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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., März 1885. 
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2, Reise der Bremer Bark „Rossini“, Kapt. €. H. Albers, 
Während einer Reise von Cardiff nach Singapore überschritt die Bark 
„Rossini“ am 16, September 1883 den Parallel von 50° Nord. An demselben 
Tage verliefs auch die eiserne Hamburger, nach Sydney bestimmte Bark „Canopus“ 
den Kanal, und zwei Tage später kreuzte auch das von Cardif nach Hongkong 
segelnde Geestemündener Vollschiff „Andromeda“ jenen Breitenparallel. Am 
Mittag des 19. September befand sich „Rossini“ in 48° N-Br und 14,9° W-Lg, 
„Canopus“ in 47,4° N-Br und 9,6° W-Lg und „Andromeda* in 48,2° N-Br und 
10° W-Lg. Alle drei Schiffe verfolgten von jenem Zeitpunkte an unter ähn- 
lichen Verhältnissen, wie sie schon an anderer Stelle erwähnt worden sind, 
ihren südwärts gerichteten Kurs. Sie rückten auf demselben bis zum 27. Sep- 
tember Mittags: „Rossini“ nach 40,1° N-Br.in 16,1° W-Lg, „Canopus“ nach 
41,7° N-Br in 13,2° W-Lg und „Andromeda“ nach 40,7° N-Br in 12,9° W-Lg 
vor. Der frische, sich bei allen drei Schiffen an diesem Tage durch N ver- 
ändernde Wind wurde später zum Passat, ohne dafs eine weitere Störung be- 
obachtet wurde. Der bei „Rossini“ am 27. September mit 773,2mm abgelesene 
höchste Barometerstand nahm später für längere Zeit langsam und beständig 
ab. „Rossini“ segelte bis zum 9. Oktober zu der in 11,8° N-Br und 25,2° W-Lg 
gelegenen äquatorialen Passatgrenze. „Canopus“ erreichte dieselbe in 12,5° N-Br 
und 25,8° W-Lg am 10. Oktober und „Andromeda“ hatte dasselbe in 10,9° N-Br 
und 26° W-Lg am 8. Oktober gethan. Südlich vom Passatgebiet wurde ein 
südwestlicher Monsun nicht mehr angetroffen. Und wie es in solchem Falle 
gewöhnlich zu sein scheint, dafs dann in diesen Uebergangszeiten, vor dem Ein- 
setzen und nach dem Ende des SW-Monsuns, die Ueberschreitung des Stillen- 
gürtels sehr grofse Schwierigkeiten bietet, so beobachtete man es nun auch an 
Bord des „Rossini“, Lang anhaltende Stille und leise Mallung bewirkten, dafs 
erst am 27. Oktober der unweit von 2,8° N-Br und 24,5° W-Lg einsetzende SE- 
Passat wieder angetroffen werden konnte. Von 6° N-Br in 22,5° W-Lg an hatte 
schon ein südöstlicher Wind geherrscht, derselbe war jedoch so schwach und 
unbeständig gewesen, dafs er den Namen Passat nicht verdiente. Am 29. Oktober, 
43 Tage später als 50° N-Br verlassen worden war, ging „Rossini“ in 27° W-Lg 
von nördlicher in südliche Breite über. Während jener Zeit hatte die Bark: 
40° N-Br in» 161° W-Lg am 27. September, 30° N-Br in 21,2° W-Lg am 
2. Oktober, 20° N-Br in 24,9° W-Lg am 5, Oktober und 10° N-Br in 25,2° 
W-Lg am 12, Oktober geschnitten. Der Mitsegler „Canopus“, welcher den 
Stillengürtel in 32° N-Br und 24,3° W-Lg am 27. Oktober verlassen hatte, 
erreichte südliche Breite in 27,6° W-Lg ebenfalls am 29. Oktober. Das Voll- 
schiff „Cleopatra“ dagegen, bei dem sich der SE-Passat einstellte, als es sich 
am 21. Oktober unweit von 5,7° N-Br und 27,3° W-Lg befand, passirte die 
Linie in 323° W-Lg schon am 24, Oktober, Am Mittag des 20. Oktober hatte 
sich „Rossini“ in 5,8° N-Br und 23,6° W-Lg, „Canopus“ in 6° N-Br und 23,1° 
W-Lg und „Cleopatra“ in 6,2° N-Br und 26,9° W-Lg befunden. Nach dieser 
Zeit hatte der am westlichsten stehende Mitsegler die günstigste Gelegenheit 
angetroffen, 
Im Südatlantischen Ocean wurde „Rossini“ nur bis nach 11,5° S-Br von 
einem einigermaßen befriedigenden Passat begleitet. In der Nähe dieses 
Punktes nahm der Wind am 4. November bis zum leisen Zuge ab, und dieser 
endete kurze Zeit nachher in Stillv-. Am 6. November stellte sich wieder ein 
leichter Ostwind ein, der später nordöstliche Richtung annahm und dann auf- 
frischte. Oestlicher und nördlicher, wiederholt von Stille und leisem Zug unter- 
brochener Wind herrschte bis nach 33° S-Br hin vor. Unweit dieser Breite 
und 20° W-Lg drehte der Wind am 17. November durch N nach NNW, um 
sich für mehrere Tage im westlichen Halbkreise zu halten. Als die Bark sich 
am 21. November in der Nähe von 37° S-Br und 11° W-Lg befand, kehrte der 
ganz schwach gewordene Wind durch S nach E zurück und nahm rasch an 
Stärke zu. Als der Wind dann nach einigen Tagen durch N nach NW zurück- 
gekehrt war, erreichte „Rossini“ am 26. November bei Wind aus der letzteren 
Richtung den in 40,6° S-Br überschrittenen Meridian von Greenwich, Der 
26. November war der 28. bis dahin in südlicher Breite zugebrachte Tag. 
Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 30,8° W-Ly am 2. November.
	        
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