accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Die Paracel-Inseln. 
99 
dem Maximum der Mondsdeklination und dem Durchgange des Mondes durch 
den Aequator zurück. Es hängen demnach hier sowohl als auch in den 
übrigen Theilen der Paracels, wie weiter unten ersichtlich, die Epochen des 
gröfsten Fluthwechsels nicht von den Phasen, sondern von der Deklination des 
Mondes ab. 
Die in den Jahren 1881—1884 auf verschiedenen Inseln der Paracel- 
Gruppe vorgenommenen Pegelbeobachtungen geben folgende Resultate: 
Ort Erstes Hochwasser nach Höchstes Hochwasser Niedrigstes Hochwasser 
. Neu- und Vollmond 
Woody-I. 14./4. 1881 10h Q@p.m. 19./4. 1,23m 8 Tage nach 12./4. 0,67m 1 Tag nach 
Mondsdurch- Mondsdurch- 
gang durch gang durch 
d. Aequator d. Aequator 
25./3. 110m 7 „ » 20./3. 0,75m 2 „ 
8./4. 106m 7 „ » 1./4. 0,45m Mond im 
Aequator 
Nord-I, 20./3. 1882 10h 25m a, m, 
Lincoln-X, 4./4. 1882 10% 45% a. m. 
Drummond-I, 24./3. 1883 11h Om a, m. 
Money-I, 8./4. 1883 10h 5m a.m, 
Aus der Natur der bei den Paracel-In. auftretenden Gezeitenerscheinungen 
folgt, dafs eine Ableitung der Hafenzeiten aus einer Hochwasserbeobachtung 
am Tage vor Voll- oder Neumond ganz unzuverlässig ist, die gegebenen Zahlen 
können daher nur als allgemeiner Anhalt angesehen werden. 
Nach den spanischen Beobachtungen schreitet die Fluthwelle an der Küste 
von Luzon von Nord nach Süd, an der Küste von Annam nach französischen 
Beobachtungen dagegen von Süd nach Nord fort. 
Aus diesen in entgegengesetzten Richtungen stattfindenden Bewegungen 
mögen bei den Paracel-In, zuweilen unregelmäfsige Gezeitenbewegungen resul- 
tiren, wie z. B. bei Duncan-I, am 20./3. 1883 ein Steigen, unterbrochen durch 
dreistündigen Stillstand, von 6* a. m. bis 6* p.m. beobachtet wurde. 
Die Strömungen bei den Paracel-In. sind das Resultat der herrschenden 
Winde, namentlich der Monsune, und der Gezeiten und erscheinen daher sehr 
unregelmäfsig. Der vom NO-Monsun hervorgerufene südwestliche Strom der 
südchinesischen See tritt Anfangs Oktober auf, hält bis April an und ist stärker 
and stetiger, als der vom SW-Monsun erzeugte, welcher von Mai bis Oktober 
in ziemlich entgegengesetzter Richtung läuft. Der erstere, der seine gröfste 
Stärke von 1—1,5 Sm z. B. im Dezember und Januar erreicht, hat zwischen 
den Paracel-In. und Hinterindien im Allgemeinen eine südliche Richtung und ist 
hier kräftiger und stetiger als östlich der Inselgruppe; zwischen derselben und 
Pulo Zapata wird zuweilen auch NW—NNW-Strömung angetroffen.!) Die bei 
den Paracel-In. und innerhalb derselben beobachteten Strömungen weichen zum 
Theil sehr von denjenigen ab, welche westlich und östlich von diesem Insel- 
komplex gefunden wurden, Bei Woody und Rocky-I. wurde hauptsächlich eine 
westliche bis nordwestliche Strömung von durchschnittlich */« Sm p. h, zuweilen 
aber auch eine sehr schwache östliche Versetzung beobachtet. In der Nähe 
des Riffes fand an den Tagen von nur einmaligem Gezeitenwechsel ein Um- 
setzen des Stromes statt. Der Fluthstrom lief alsdann auf. der NW-Seite von 
Woody SW bis NW und der Ebbestrom NNO mit einer Geschwindigkeit, die 
zuweilen. 1 Sm p. h erreichte, während auf der SW-Seite der Insel der erstere 
nach SSO und der letztere nach NNW setzte. An den Tagen von zweimaligem 
Gezeitenwechsel war ein Gezeitenstrom nicht ausgeprägt, sondern erwies sich 
der Strom mehr vom Winde abhängig. Im SW der Mittel- und Südinsel der 
Amphitrite-Gruppe wurde eine stetige nordnordwestliche Strömung beob- 
achtet, Im Zappe-Kanal lief bei fallendem Wasser ein starker Nord-Strom, der 
sich am nördlichen Ausgange des Kanals nach NW wendete. Auf der Insel 
zwischen der Amphitrite-Gruppe und Lincoln-I. wurde bei S- bis SSO-Wind eine 
Stromversetzung von 0'%N 0,5Sm p. h konstatirt, während an anderen Tagen 
nördlich oder westlich von Lincoln bei denselben Winden kein Strom bemerkt 
wurde. In der Nähe von Lincoln ist eine nordwestliche Fluthströmung 
von 0,7—1 Sm p. h. und eine östliche, jedoch sehr schwache. Ebbeströmung 
beobachtet. 
N Van Heerdt, Reizen door de Chinesche Zee.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.