A412 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., März 1885.
Westwind jedoch raumere Richtung an und gewährte dem Schiffe für mehrere
Tage eine recht günstige Gelegenheit zur Förderung der Reise. Als der sich
langsam weiter nach links verändernde Wind hoch südlich geworden war, nahm
derselbe bis zum leisen Zuge ab. Nördlich von 35,5° S-Br wurde „Adelaide“
zwei Tage durch Stille und schwache Mallung aufgehalten. Auf diese folgte
noch einmal wieder ein frischer Westwind, der, in NW beginnend, sich später
langsam nach links veränderte und zum Passat wurde, ohne dafs irgend eine
Störung vorher beobachtet wurde. In der Nähe von 23° S-Br und 86,5° W-Lg
drehte der für kurze Zeit schwache Wind am 2. Juli, bei einem höchsten Baro-
meterstande von 769,3 mm, durch S nach SSE. Aus dieser Richtung auf-
frischend, segelte „Adelaide“ dann bis zum 17. Juli zu dem in 121° W-Lg über-
schrittenen Aequator, Um zu demselben von 50° S-Br zu gelangen, waren
29 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 40° S-Br in
87,2° W-Lg am 23. Juni, 30° S-Br in 85,5° W-Lg am 29. Juni, 20° S-Br in
90,7° W-Lg am 3. Juli und 10° S-Br in 107° W-Lg am 10. Juli gekreuzt.
In nördlicher Breite wehte der SE-Passat zunächst wieder frischer, als
er es während der letzten in südlicher Breite verbrachten Zeit gethan hatte.
Indem sich derselbe später allmählich nach rechts veränderte, wurde die Wind-
stärke, als die Windrichtung S geworden war, eine geringe, um jedoch später
aus W wieder bis zum kräftigen Winde zuzunehmen. Diese von „Adelaide“
aun wiederholt beobachtete Krscheinung der Abnahme der Windstärke bei
Drehungen des Windes durch N oder S scheint in dem sich auf jeder Halb-
kugel bis nach etwa 30° Breite erstreckenden Gebiete der regelmäfsigen Winde
meistens der Fall zu sein. Die Winde scheinen dort für gewöhnlich nur kräftig
aus der Ost- oder Westrichtung zu wehen, der Uebergang von einer dieser
Windrichtungen in die andere vollzieht sich, vorausgesetzt, es findet ein solcher
allmählicher Uebergang überhaupt statt, fast immer, indem der Wind dabei
Aau wird. Begünstigt von frischem Westmonsun und versetzt von starker öst-
licher Strömung rückte „Adelaide“ dann bis zum 22. Juli nach 11,5° N-Br in
123,3° W-Lg vor. Nicht weit von diesem Punkte entfernt, wiederholte sich
noch einmal derselbe eben beschriebene Vorgang. Indem der schon vorher
schwach gewordene Wind bis zum ganz leisen Zuge abnahm, kehrte er, durch
S laufend, nach SE zurück und wurde, indem er die Drehung noch weiter fort-
setzte und aus nordöstlicher Richtung auffrischte, zum Passat. Die äquatoriale
Grenze desselben schien am 23. Juli in etwa 14° N-Br und 123,3° W-Lg zu
liegen. Von dem kräftig und beständig auftretenden Passate wurde „Adelaide“
bis nach 34,3° N-Br in 135,3° W-Lg begleitet. Als sich das schon seit mehreren
Tagen mit B-B.-Halsen segelnde Schiff am 3. August unweit jenes Punktes be-
fand, drehte der mäfiger gewordene Wind durch N nach NNW, worauf der
noch übrige Theil der Reise fast ganz bei Wind aus dieser Richtung zurück-
yelegt wurde. Am 9, August vernahm man an Bord von „Adelaide“, als erstes
die Nähe des Bestimmungshafens ankündigendes Zeichen den Ton des Nebel-
horns von South Farallones. Als es bald darauf etwas aufklarte, erhielt das
Schiff einen Schleppdampfer, mit dessen Hülfe man das Goldene Thor passirte
und den Hafen von San Francisco erreichte. Es waren damals 130 Tage seit
der Abfahrt von 50° N vergangen. Im nördlichen Grofsen Ocean hatte das
Schiff: 10° N-Br in 122,9° W-Lgy am 21. Juli, 20° N-Br in 128,5° W-Lg am
26. Juli und 30° N-Br in 136,2° W-Lg am 30. Juli gekreuzt. Die Wasserwärme,
welche unweit 6° S-Br 26° C. betrug, war am Aequator auf 24° C. gesunken
und stieg in nördlicher Breite wieder bis zu dem in etwa 13,5° N-Br boeob-
achteten höchsten Betrage von 28,8° C. Auf der zwischen 3° S-Br und Linie
zurückgelegten Strecke war „Adelaide“ in zwei Tagen 64 Sm nach SW, zwischen
Aequator und 5° N-Br, in 48 Stunden 96 Sm nach nordwestlicher Richtung ver-
setzt worden.
Nachdem „Adelaide“ in San Francisco entlöscht und wieder mit 1930
Tonnen Weizen beladen worden war, trat das Schiff am 19. Oktober die Rück-
reise nach Havre an. Auf See veränderte sich die dort Anfangs angetroffene
leichte westliche Briese bald nach NW und frischte auf. Man segelte dann bis
zum 26. Oktober nach 26,4° N-Br in 122,7° W-Lg. In geringer Entfernung von
diesem Punkte nahm der schwache, schon seit längerer Zeit hoch nördliche
Wind am 26. Oktober, bei auf 767,3 mm gestiegenem Barometerstande, eine