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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc, März 1885. 
polare Passatgrenze schien am 30. April in der Nähe von 3,3° N-Br und 25,1° 
W-Lg zu liegen. Südlich von diesem Punkte lag der sich bis nach 1° N-Br in 
24,6° W-Lg ausdehnende Stillengürtel, der bei leichter Mallung in vier Tagen 
überschritten wurde. Am 5. Mai, demselben Tage, an welchem der SE-Passat 
wieder angetroffen worden war, erreichte „Adelaide“ den in 24,7° W-Lg über- 
schrittenen Aequator. Um zu demselben von 50° N-Br her zu gelangen, waren 
34 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 
14,5° W-Lg am 8. April, 30° N-Br in 19,8° W-Lg am 13. April, 20° N-Br in 
24,6° W-Lg am 20. April und 10° N-Br in 25,7° W-Lg am 25. April gekreuzt. 
Die nach Hongkong bestimmte Hamburger Bark „Papa“, welche den Kanal am 
6. April verlassen hatte, passirte den Aequator in 25,9° W-Lg am 6. Mai. Die 
auf einer Reise von Boston nach Adelaide begriffene Elsflether Bark „Gerd 
Heye“, welche ihre Reise am 5. April angetreten hatte, erreichte südliche Breite 
in 26° W-Lg am 7. Mai. Am Mittage des 19. April hatte sich „Adelaide“ in 
20,5° N-Br und 24,5° W-Lg, „Papa“ in 29,7° N-Br und 20° W-Lg und „Gerd 
Heye“ in 30,5° N-Br und 36,8° W-Lg befunden. 
Im Südatlantischen Ocean fand „Adelaide“ einen ähnlichen Passat, wie 
er in dem Bericht von „Papa“ schon beschrieben worden ist. Derselbe be- 
gleitete das Schiff nur bis nach 17,6° S-Br in 34,8° W-Lg. Als sich dasselbe 
am 13. Mai in der Nähe dieses Punktes befand, veränderte sich dort der schwach 
gewordene Wind nach NE, und indem derselbe die Drehung nach links fort- 
setzte, wurde seine Richtung bald wieder eine südöstliche. Später folgte noch 
ein anderer in ganz ähnlicher Weise verlaufender Rundlauf des Windes nach 
links, auf den ebenfalls wieder östlicher Wind folgte. Westliche Winde, die 
dann auch an einem Tage heftig stürmten, wurden südlich von 28,5° S-Br an- 
getroffen. Dieselben wehten nicht selten aus raumer Richtung und hielten fast 
ununterbrochen an bis zu dem am 4. Juni in 64,3° W-Lg überschrittenen Parallel 
von 50° S. Der 4. Juni war der 30. bis dahin in südlicher Breite zugebrachte 
Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 30,4° W-Lg am 9. Mai, 
20° S-Br in 37,5° W-Lg am 14. Mai, 30° S-Br in 43,8° W-Lg am 21. Mai und 
40° S-Br in 46° W-Lg am 26. Mai gekreuzt. Der Mitsegler „Papa“ war nach 
20° S-Br in 30,8° W-Ly am 14. Mai gelangt, und „Gerd Heye“ hatte diesen 
Parallel in 32,4° W-Lg am 21. Mai überschritten. Am Mittage des 4. Juni war 
der Schiffsort von „Adelaide“ in 49,9° S-Br und 64,3° W-Lg, derjenige vom 
„Papa“ in 43,9° S-Br und 33,1° W-Lg und der des „Gerd Heye“ in 39,6° S-Br 
und 9,7° W-Lg. 
Südlich von 50° S-Br wurde „Adelaide“ zunächst mehrere Tage durch 
stürmische Südwinde zurückgehalten, und fast nicht weniger hindernd wirkten 
die auf diese folgenden, ganz schwachen, von Stillen unterbrochenen, östlichen 
Winde. | Bei frischem Westwinde wurde am 9. Juni das Kap St. John umsegelt. 
Südlich von: Staaten-Land veränderte sich der Wind nach nördlicher Richtung, 
dem Schiffe dadurch eine erwünschte Gelegenheit gewährend, nach Westen hin 
vorzurücken. Die Länge des Kap Horn wurde in 56,5° S-Br schon am 10, Juni 
überschritten, und da man westlich von derselben, an mehreren Tagen sogar 
durch NNE-Wind begünstigt wurde, konnte „Adelaide“ bis zum 17. Juni nach 
54° S-Br in 82,8° W-Lg vorrücken. In geringer Entfernung von diesem Punkte, 
wo ein niedrigster Barometerstand von 740,2 mm beobachtet wurde, endete der 
Westwind in Stille. Auf diese folgte dann bald der erste während dieser Kap 
Horn-Umsegelung beobachtete SW-Wind. Bei demselben wurde ein Nordkurs 
gesteuert. und in rascher Fahrt der am 18. Juni in 84,5° W-Lg überschrittene 
Parallel von 50° S erreicht. Um zu demselben von derselben Breite im Atlan- 
tischen Ocean zu gelangen, waren 14 Tage erforderlich gewesen. Nennens- 
werthe Stürme waren während dieser Zeit nicht angetroffen worden. Seit die 
Ostspitze von Staaten-Land umsegelt worden war, hatte man nur an zwei Wachen 
Wind von: der Stärke 8 beobachtet. Dagegen waren schwache Winde von der 
Stärke 1 nicht selten gewesen. In einem Falle hatte Windstille geherrscht, und 
kurze Zeit, bevor dieselbe begann, als der Luftdruck jenen schon an anderer 
Stelle erwähnten niedrigsten Stand erreicht hatte, war: wiederholtes Blitzen 
beobachtet worden. 
Nördlich von 50° S-Br im Grofsen Ocean fand „Adelaide“ zunächst wieder 
nordwestliche Winde. Nachdem 45° S-Br überschritten worden war, nahm der 
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