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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., März 1885. 
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Aauen Briese ab und veränderte sich langsam nach rechts. Unweit von 
36,5° N-Br in 30,5° W-Lg wurde die Windrichtung am 4, Oktober recht Süd, 
und indem der Wind die Drehung noch weiter fortsetzte, wurde seine Richtung 
nach zwei Tagen eine nordwestliche. Am 6, Oktober wurde in der Nähe von 
36,5° N-Br und 35,4° W-Lg eine 24 Stunden anhaltende Windstille angetroffen, 
auf die wieder ein kräftiger Ostwind folgte. Oestliche Winde, die zwar noch 
wiederholt von westlichen Winden unterbrochen wurden, blieben auch auf dem 
übrigen Theil der Reise vorherrschend. Das Schiff konnte bei denselben in 
recht befriedigender Fahrt nach Westen hin fortschreiten. Am 18. und 
19. Oktober überstand der „J. W. Wendt“ in der Nähe von 37° N-Br und 
67° W-Lg einen ziemlich heftigen Sturm aus NW, Derselbe begann bei einem 
niedrigsten Barometerstande von 757,0 mm und wehte fast nur bei zunehmendem 
Luftdruck. Als am Tage nach dem Sturm ein schwacher Ostwind einsetzte, 
hatte das Barometer einen höchsten Stand von 775,3 mm erreicht. So wie der 
östliche Wind auffrischte, veränderte sich derselbe, indem gleichzeitig der Luft- 
druck rasch abzunehmen begann, nach rechts. Am 23. Oktober erfolgte bei 
einem unweit von 38,5° N-Br in 72,8° W-Lg beobachteten niedrigsten Baro- 
meterstande von 760,2 mm ein Ausschiefsen des Windes von SW nach NW. 
Als der Luftdruck nach demselben zu steigen begann, nahm die Stärke des, 
wie in diesem Meerestheile und zu dieser Jahreszeit so häufig, in heftigen 
Stößsen wehenden Windes noch zu. Am 24. Oktober endete der nordwestliche 
Wind in Stille, und zeigte das Barometer dann wieder auf einen höchsten Stand 
von 771,0 mm. Bei frischem SW-Winde erreichte das Schiff am 25. Oktober, 
39 Tage später als das Mittelmeer verlassen worden war, den Delaware-Flufs, 
Während der Fahrt über den Ocean war: 30° W-Lg in 36,3° N-Br am 4. Oktober, 
50° W-Lg in 36,4° N-Br am 11. Oktober, 60° W-Lg in 37° N-Br am 
15. Oktober und 70° W-Lg in 37° N-Br am 22. Oktober geschnitten worden. 
Während der drei Etmale vom 20. bis 22. Oktober, welche der „J. W. Wendt“ 
im Golf-Strom zubrachte, wurde das Schiff 159 Sm nach südöstlicher Richtung 
versetzt. Die von Stettin nach Wilmington bestimmte Rostocker Bark „Godeffroy“, 
welche sich am 12. September bei Lizard befand, die später die Passatroute 
nahm, auf welcher keine günstigen Verhältnisse angetroffen wurden, erreichte 
den Bestimmungshafen am 27. Oktober. Ein anderer Mitsegler, die auf einer 
Reise von Hamburg nach New- York begriffene Bremer Bark „Caroline“, welche 
den Kanal am 2. Oktober verliels und die später den Ocean ebenfalls über- 
schritt, indem sie sich in der Nähe von 35° N-Br hielt, gelangte zur Bai von 
New- York am 29. Oktober. 
Am 27, Dezember ging der nach Fiume zurückbestimmte „J., W. Wendt“ 
wieder vom Delaware aus in See. Auf den während der ersten Tage der Reise 
beobachteten leichten Ostwind folgte zwar bald ein westlicher Wind, doch war 
auch dieser nicht von langer Dauer. Es wurden vielmehr später noch wieder- 
holt östliche Winde angetroffen, wenn auch im Allgemeinen westliche und süd- 
liche Winde die vorherrschenden blieben. Das Schiff kreuzte: 70° W-Lg in 
38,3° N-Br am 30. Dezember, 60° W-Lg in 38,8° N-Br am 1. Januar 1885, 
50° W-Lg in 39° N-Br am 3. Januar und 30° W-Lg in 40° N-Br am 
11. Januar. Am 22. Januar, dem 26, bis dahin auf Soe zugebrachten Tage, 
erreichte „J. W. Wendt“ die Strafse von Gibraltar. Am 25, Februar ankerte 
das Schiff im Hafen von Fiume, 
5. Reise der Hamburger Bark „Oscar“, Kapt. Ch. H. Le Moult. 
Während einer Reise von Hull nach Valparaiso gelangte die Bark 
„Oscar“ am 12. September 1884 in die Nähe von Lizard. Der frische NE- 
Wind, der sie dahin führte, hielt auch im offenen Ocean noch mehrere Tage 
an. Als die Bark bei diesem sich langsam nach rechts verändernden Winde 
bis zum 14. September nach 45,4° N-Br in 12° W-Lg gesegelt hatte, nahm der- 
selbe bis zum ganz leisen Zuge ab. Auf diesen folgte nach einem Tage ein 
frischer NW-Wind und später schwache, wiederholt von Stillen unterbrochene 
östliche Winde. Am 22. September entwickelte sich aus Windstille der in 
35,3° N-Br und 17,7° W-Lg einsetzende NE-Passat, bei dem die Reise einen 
günstigeren Verlauf nahm. Das in der Nähe der polaren Passatgrenze auf 
767,6 mm zeigende Barometer stieg während der nächsten 36 Stunden bis zu 
Ann, d. Hyäar. etc., 1885, Heft VII.
	        
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