408 Eingänge von meteorologischen Journalen etc, März 1885.
dem unweit von 32° N-Br abgelesenen höchsten Stande von 772,0 mm. Der
zwischen 24° und 21° N-Br an zwei Tagen nur sehr schwache Passat dehnte
sein Gebiet südwärts bis nach 9,8° N-Br in 26,8° W-Lg aus. Nachdem die
Bark in diesem Punkte am 4. Oktober den Stillengürtel betreten hatte, ver-
gingen drei Tage bei leichter Mallung und Stille, bevor es gelang, den in
7,9° N-Br und 26,2° W-Lg durchkommenden SW-Monsun wieder anzutreffen.
Bei demselben mit St.-B.-Halsen segelnd und gleichzeitig versetzt von östlicher
Strömung, segelte „Oscar“ dann bis zum 12, Oktober nach 3,3° N-Br in
19,8° W-Lg. Hier wurde bei rechtweisendem Südwinde gewendet und bis
zum 15. Oktober die Strecke zu der in 26,9° W-Lg überschrittenen Linie
zurückgelegt. Um zu derselben vom Kanal zu gelangen, waren 33 Tage
erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 14,8° W-Lg
am 17. September, 30° N-Br in 20,3° W-Lg am 24, September, 20° N-Br in
25,6° W-Lg am 29. September und 10° N-Br in 26,7° W-Lg am 4. Oktober
vekreuzt. Am 12. September hatte sich „Oscar“ in Sicht von der auf einer
Reise nach Wilmington begriffenen Rostocker Bark „Godeffroy“ befunden.
Dieses ebenfalls für das Passatgebiet steuernde Schiff stand am Mittag des
22, September, an welchem Tage sich bei beiden Schiffen der NE-Passat ein-
stellte, in 35,4° N-Br und 19,5° W-Lg, während „Oscar“ gleichzeitig in 35,4°
N-Br und 17,7° W-Lg war. Zur Zeit, als „Oscar“ die nördliche Halbkugel
verlief, war der durch die im Passatgebiet angetroffenen Verhältnisse sehr
zurückgehaltene „Godefroy“ bis nach 22,7° N-Br in 52° W-Lg vorgerückt.
Im Südatlantischen Ocean fand „Oscar“ frischen, beständigen Passat, der
schon unweit von 8° S-Br eine nördlich von E liegende Richtung annahm und
dessen südliche Grenze am 22. Oktober in etwa 17,5° S-Br und 35,8° W-Lg
zu liegen schien, Als sich dort der kräftige Wind nach NE veränderte, hatte
das Barometer einen höchsten Stand von 765,8 mm erreicht. Südlich vom
Passatgebiet konnte der dort von frischem NE-Winde begünstigte „Oscar“
zunächst noch für mehrere Tage einen recht befriedigenden Fortschritt erzielen.
Als die Windrichtung am 27, Oktober, in der Nähe von 28,5° S-Br und 44,5°
W-Lg, eine nordwestliche wurde, nahm die Windstärke auch bald bis zum
ganz leisen Zuge ab. Dieselbe veränderte sich dann rasch wieder durch S
nach SE zurück. Später hielt sich der inzwischen kräftiger gewordene Wind
wieder für mehrere Tage im östlichen Halbkreise. Am 31. Oktober drehte der
Wind, in geringer Entfernung von 33° S-Br in 51° W-Lg, abermals durch N
nach W und SW. Die Stärke des südwestlichen Windes wurde dann noch an
demselben Tage eine stürmische. In allen diesen seinen Bewegungen nach
links war der Wind in jedem Falle von entsprechenden Luftdruckschwankungen
begleitet worden. Der eben erwähnte stürmische SW-Wind wehte bei
zunehmendem Barometerstande. Es stieg dort der Luftdruck in 48 Stunden
von 757,8 mm auf 769,0 mm. Als dieser höchste Stand abgelesen wurde, wehte
der Wind sehon wieder aus NE, und es folgten aufs Neue mehrere Tage des
befriedigenden Fortschrittes des Schiffes nach SW. Südlich von 40° S-Br, wo
die Richtung des Windes auch meistens eine günstige, war die Windstärke oft
eine solch geringe, dafs der Fortgang des Schiffes dadurch sehr beeinträchtigt
wurde. Am 14. November, 30 Tage später als nördliche Breite verlassen
worden war, erreichte „Oscar“ den in 64,8° W-Lg überschrittenen Parallel von
50° Süd. Auf dem Wege zu demselben hatte man: 10° S-Br in 32,5° W-Lg
am 19. Oktober, 20° S-Br in 37,2° W-Lg am 23. Oktober, 30° S-Br in 46,5°
W-Lg am 28. Oktober und 40° S-Br in 58° W-Lg am 5. November gekreuzt.
Am 18. November führte ein stürmischer NW-Wind den „Oscar“ zum
Eingange der Strafe le Maire. Als die Bark sich in derselben befand, scho[s
der Wind aus nach S, und bedurfte es dann mehrerer Gänge, um südlich frei
von der Strafse zu gelangen. Während des 19. Novembers trieb die Bark in
Stille und Mallung, am 20. November stellte sich aber ein frischer NE- Wind
ein, bei dem man noch an demselben Tage die Länge des Kap Horn in Sicht
von Land erreichte. Nachdem „Oscar“ bis zum 22, Oktober nach 57° S-Br in
70° W-Lg vorgerückt war, konnte infolge der von num an herrschenden
stürmischen Westwinde für längere Zeit kein Fortschritt mehr erzielt werden.
Erst der am 27. November beginnende, von einem niedrigsten Barometerstande
von 728,4 mm begleitete Oststurm gewährte wieder eine günstige, leider nur