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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Navigirung an der Ostküste von Afrika etc, 
Die Mündung des Juba liegt so nahe bei Kap Bissell (Kissimayu-Bucht), 
hinter welchem sich mehrere gute geschützte Ankerplätze befinden, dafs man 
von dort aus auf festem Terrain in einigen Stunden nach Juba kommen kann. 
Ebenso würden die den Juba herunter kommenden Güter nach den Kissimayu- 
Aukerplätzen geschafft werden können, 
Die Entfernung von Juba nach der hinter der Insel Kissimayu liegenden 
Bucht beträgt, längs der Küste gemessen, nur ca 8 Sm. 
Die Ansteuerung von Juba markirt sich durch das Aufhören der Kette 
von Inseln und Klippen bei Kap Bissell aufs Deutlichste; bis dicht an die Fluls- 
mündung ist bei allmählich abnehmender Wassertiefe guter Ankergrund. 
Den Ort Juba sieht man auf ca 5 Sm Entfernung auf einem Hügel frei 
vom Walde, etwas südlich der Flußsmündung, liegen. 
Die ganze Gegend in der Nähe des Flusses ist dicht bewaldet, während 
die Berge zu beiden Seiten ziemlich kahl sind. Nach Angabe des Dolmetschers 
erkennt der Juba-Distrikt die Autorität des Sultans von Zanzibar nicht an; 
wie denn auch wegen der Ermordung von der Decken’s und seines Begleiters 
Dr. Zink in Barder seitens des damaligen Sultans absolut nichts veranlafst 
worden ist. 
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5. Brayva.’) . 
Die Küste zwischen Juba und Brava kennzeichnet sich besonders dadurch, 
dafs dieselbe im Gegensatz zu der südlich zwischen Juba und Lamu gelegenen 
völlig frei von vorliegenden Inseln und Klippen ist. Erst 10 Sm südlich von 
Brava treten wieder einige Inseln und Klippen hervor und markiren dadurch 
die Annäherung an den Hafen. 
Von den auf der Karte verzeichneten Plätzen, Lanshani, Igulu, Vogiri, 
Jua, Cascara, Abdalla, Owe, Aillaligah und Azlashir, ist, obgleich S. M, 8. 
„Gneisenau“ in nur ca 5 Sm Entfernung von der Küste bei klarem Wetter 
entlang dampfte, nichts bemerkt worden. Dieselben müssen daher entweder 
sehr unbedeutend oder, wie dies bei hiesigen Verhältnissen denkbar ist, be- 
sonders da die Karten schon sehr alt sind, bereits wieder verlassen oder zer- 
stört worden sein. 
Auf der Insel Kisiya Mnara steht ein gut erhaltener massiver Leucht- 
thurm von ca 15—20m Höhe, einer längst vergangenen Zeit angehörend und 
nicht im Gebrauch. 
Die in den Annalen 1881 gegebene Karte von Brava, welche zur An- 
steuerung benutzt wurde, ist bis auf eine Differenz in der Länge ziemlich 
richtig befunden worden. Vom Ankerplatz ist durch Peilungen die Lage der 
Punkte revidirt und festgesetzt worden, 
Das Schiff lag in 25m Wasser trotz ziemlich frischen NE-Monsuns sicher 
zu Anker, hätte auch noch erheblich näher bei der Insel Kila in geringerer 
Wassertiefe ankern können. 
Die vorliegenden Riffe werden bei Brava stets ein sicheres, wenn auch 
nicht immer trockenes Landen gestatten und dereinst, falls die kommereielle 
Wichtigkeit dies erheischt, die sicheren Grundlagen für den Bau eines guten 
Hafens abgeben. 
Die Strömung setzte etwas nach der Küste zu, etwa 1,5 bis 2 Sm in 
westsüdwestlicher Richtung, 
Brava wird zu den Zeiten des Monsunwechsels von einigen Europäischen 
Kauffahrteischiffen besucht, doch liegt der gröfste Theil der Schiffahrt in den 
Händen der einheimischen Bevölkerung. Es wohnt kein Europäer daselbst. 
Die Agenten derselben sind Araber. Der Agent des Hamburger Hauses Hansing 
schien nach dem Vali die angesehenste Person des Ortes zu sein und bewohnte 
das gröfste und beste Haus. Der vom Sultan von Zanzıbar eingesetzte Vali 
hält mit 150—200 Mann, Soldaten und Polizisten, die Herrschaft und Ordnung 
innerhalb der Stadt aufrecht. Aufserhalb der Thore ist seine und des Sultans 
Maeht zu Ende. 
1) „Africa Pilot“. Part Ill 1873. S. 389. Siehe auch Annalen 1881, S. 272.
	        
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