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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Kleine hydrographische Notizen. 
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während der übrige Himmel klar war. Das Schiff steuerte bei einer mäfsigen 
SW-Briese nach NNW. Plötzlich wurde nahebei in der Richtung WNW eine 
Erscheinung wahrgenommen, welche man zuerst für ein Schiff hielt, sich jedoch 
als Wasserhose erwies. Das Schiff wurde nach St-B. gelegt, so dafs die 
Nocken der Unterraaen beinahe das Wasser berührten,, der Bug wurde von 
NNW nach SSO herumgeworfen und die Segel in Fetzen zerrissen. Als der 
Wind sodann von St-B. einkam, richtete sich das Schiff auf, um sich nach der 
anderen Seite so weit überzulegen, dafs die Regeling unter Wasser war, Grofe- 
and Kreuzmast wurden im Moment weggerissen; dann wurde es mit einem Male 
yanz still, und das Schiff kam wieder in die Höhe. Nach Schätzung des 
Kapitäns dauerte das Ganze nur 2 oder 3 Minuten. Während das Schiff unter 
dem Einflufs der Wasserhose stand, zeigten sich auf allen Eisentheilen des 
Schiffes St. Elmsfeuer. 
3. Flaschenpost. a) Von S. M. S. „Nymphe“ ist am 12. Dezember 1878 
um 1% p. m, durch den Kapt.-Lieut. Rittmeier auf der Reise von Bahia nach 
Barbados in 4° 15’ 14“ N-Br und 48° 19‘ 26“ W-Lg eine Flasche über Bord 
geworfen worden; diese Flasche hat ein Eingeborener von Grand Cayman am 
9. Mai. 1884 an der SW-Küste der Insel, in der sogenannten West Bay, auf- 
gefunden, Der in der Flasche enthaltene Zettel wurde durch Vermittelung des 
Herrn A, W, Brenner in Grand Cayman und des Kaiserlich Deutschen Kon- 
sulats zu New-Orleans eingesandt. Die Flasche hat nach den Angaben des 
Zettels und nach den bekannten Voraussetzungen, die aber hier wohl schwerlich 
zutreffen, in 1975 Tagen (5'/s Jahr) einen Weg von 2067 Sm in der Richtung 
rw. N65°4‘W zurückgelegt. 
b) Von S.M.S. „Nymphe“ ist am 12. Dezember 1884 um 12" Mittags 
durch den Korv.-Kapt. von Reiche auf der Reise von Demerara nach Dominica 
in 11° 19’ 11“ N-Br und 58° 1‘ 42“ W-Lg eine mit Sand beschwerte Flasche 
über Bord geworfen worden; diese Flasche ist, an der Küste in tiefem Wasser 
schwimmend, von dem Lotsen Me. Geil aus Belize am 6. April d. J. ’um 
2 25° p.m. in 17° 16‘ N-Br und 87° 40‘ W-Lg aufgefischt und der darin 
befindliche Zettel durch Vermittelung des Führers des im Hafen von Belize 
liegenden deutschen Schiffes „/nverallen“, Kapt. Joh. Schultz, eingesandt 
worden. Die Flasche hat hiernach in 112,1 Tagen einen Weg von ca 1769 Sm 
in der Richtung rw. N 78° 22‘ W zurückgelegt, mithin ca 15%4 Sm den Tag, 
ec) (D. S.) Durch Vermittelung des Deutschen Konsulats in Rio Grande 
do Sul (Brasilien) .und des Lotsenkommandeurs der Station bei der dortigen 
Barre ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von dem 
deutschen Schoner „Adler“, Kapt. C. Schoemaker, auf der Reise von Genua 
nach Amapala (Westküste von Central-Amerika) am 25. Januar 1885 auf 
32° 0‘ S-Br und 46° 5’ W-Lg über Bord geworfen und am 13, April 1885 an 
der Küste von Brasilien bei der Barre von Rio Grande do Sul in ungefähr 
32° 7‘ S-Br und 52° 4‘ W-Lg durch einen Lotsen aufgefunden wurde. . 
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 78 Tagen etwa 
300 Sm nach W!/sS zurückgelegt. 
d) (D.S.) Der Seewarte ist ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher 
son dem deutschen Dampfer „Kronprinz Friedrich Wilhelm“, Kapt. D. Köhlen- 
beck, auf der Reise von Montevideo nach Bremen am 23, März 1885 auf 
9° 34’ S-Br und 33° 18‘ W-Lg über Bord geworfen und am 4, April 1885 an 
der Küste von Brasilien bei Praia Ponta de Campina, 9 Sm nördlich von dem 
Kap Branco und eben südlich der Mündung des Parahyba-Flusses, auf etwa 
7° 0‘ S-Br und 34° 49‘ W-Lg, durch den Fischer Thomaz aufgefunden wurde, 
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 12 Tagen 
178 Sm nach NNW*%/4W zurückgelegt. 
e) (D.S.) Durch Vermittelung des Deutschen Konsulats in Maceio (Brasilien) 
ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von dem deutschen 
Dampfer „Argentina“, Kapitän Chr. Boie, auf der Reise von Lissabon nach 
Bahia am 7. April 1885 auf 10° 24‘ S-Br und 35° 832‘ W-Lg über Bord ge- 
worfen und am 14. April 1885 an.der Küste von Brasilien; auf der Barre vor 
der Mündung des Flusses San Miguel, in etwa 9° 50' S-Br und 35° 49‘ W-Lg 
durch den Fischer Cupertino aufgefunden wurde.
	        
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