Ad
Die Paracel-Inseln,
Bei und innerhalb der Crescent-Gruppe fand man ein Vorherrschen
der zwischen West und NW setzenden Strömungen bis zu 2,1Sm p. h., doch
traten auch nordöstliche Strömungen bis zur Geschwindigkeit von 0,8 Sm p. h.
auf, An einem Tage wurde bei Robert-I. ein Umsetzen des westlichen Stromes
in einen nordöstlichen, fünf Stunden 20 Minuten vor Hochwasser, beobachtet.
Zwischen Lincoln-I. und Discovery-Riff, sowie rings um diese Untiefe
machte sich eine Südströmung bemerklich, während westlich von dem Riff eine
nordwestliche und zwischen demselben und Triton-I. eine südwestliche kon-
statirt wurde, Südlich von Bombay-Riff setzte der Strom stark nach Ost.
Da alle Beobachtungen während derselben Zeit des Jahres angestellt
wurden, haben dieselben auch nur für diese Zeit volle Gültigkeit. In den
anderen Monaten, namentlich in denjenigen, in welchen der Hauptstrom in der
chinesischen See seine gröfste Stärke und Stetigkeit erreicht hat, oder in denen,
in welchen der von dem SW-Monsun erzeugte schwache Strom auftritt, werden
wahrscheinlich die bei den Paracel-In, beobachteten Strömungen eine Modifikation
erleiden.
Segelanweisungen. Den bei den einzelnen Gruppen und Inseln ge-
gebenen Segelanweisungen mögen noch folgende allgemeine Angaben hinzugefügt
werden.
Das Befahren der Gewässer innerhalb der Paracel-Inseln bietet bei gutem
sichtigen Wetter keine Gefahr, ist jedoch bei stürmischem und dickem Wetter
zu vermeiden, da in letzterem Falle die Riffe und Inseln schwer zu entdecken
and auszumachen sind, und die an und für sich schon sehr unregelmäfeigen
Strömungen durch heftigen Wind in ihrer Stärke sowohl wie ihrer Richtung
stark beeinflufst werden, Bei ruhigem, klarem Wetter heben sich die Riffe
durch eine hellgrüne Farbe gegen das umliegende tiefblaue Wasser deutlich ab und
sind vom Topp aus auf eine Entfernung von einigen Seemeilen zu erkennen; die
meisten markiren auch ihre Ränder durch kleine, aus dem Wasser hervorragende
Felsstücke und machen sich durch die auf ca 2 Sm weit hörbare Brandung
bemerkbar und können selbst von den gröfsten Schiffen in nächster Nähe, auf
ca 500 m, umdampft werden. Will man seine Route durch die Paracel-Gruppe
oehmen, so vermeide man es, in die südwestlicho Ecke, zwischen Triton,
Passoo Keah, Discovery und Vuladdore-Riff zu gerathen, da hier die Passagen
eng und keine guten Marken vorhanden sind. Alle übrigen Durchfahrten können
unter der nöthigen Vorsicht benutzt werden, sowohl die südliche zwischen
Bombay-Riff und Passoo Keah als auch die zwischen dem genannten Riff und
Lincoln, ferner zwischen Lincoln und der Amphitrite-Gruppe sowie die zwischen
dieser, dem Nord-Riff und der Crescent-Gruppe. Wo möglich wähle man solche
Passagen, in denen man gute Landmarken hat, die ein stetes Orientiren ge-
statten; die besten und am weitesten sichtbaren Marken sind die Palmen auf
den Inseln Pattle, Duncan, Tree und Lincoln sowie der Pyramiden-Felsen. Zur
Ansteuerung von Norden eignet sich am besten Tree-I., von Westen die Crescent-
Gruppe, und zwar die Insel Pattle; von Süden her ist die Ansegelung schwieriger,
da Triton, die einzige Insel dieser Seite, niedrig und nicht weiter als 6 Sm zu
gehen ist,
Ankerplätze sind bei den Inseln genügend zu finden, die wichtigsten sind
bei den Einzelbeschreibungen angeführt, sie liegen jedoch alle ziemlich offen
und gewähren nur bei bestimmten Windrichtungen Schutz.