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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Die Paracel-Inseln. 
von dem Riff dasselbe, was von dem südöstlichen hervorgehoben ist. Nach 
den Enden zu, ungefähr 1800 m von denselben entfernt, liegen die einzigen 
Erhebungen des Riffes, West-Sand und die Insel Tree. 
Der West-Sand ist oval, erstreckt sich von Nord—Süd 600m, in der 
Richtung Ost— West 400m, ist niedrig und flach, unbewachsen, jedoch stets 
über Wasser und durch den schneeweifßen Korallensand aus der Entfernung 
gut kenntlich. Ganz dicht an seiner südwestlichen Ecke liegt noch ein kleiner 
runder Sandfleck von ungefähr 100m Durchmesser. 
Die Insel Tree liegt 3'% Sm 0%/2N vom Westsande, ist kreisförmig, mit 
einem mittleren Durchmesser von 450m, und durch eine 10m hohe, 200m vom 
Östrande stehende, weit sichtbare Palme ausgezeichnet. Die südwestliche Ecke 
läuft in eine ca 150m lange Landzunge aus, an deren Nordseite sich ein kleiner 
Hafen mit 4m Tiefe für Boote und Dschunken befindet. Zu demselben führt 
von Süden her eine ca 200m breite, im Riff befindliche Rinne, die bei Niedrig- 
wasser 1!/s und 2m Tiefe hat. 
Aufserhalb der Amphitrite-Korallenriffe nehmen die Wassertiefen auf der 
Nordostseite sehr schnell zu, so dafs sie in einem Abstande von 1!/s Sm schon 
über 180m betragen, während sie nach den anderen Seiten hin allmählich 
steigen und innerhalb der Amphitrite-Gruppe 50 bis 60m selten überschreiten. 
Bis auf 300m kann man sich den Riffen von allen Seiten dreist nähern; nur 
an der Süd- und Südwestseite des südöstlichen Riffes ist gröfsere Vorsicht 
nöthig, weil sich vor diesen Theil eine mit Steinen besetzte Bank lagert, deren 
Wassertiefe mit der Entfernung vom Riff allmählich zunimmt, bis in ca 1 Sm 
Abstand eine Tiefe von 20m angetroffen wird. Die Steine erstrecken sich 
noch weiter nördlich bis zur Süd- und Mittel-Insel. Die Durchfahrten zwischen 
der nördlichen und südlichen Gruppe, sowie die schmälere zwischen den beiden 
Korallenriffen der ersteren, sind rein und für Schiffe passirbar. In der Mitte 
der ersteren findet man 50 bis 120m Wasser. Wegen des hier häufig stark 
nach Norden setzenden Stromes und der letzt erwähnten Bank halte man sich 
beim Passiren dieser Fahrstrafse mehr nach Rocky-/, hinüber. Hat man inner- 
halb der nördlichen Amphitrite-Gruppe zu Anker gelegen und will nun die 
Straße zur Ausfahrt benutzen, so halte man erst nach südwestlicher Richtung, 
bis man sicher ist, durch Strom nicht mehr auf die Bank gesetzt zu werden, 
and nehme dann erst allmählich einen südöstlichen Kurs auf. 
Der Kanal zwischen den beiden nördlichen Korallenriffen, der Zappe-Kanal, 
hat Tiefen zwischen 5 und 16m, ist daher für nicht zu grofse Schiffe passirbar. 
Jedoch sollte dies nur bei ruhigem Wetter geschehen, da schon bei einer 
Windstärke 5 von Riff zu Riff eine so hohe Brandung steht, dafs die Riffränder 
schwer zu unterscheiden sind, und aufserdem stets in dem Kanal ein starker 
meist nach Norden resp. an der Nordseite nach Nordwesten setzender Strom 
läuft. Von Norden kommend, steuere man Süd, direkt auf die Westspitze der 
Nordinsel, bis der Baum auf 7ree-Z, West peilt, worauf der mw. Kurs Sz WW 
durch den Kanal führt, 
Die jeweilige Leeseite der nördlichen Amphitrite-Gruppe bietet bei allen 
Winden geschützte Ankerplätze; besonders zu empfehlen ist der Ankerplatz 
südlich von der Nord-Insel in 20 bis 30m Wasser auf Korallen und Sand: 
Jerselbe bietet gegen alle Winde zwischen NzW bis 0SO Schutz; südlicher als 
SW von der Südspitze der Mittel-Insel sollte man der hier liegenden Steine 
wegen nicht ankern, 
Die Gezeiten. Vergleicht man die auf den Paracel-In, gemachten Gezeiten- 
beobachtungen mit den in Cochinchina, im Golf von Tongking, Hongkong und 
an der Küste von Luzon angestellten Beobachtungen, so läfst sich der Schluß 
ziehen, dafs, wie in der übrigen Chinesischen See, auch innerhalb dieser Insel- 
gruppe die 24stündige Oseillation einen grofen Einflufs auf die Gezeiten- 
erscheinungen ausübt. Wie im Golf von Tongking meistens während eines 
Tages nur ein Hoch- und Niedrigwasser eintritt, so lassen die Pegelbeobach- 
tungen bei Woody-I.*) ähnliche Erscheinungen erkennen. Die 24stündige Welle 
ist von der Deklination des Mondes, die 12stündige vom Mondsalter abhängig, 
und bleibt das Maximum und Minimum der 24stündigen Welle etwas hinter 
') Siehe auch Annalen 1882, S. 61.
	        
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