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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

A414 
Eingänge von meteorologischen Journalen ete., März 1885, 
in nördliche Breite über. Um zu derselben vom Kap Horn her zu gelangen, 
waren 42 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br 
in 53° W-Lg am 23. Dezember, 40° S-Br in 34,7° W-Lg am 30, Dezember, 
30° S-Br in 27° W-Lg am 5. Januar, 20° S-Br in 26,8° W-Lg am 17. Januar 
und 10° S-Br in 28,7° W-Lg am 23. Januar gekreuzt. 
In nördlicher Breite wurde „Adelaide“ bis nach 1,5° N-Br in 28° W-Lg 
vom SE-Passat begleitet. Um den in der Nähe dieses Punktes betretenen 
Stillengürtel zu überschreiten, war weniger als ein Tag erforderlich. Nach 
dieser Zeit stellte sich am 30. Januar der in 1,9° N-Br und 28,53° W-Lg ein- 
setzende NE-Passat ein, bei dem sich wieder ein rascherer Fortschritt erzielen 
lief. Der zwischen 4° und 15° N-Br am kräftigsten wehende Passat dehnte 
sein Gebiet bis nach 23° N-Br in 39,2° W-Lg aus. Er endete am 9. Februar 
in der Nähe dieses Punktes, indem sich der ganz schwach gewordene Wind 
nach einer hoch südlichen Richtung veränderte. Nördlich von der polaren 
Passatgrenze wurde „Adelaide“ zunächst mehrere Tage durch leichte Mallung 
zurückgehalten. Als man bei derselben aber bis zum 11. Februar nach 24° N-Br 
in 38,6° W-Lg vorgerückt war, wurde Westwind angetroffen, bei dem der noch 
vorliegende Theil der Reise in rascherer Weise vollendet werden konnte. Auf 
diesem erlebte „Adelaide“ auch den einzigen, während dieser Reise beobachteten 
Sturm. Derselbe wurde am 14. Februar bei 29° N-Br in 34° W-Lg überstanden. 
Er wehte aus NNW, war von einem niedrigsten Barometerstande von 758,0 mm 
begleitet und zwang besonders seiner schralen Richtung wegen zum frühzeitigen 
Beidrehen. Am 21. Februar gelangte „Adelaide“ in Sicht des Feuers von San 
Miguel und am 27. Februar in das von Lizard. Es waren damals 131 Tage 
seit der Abreise von San Francisco vergangen. Im Nordatlantischen Ocean 
hatte das Schiff 30 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 35° W-Lg am 
3. Februar, 20° N-Br in 40° W-Lg am 7. Februar, 30° N-Br in 32,9° W-Lg 
am 16. Februar und 40° N-Br in 24,2° W-Lgy am 22. Februar gekreuzt. Die 
von Iquique kommende Hamburger Bark „Henriette Behn“, weiche sich am 
29. Dezember beim Kap Horn, am 31. Januar in 0° Breite und 25° W-Lg 
befunden hatte, erreichte die Kanal-Mündung am 28. Februar. 
10. Reise des Bremer Vollschiffes „Hedwig‘“, Kapt. Th, Ibsen. 
Um nach New- York zu segeln, ging das Vollschiff „Hedwig“ am 28. Sep- 
tember 1884 von der Elbe aus in See. Dasselbe schlug infolge der in der 
Nordsee angetroffenen ungünstigen Winde die Nord um Schottland führende 
Route ein uud rückte auf derselben bis zum 5. Oktober nach Fair Island vor. 
Auf den hier damals herrschenden Westwind folgte nach zwei Tagen ein 
frischer Ostwind, bei dem das Schiff bis zum 11. Oktober nach 55,5° N-Br in 
21,5° W-Lg segelte. Bei den westlich von diesem Punkte vorherrschenden, 
meist hoch südlichen Winden liefs sich auch noch ein ziemlich befriedigender 
Fortgang erzielen. Nachdem man aber am 16. Oktober nach 54,7° N-Br in 
30,5° W-Lg gelangt war, entstand infolge der von nun an auftretenden, meist 
stürmischen Westwinde eine lange Verzögerung der Reise. Das durch die 
Gegenwinde allmählich nach Süden hin verdrängte Schiff konnte bis zum 
9, November nur nach 42,3° N-Br in 40° W-Lg vorrücken. Schliefslich ent- 
schlofs Kapt. Ibsen sich, südlichere Breiten aufzusuchen; es wurde nach Süden 
abgehalten, und indem sich „Hedwig“ später in der Nähe von 35° N-Br hielt, 
jegte sie dort bei günstigeren Verhältnissen fast den ganzen noch übrigen Theil 
der Reise zurück. Am 30. November, 56 Tage später als man sich bei Fair 
Island befunden hatte, erreichte „Hedwig“ den Hafen von New-York. Während 
der Fahrt über den Ocean hatte das Schiff: 30° W-Lg in 54,4° N-Br am 
16. Oktober, 50° W-Lg in 36,1° N-Br am 17. November, 60° W-Lg in 35,2° N-Br 
am 21. November und 70° W-Lg in 36° N-Br am 24. November gekreuzt. 
Unter den die Reise beunruhigenden häufigen Stürmen verdient doch kaum einer 
eine besondere Erwähnung. Mitsegler, welche damals andere Routen zur Aus- 
führung ihrer Reisen benutzten, wurden auf denselben von den Winden mehr 
begünstigt und konnten infolge dessen ihre Reisen rascher vollenden. Unter 
denselben befand sich das nach New- York bestimmte Bremerhavener Vollschiff 
„Caroline“. Dasselbe, welches am 20. September von der Zlbe aus in Seo 
gegangen war, wählte den Weg durch den Kanal, Es passirte Dover am
	        
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