accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Navigirung an der Ostküste von Afrika ete, 
33 
£ 
3. Durnford-Mündung.!) 
Die Küste zwischen Lamu und dem Durnford-Flusse ist von mäfsigen 
Bergrücken ohne hervorragende Erhöhungen eingefafst, mit einer fortlaufenden 
Kette von davorliegenden Klippen und Inseln, Da keine künstlichen Land- 
marken vorhanden sind, ist es schwer, sich zu orientiren. Erst nachdem durch 
das Mittagsbesteck die Position des Schiffes genau festgelegt war, wurde Kurs 
auf die Mündung des Flusses genommen und dieselbe mit den vorliegenden 
Klippen Hoodliedges gefunden, 
Von Süden kommend, können folgende Marken zur Auffindung des 
Flusses dienen: 
Etwa 10 Sm südlich von der Mündung steht eine Gruppe von dunkel- 
gefärbten Basalt- oder Korallengesteinen ziemlich hoch am Ufer; dieselbe sieht 
aus wie die Ruine eines alten Schlosses. Ehe man die Mündung ausmachen 
kann, wird man westlich von Kap Kiembo (Foot-Spitze) zwei grofse dunkele 
Felsmassen gewahr, welche den Eindruck von zwei verfallenen Thürmen machen. 
Diese Gegenstände präsentiren sich aber vermuthlich nur, wenn man von SW 
oder Süd ansteuert, während dieselben von anderer Richtung her sich vielleicht 
gar nicht markiren. 
S.M.S. „Gneisenau“ ankerte in den Peilungen: 
Kiembo . 2.000, NSW 
Hoodledge-Südinsel . . W248 
auf 26m, grauem Sand mit Thon. 
Die Auslothung der Barre ist in der auf Tafel 13 enthaltenen Skizze 
niedergelegt. 
Bei sorgfältiger Vermessung und Auslegung einiger Bojen kann die 
Durnford-Mündung ein ausgezeichneter Hafen werden, 
Die Ufer des Flusses sind hoch und bewaldet; Anlagen in unmittelbarer 
Nähe des Ufers, bis zu welchem ausreichende Wassertiefe vorhanden ist, würden 
keine Schwierigkeiten verursachen. 
4. Juba.?) 
Der Fluß Juba, der nur durch fruchtbares Land fliefst, ist für leichte 
Boote weit ins Innere hinein schiffbar, Der Dampfer „ Welf“, welcher im Jahre 
1865 die verunglückte Expedition des Barons von der Decken führte, gelangte 
bis in die Nähe der Stadt Barder, wo er auf einem Felsen scheiterte, also 
ca 140 Sm von der Küste. Es wurder ein Versuch gemacht, mit den Kuttern 
S.M.S. „Gneisenau“ in den Flufs einzulaufen. Die Boote sollten zu Anker 
gehen und sich nacheinander, wenn angängig, rückwärts mit einer schweren 
500m Jangen Lothleine durch die Brandung führen, mit dem Bug die Brecher 
arirend. 
P Nach Verlauf von ca 2 Stunden kamen die Boote, welche, da au Land 
eine Parlamentär-Flagge gezeigt worden war, ebenfalls cine solche führten, 
zurück. Kin Passiren der Brandung war, selbst in der befohlenen Art, nicht 
ausführbar. Als die Boote vor der Barre zu Anker lagen, kamen mehrere 
Eingeborene auf mit Luft gefüllten Thierfellen durch die Brandung längsseit 
der Boote. Der Dolmetscher erfuhr von ihnen, dafs die Barre gegenwärtig 
nicht zu passiren sei und bis jetzt jedes Boot; welches dies bei Tage versucht 
hätte, gekentert wäre. Am frühen Morgen aber könne man stets gut über die 
Barre kommen. Ueber die bei Niedrigwasser befindliche Wassertiefe konnte 
keine übereinstimmende Angabe erreicht werden, — die Angaben schwankten 
zwischen 1 und 3m. Es ist aber zweifellos, dafs während der Monate März, 
April und September, Oktober — zur Zeit des Monsunwechsels — die Schwierig- 
keiten sich verringern. Die Brandung hat keine grofse Ausdehnung; man sieht 
von See aus das ganz ruhige Wasser des Flusses. Es ist zunächst nur bei 
günstiger Zeit die Richtung der tiefen Rinne zu konstatiren und durch an Land 
aufgestellte Marken zu bezeichnen, sowie vor Beginn der Brecher eine oder 
mehrere grofse Bojen zum Festmachen zu legen, um alle Schwierigkeiten sofort 
erheblich zu vermindern. 
‘) „Africa Pilot“, Part III, 1873, S. 382 
5 x S. 388, 
Ann. d. Hydr. etc, 1885, Heft VII. 
*
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.