106 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., März 1885.
segler hatte die bei ihm in 10,3° N-Br und 25,1° W-Lg liegende äquatoriale
Passatgrenze schon am 15. Oktober überschritten. „Rossini“ wurde nur bis
nach 22,5° N-Br in 31,5° W-Lg von beständigem Passate begleitet. Nördlich
von diesem Punkte herrschte zunächst leichte Mallung und später noch wieder
ein längerer Ostwind. Auch der sich nördlich von 34° N-Br einstellende West-
wind war nicht von langer Dauer. Derselbe wurde wiederholt von östlichen
Winden in solcher Weise unterbrochen, dafs diese auf dem noch vorliegenden
Theil der Reise die vorherrschenden blieben. Bei frischem, am Tage vorher
durchgekommenen Westwinde erreichte „Kossint“ endlich am 28, November den
Hafen von Queenstown. Es waren damals 164 Tage seit der Abfahrt von
Akyab vergangen. Im Nordatlantischen Ocean hatte man 50 Tage zugebracht,
and dort: 10° N-Br in 24,7° W-Lg am 19. Oktober, 20° N-Br in 29,8° W-Lg
am 26. Oktober, 30° N-Br in 35,7° W-Lg am 2. November und 40° N-Br in
32,6° W-Lg am 12. November gekreuzt. Der Mitsegler „Capella“ war in Sicht
von Lizard am 12. November gelangt.
3. Reise der Stralsunder Brigg „Agnes“, Kapt, L. Segebarth,
Als die auf einer Reise nach dem Congo begriffene Brigg „Agnes“ sich
am 1. März 1884 in der Nähe von 48,5° N-Br und 13° W-Lg befand, begann
man an Bord derselben mit der Führung des meteorologischen Journals. Das
Schiff suchte von dort aus bei den während der nächsten Zeit angetroffenen
reränderlichen, meist westlichen Winden nach Süden hin vorzurücken. Als
man sich am 17. März unweit von 35,5° N-Br in 16° W-Lg befand und sich
dort der frische Wind durch N nach NNE veränderte, nahm die Reise einen
rascheren Verlauf. Es schien, als ob dieser Wind ohne weitere Störung zum
Passat werden wolle. Nachdem jedoch 28° N-Br überschritten worden war,
nahm der östliche Wind bis zum ganz leisen Zuge ab und endete nach einem
Tage in Stille. Indem sich der auf diese letztere folgende, mäfsige nordwest-
liche Wind am 23. März in etwa 25,5° N-Br und 19,8° W-Lg ebenfalls durch
N nach NNE veränderte, wurde derselbe zum Passat. „Agnes“ segelte nun bis
zum 2, April zu der in 6,5° N-Br und 14,8° W-Lg liegenden äquatorialen
Passatgrenze. Durch die südlich von derselben angetroffenen ungünstigen Ver-
hältnisse wurde die Reise des wohl nur geringe Schnelligkeit besitzenden
Schiffes in einer solchen Weise verlängert, dafs erst am 4. Mai der Aequator
in 3° O-Lg erreicht werden konnte. Die Länge des Kap Palmas wär in
3,5° N-Br am 16. April und der erste Meridian in 0,7° N-Br am 30. April
überschritten worden. In südlichor Breite, wo etwas frischere und beständigere
züdliche Briese herrschte, segelte „Agnes“ auch noch oft mit B-B.-Halsen. Es
fel auch hier schr schwer, nach Süden hin vorzurücken, Am 14. Mai Mittags
war der Schiffsort 0,9° S-Br in 5,9° O-Lg, am 17. Mai befand sich „Agnes“ in
2,3° S-Br und 2,9° O-Lg und am 23, Mai in 2,2° S-Br und 5,6° O-Lg. In
neun Tagen hatte man wenig mehr als 75 Minuten in Breite gut machen können.
Da der ganze übrige 'Reiseabschnitt in ähnlicher ungünstiger Weise zurück-
gelegt wurde, konnte erst am 23. Juni die Mündung des Congo erreicht werden.
Es waren bis dahin nicht weniger als 114 Tage seit der Abfahrt von 48,5° N-Br
vergangen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N.-Br in 16,8° W-Lg am
10. März, 30° N-Br in 19,2° W-Lg am 20. März, 20° N-Br in 19,8° W-Lg am
26. März und 10° N-Br in 17,8° W-Lg am 30. März gekreuzt. Ein Mitsegler,
die ebenfalls von Rotterdam nach Banana bestimmte Barther Brigg „Albert
Reimann“, welche den Kanal am 1. März verlassen hatte, ankerte in der Congo-
Mündung am 12. Mai. Derselbe hatte den Aequator in 0,6° O-Lg am 16. April
überschritten und sich von dort aus, später nur selten und für kurze Zeit mit
B.-B.-Halsen segelnd, dann beim Winde der Küste des in 6,5° S-Br gesichteten
Festlandes genähert.
4. Reise des Bremer Vollschiffs „J. W. Wendt“, Kapt. L. Lass.
Am 26. September 1884, 20 Tage später als Fiume verlassen worden
war, passirte der nach Philadelphia bestimmte „J. W, Wendt“ die Stralse von
Gibraltar. Der dort damals wehende kräftige Ostwind führte das Schiff in den
Dcean hinaus und begleitete es dort für längere Zeit. Nachdem man bis zum
1. Oktober in Sicht der Insel St. Maria gesegelt hatte, nahm der Ostwind zur