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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., März 1885. 409 
kurze Zeit anhaltende Gelegenheit. Der Wind veränderte sich bald wieder 
nach West und wurde später auch wieder stücmisch. Einen orkanartigen Sturm 
aus W überstand „Oscar“ am 3. Dezember in der Nähe von 55° S-Br und 
80° W-Lg. Derselbe begann aus NE, erreichte aus dieser Richtung die 
Stärke 9 und’ veränderte sich, nachdem der Luftdruck mit 722,8 mm seinen 
niedrigsten Stand erreicht hatte, nach WNW. Aus WNW wehte der Sturm 
dann für mehrere Wachen, während das Barometer schon im raschen Steigen 
begriffen war, orkanartig. Nachdem die auf diesen Sturm folgenden nördlichen 
und nordwestlichen Winde die Zurücklegung der letzten Strecke bis zum 
Parallel von 50° Süd noch sehr verzögert hatten, kehrte „Oscar“ schlielslich 
am 8. Dezember zurück zu der in 81,3° W-Lg überschrittenen Breite von 
50° Süd. Es waren damals 24 Tage vergangen, seit man dieselbe Breite im 
Atlantischen Ocean verlassen hatte. ; 
Im Grofsen Ocean wurde die Bark zunächst auch noch für mehrere Tage 
durch nordwestliche Winde und Stille zurückgehalten. Am 10, Dezember nahm 
der Westwind aber raumere Richtung an, und wurde infolge dessen der Verlauf 
der Reise ein mehr befriedigender. Nördlich von 40° S-Br in 77,4° W-Lg, 
wohin man am 13. Dezember gelangte, herrschte ein frischer beständiger Süd- 
wind, bei dem „Oscar“ bis zum 16. Dezember zur Rhede von Valparaiso segelte. 
Der 16. Dezember war der 95. seit der Abreise vom Kanal vergangene Tag, 
6. Reise der eisernen Bremer Bark „Germania“, Kapt. E. Susewind. 
Die auf einer Reise von Newcastle nach San Francisco begriffene Bark 
„Germania“ befand sich am 6. Oktober 1884 in der Nähe von Lizard. Da 
dieselbe auf ihrem Wege nach Süden zunächst keine anderen als nordöstliche 
und nordwestliche Winde antraf, nahm die Reise einen sehr befriedigenden 
Verlauf, Aus dem sich von 43° N-Br an beständig im nordöstlichen Quadranten 
haltenden Winde entstand später der Passat, ohne dafs dessen polare Grenze 
an den im Journal mitgetheilten Beobachtungen zu erkennen ist, Ein höchster 
Luftdruck von 770,0 mm wurde unweit von 32° N-Br beobachtet. . Der bis 
nach 26° N-Br hin recht kräftig wehende Passat trat südlich von diesem 
Parallel nur schwach auf, wurde in der Nähe der Kap Verde-Gruppe an zwei 
Tagen durch leichte Mallung und Stille unterbrochen und endete, als „Germania“ 
sich am 26, Oktober unweit von 8,5° N-Br in 25,5° W-Lg befand. Der schwach 
gewordene Wind veränderte sich dort durch SE nach S und nachdem eine 
mehrere Wachen anhaltende Stille geendet hatte, folgte auf diese ein unbestän- 
diger westlicher Wind. Das bei demselben mit St. B.-Halsen segelnde, von 
östlicher Strömung versetzte Schiff gelangte dann bis zum 31. Oktober nach 
4,7° N-Br und 224° W-Lg.. Nachdem hier bei dem inzwischen nach S um- 
gelaufenen Winde gewendet worden war, veränderte sich jener bald weiter 
nach links und wurde zugleich kräftiger. Die Bark segelte nun bis zum 
3. November zu der in 27,5° W-Lg überschrittenen Linie. Um zu derselben 
vom Kanal aus zu gelangen, waren 28 Tage erforderlich gewesen. Während 
dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 14,8° W-Lg am 11. Oktober, 30° N-Br in 
19,8° W-Lg am 15. Oktober, 20° N-Br in 24,7° W-Lg am 19. Oktober und 
10° N-Br in 25,6° W-Lg am 25. Oktober gekreuzt. 
Im Südatlantischen Ocean wurde „Germania“ von einem sehr kräftigen, 
beständigen Passate begünstigt. Derselbe wurde flauer, nachdem 20° S-Br 
überschritten worden war, und endete, als „Germania“ sich am 10. November 
in der Nähe von 21,3° S-Br und 35,5° W-Lg befand. Der schwache Wind 
drehte dort, bei einem höchsten Barometerstande von 767,1 mm, nach NE, um 
dann aufzufrischen und während der nächsten zwei Tage einen Rundlauf nach 
links zu vollenden. Der Luftdruck nahm während desselben bis 759,8 mm ab 
und stieg bei dem nun folgenden Ostwinde wieder bis zum Maximum von 
771,0 mm. Weitere Drehungen führte der Wind nicht aus. Nachdem sich der- 
selbe für längere Zeit im nordöstlichen Quadranten gehalten hatte, kehrte er, 
nun fast stürmisch wehend, bei auf 740 mm gesunkenem Barometerstande, durch 
SE und S nach SW zurück. Später folgten längere Zeit anhaltende Westwinde, 
bei denen sich, da sie häufig aus raumer Richtung wehten, doch noch ein 
einigermafsen befriedigender Fortgang erzielen liefs,, Am 27.. November, nur 
24 Tage später als nördliche Breite verlassen worden war, befand sich „Ger-
	        
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