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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

410 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., März 1885. 
mania“ in 50° S-Br und 64° W-Lg. Auf dem Wege zu diesem Punkte hatte 
die Bark: 10° S-Br in 31,8° W-Lg am 6. November, 20° S-Br in 34,5° W-Lg 
am 10. November, 30° S-Br in 43,3° W-Lg am 14. November und 40° S-Br in 
52,8° W-Lg am 21. November überschritten. 
Bei kräftigem Westwinde umsegelte „Germania“ am 30. November die 
Ostspitze von Staaten-Land. Da auch südlich von demselben die westlichen 
Winde noch anhielten, konnte zunächst für mehrere Tage kaum irgend ein 
Fortschritt erzielt werden. Als der Wind aber am 2. Dezember raumer lief, 
sich am 3. Dezember, bei auf 741,7 mm gesunkenem Barometerstande sogar 
durch N nach NE veränderte, konnte man rascher vorrücken und, obgleich die 
Windrichtung bald wieder eine westliche geworden war, bis zum 5. Dezember 
nach 58,3° S-Br in 71,3° W-Lg segeln. Da sich der Wind später ebenfalls 
vorherrschend im nordwestlichen Quadranten hielt, konnte die Bark, obgleich 
nennenswerthe Stürme die Fahrt nicht erschwerten, doch erst am 15. Dezember 
zu dem in 81,7° W-Lg überschrittenen Parallel von 50° S zurückkehren. Es 
waren dann 18 Tage vergangen, seit dieselbe Breite im Atlantischen Ocean 
verlassen worden war. Die Länge des Kap Horn hatte „Germania“ in 57° S-Br 
am 3. Dezember gekreuzt. 
Günstig waren die von der Bark im Grofsen Ocean nördlich von 50° 
S-Br angetroffenen Verhältnisse. Bei dem dort wehenden, raumen und kräftigon 
Westwinde segelte „Germania“ in rascher Fahrt bis zum 22, Dezember nach 
31,5° S-Br in 85,3° W-Lg. Und indem sich unweit von diesem Punkte der 
schwach gewordene Wind, bei auf 768,6 mm gestiegenem Barometerstande, durch 
S nach SSE veränderte, entstand aus ihm der langsam kräftiger werdende SE- 
Passat. Der Fortgang des Schiffes wurde dann wieder ein günstiger. Bei dem 
in der Nähe von 17° S-Br und 98° W-Lg an einem Tago gestörten Passato 
segelte „Germania“ bis zum 8. Januar 1885 zu der in 113,5° W-Lg über- 
achrittenen Linie. Die Bark hatte die zwischen 50° S-Br und letzterem Punkte 
liegende Strecke in 24 Tagen zurückgelegt und auf derselben: 40° S-Br in 
79,5° W-Lg am 19. Dezember, 30° S-Br in 86,2° W-Lg am 23. Dezember, 20° 
S-Br in 95,5° W-Lg am 28. Dezember und 10° S-Br in 104,8° W-Lg am 
3. Januar gekreuzt. In aufserordentlich günstiger Weise für „Germania“ fand 
in nördlicher Breite der Uebergang vom Gebiete des SE- in das des NE-Passats 
statt. Es wurde dabei gar keine Mallung beobachtet. Bei regnerischem Wetter 
veränderte sich der schwach gewordene Wind durch E nach NE und wurde, 
indem er rasch an Stärke zunahm, zum Passat. Von diesem geführt, segelte 
die Bark bis zum 21. Januar nach 28,2° N-Br in 132° W-Lg. Als dort das 
an Bord befindliche Barometer zerbrach, wurde mit der Führung des meteoro- 
logischen Journals eingehalten. Am 28. Januar, 114 Tage später als der Kanal 
verlassen worden war, ankerte „Germania“ auf der Rhede von San Francisco. 
Im nördlichen Theile des Grofsen Oceans hatte die Bark: 10° N-Br in 116,8° 
W-Lg am 12, Januar und 20° N-Br in 124° W-Lg am 16, Januar gekreuzt. 
Die Wärme des Meeres war in der Nähe von 5° S-Br gleich 25° C., am 
Aequator gleich 23,6° C. und unweit 8° N-Br gleich 26,9° C. gemessen worden. 
Auf der zwischen 0,5° S-Br und 3,8° N-Br liegenden Strecke sah sich die Bark 
in 48 Stunden 86 Sm nach Westen hin vertrieben. 
Reise des eisernen Bremer Vollschiffes „Adelaide“, Kapt. J. Seedorf. 
Am 1. April 1884 befand sich das mit 1800 Tonnen Anthracitkohlen 
beladene, auf einer Reise von Swansea nach San Francisco begriffene Vollschiff 
„Adelaide“ in der Nähe von 50° N-Br. Südwestliche Winde, die während der 
nächsten Tage herrschten, verhinderten anfänglich den Fortgang nach Süden in 
solcher Weise, dafs das Schiff bis zum 4. April nur nach 48° N-Br in 14° W-Lg 
vorrücken konnte. Nach dieser Zeit nahm die Reise, obgleich der Wind noch 
vorherrschend westlich blieb, einen etwas rascheren Verlauf. Unweit von 28,5° 
N-Br in 20,5° W-Lg nahm der Wind am 14. April nordöstliche Richtung an, 
and schien es dann, als ob der Passat damit erreicht sei. Nachdem „Adelaide“ 
aber nach 23° N-Br vorgerückt war, nahm der nordöstliche Wind bis zum ganz 
leisen Zuge ab, und später folgten mehrere Tage, an denen leichter westlicher 
Zug herrschte. Südlich von 18° N-Br fand man später noch wieder an mehreren 
Tagen frischen Passat, doch trat derselbe auch dort wenig beständig auf. Die 
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