahrscheinlich den Entschlufs, ob der fernere Weg durch den Passat
oder längs 35° N-Br führen solle, von den später angetroffenen Winden abhängig
zu machen. Und diese Schiffe gerade trafen es in diesem Falle besonders gut.
Ob es in der Folge meistens so sein wird, ist bis jetzt schwer zu beurtheilen.
Jedenfalls bietet die südlichere Route die Aussicht auf weniger Gefahr und
geringere Anstrengung und Abnutzung des Schiffes wie der Mannschaft. Nicht
selten haben freilich andererseits Nordamerika-Fahrer, die im Herbst oder
Winter den Kanal bei Ostwind verliefsen und die bei ihm direkt für ihr Ziel
3segelten, gegen südlicher, freilich dann meistens sehr südlich für den Passat
ateuernde Schiffe glänzende Resultate erzielt. Die Regel, den günstigen Wind
stets auf kürzester Route möglichst auszunutzen, aber abzubiegen nach Süden,
wenn anhaltende stürmische Gegenwinde angetroffen werden und zur Zeit nicht
schon der gröfßte Theil der Reise zurückgelegt ist, gilt und kann nicht getadelt
werden. Freilich aber auch nicht ein Verfahren, wie es „Caroline“ und „Port
Royal“ einhielten, nach welchem so zu sagen vermittelt wurde zwischen der
lirekten Route und der Passatroute. Wenn sich in einem solchen Falle
Gegenwinde einstellen, so ist ein Aufsuchen des Passates, dessen Vorhandensein
and Wahrscheinlichkeit des Antreffens ja eben dann, wenn zwischen 30° und
40° N-Br heftige Westwinde herrschen, am gröfsten ist, ein verhältnifsmälig
leichtes. Es mul abgewartet werden, wie sich im weiteren Verlaufe der Zeit
die Erfolge auf dieser in Frage stehenden Route stellen werden. Unsere
Deutschen Kapitäne, deren Eifer, rasche Reisen zu machen, und deren Muth,
zu dem Zwecke Mühseligkeiten zu ertragen, durch die seit mehreren Jahren
stattfindende, verhältnilsmäfßsig häufige Befolgung der gewagten, von anderer
ınma{sgeblicher Seite aufserordentlich empfohlenen hoch nördlichen Route für
Winterreisen nach Nord-Amerika in ein glänzendes Licht gestellt wird, warnen
auf Grund der von ihnen gemachten Erfahrungen in ihren Journalen vor dieser,
empfehlen aber die südlich vom Golfe verlaufende Route für Winterreisen,
Neu ist diese Route freilich auch nicht. Erfahrene Kapitäne früherer Jahre,
wie der längst verstorbene Bremer Kapt. Joh. Hohorst, befolgten dieselbe
schon häufig. Aber wenn früher der eine Schiffsführer Besseres wufste, so
konnte dasselbe, da es ein Institut, welches die Erfahrungen des Einzelnen zum
Gemeingut Aller zu machen bestimmt ist, nicht gab, höchstens mündlich mit-
getheilt werden. Manche werthvolle Erfahrung mufste in dieser Weise im
Laufe der Zeit verloren gehen, und der noch junge Kapitän, dem naturgemäfs
die mündliche Ueberlieferung und Belehrung älterer Fachgenossen nur ganz
allmählich zu Theil wurde, der auch aus Büchern sich kaum Rath holen konnte,
mußte sich oft unsicher fühlen und Fehler machen.
Nachdem „Hedwig“ in New- York entlöscht worden war, mulfste das Schiff
ganz ungewöhnlich niedriger Frachten wegen dort längere Zeit wartend ver-
bringen. Am 22. Januar 1885 ging es endlich wieder in See, um nach Amsterdam
zurückzukehren. Westwinde, die den Anfang dieser Reise begünstigten, blieben
auch während derselben vorherrschend und wehten an manchen Tagen stürmisch,
Nachdem man den Aufsengründen vor dem Kanal schon sehr nahe gekommen
war, nahm der Wind östliche Richtung an und verursachte dort noch eine
längere Verzögerung. Am 21. Februar, 30 Tage später, als New- York verlassen
worden war, erreichte „Hedwig“ die Mündung des Kanals. Auf der Fahrt zu
lemselben hatte man: 70° W-Lg in 39,1° N-Br am 24. Januar, 60° W-Lg in
38° N-Br am 28, Januar, 50° W-Lg in 37,8° N-Br am 1. Februar und 30° W-Lg
in 44.4° N-Br am 9. Februar gekreuzt.
16. Reise der Hamburger Bark „Jupiter“, Kapt. C. Ringe.
Die am 21. Juli 1883 von der Elbe aus in See gegangene, nach Sidney
bestimmte Bark „Jupiter“ befand sich am 29. Juli bei Lieard. An demselben
Tage stand dort auch die auf einer Reise nach Singapore begriffene Hamburger
Bark „Patagonia“, und verfolgten dann beide Schifte unter ähnlichen, schon an
anderer Stelle erwähnten Verhältnissen ihren südwärts gerichteten Kurs, Am
Mittage des 3. August, an welchem Tage sich bei beiden Schiffen ein rasch auf-
frischender NE-Wind einstellte, war der Schiffsort des von Anfang an ge-