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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Kleine hydrographische Notizen. 
Kleine hydrographische Notizen.) 
1. Ansegelung der Rhede von Benkoelen. Westküste von 
Sumatra. („Hydrographische Nachricht“ No. 17/93, Pola 1885.) Der Kom- 
mandant des östr.-ung. Knbt. „Nautilus“, Korv.-Kapt. Carl Spetzler, hat 
Nachstehendes über die Ansegelung der Rhede von Benkoelen berichtet: 
Das Ansegeln der Rhede von Benkoelen?) ist durch die davor liegende 
Insel Poeloe Tikoes (Rat oder Rotten)?) ein sehr leichtes. Schon auf einer 
Entfernung von 12 bis 15 Sm sichtet man die in einer kleinen Gruppe stehenden 
sechs ca 24m hohen schlanken Kokospalmen der Insel. Erst beim Näherkommen 
hebt sich der auf der Br. Adm.-Karte No. 2761 (X: 2) nicht verzeichnete, 
sa 314m hohe Berg Boengkoe (Sugar Loaf) als gute Landmarke von den hinter- 
liegenden Küstenbergen Sumatra’s ab. 
Nach der niederländischen Karte „Reede van Bengkoelen“ liegt dieser 
Berg, in: 
3° 35‘ 0“ S-Br 
102° 23‘ 12“ O-Lg. 
Ein weiteres charakteristisches Zeichen der Küste nördlich von Benkoelen 
ist der nur stellenweise von grünen Rasenflächen unterbrochene, abfallende 
Küstensaum mit rothem Gestein von der Deckpeilung des Berges Boengkoe mit 
dem ersten rothen Flecken, in rw. NOzO, an nach Norden fortlaufend. Die 
Mündung des Benkoelen-Flusses ist selbst in einem Abstand von 2 bis 3 Sm 
noch schwer erkennbar; aufser dem Fort Marlborough und einigen Dächern ist 
von der Stadt, von See aus, nichts zu sehen. 
Der geringe Verkehr auf der Rhede (zur Zeit der Anwesenheit des 
„Nautilus“ lagen aufser dem kleinen Lugger, der zur Verfügung des Residenten 
steht, nur ein Küstenfahrer und einige Fischerboote bei Benkoelen zu Anker) 
läßt den Mangel an weitern Hafenbauten, aufser einem festgebauten hölzernen, 
beinahe 18m langen Anlegedamm, erklären. 
Um an diesem einzigen Anlegeplatz für Boote, frei von der vorliegenden 
bei Tiefwasser stellenweise trocken fallenden Riffbarriere, anzukommen, mufs 
man, von der Rhede kommend, die Tonnen an St-B. direkt gegen das Hafen- 
feuer halten, um erst dicht unter Land nach dem Dammkopf zu steuern. Die 
Wassertiefen an demselben sind bei Niedrigwasser kaum 0,9m; bei sehr frischem 
NW-Winde ist der Verkehr mit dem Lande unterbrochen. 
Trinkwasser wird aus einer Cisterne, ca 1,1 Kabllg. vom Anlegeplatz, in 
Wasserfässern oder Eimern geholt. Kohlen sind nicht vorräthig. Der „Nautilus“ 
erhielt durch den Residenten 6 Tons inländischer Versuchskohle. Frische Lebens- 
mittel und Obst sind in genügender Menge zu haben; Trockenproviant nur wenig. 
Zweimal im Monat berührt ein Dampfer der niederländisch-indischen 
Dampfschiffahrts-Gesellschaft Benkoelen; derselbe besorgt den Verkehr zwischen 
Padang und Batavia. 
Die Hafenpolizei wird durch den Hafenmeister ausgeübt. 
Die klimatischen Verhältnisse werden als sehr gesund geschildert. Kurz 
andauernde Gewitterregen, selten von Windböen begleitet, sind in den Monaten 
Januar und Februar häufig. Nach dem starken Regen des 28. Januar d. J. 
wurde eine ziemlich starke Stauung aus dem Benkoelen-Flusse, welche viel 
Treibholz mit sich führte, wahrgenommen. 
| 2. Eine Wasserhose im Nordatlantischen Ocean. Die deutsche 
Bark „Ceylon“ wurde am 10. April d. J. in 31° N-Br und 71° W-Lg von einer 
Wasserhose betroffen, welche nach einer von dem Hydrographischen Amte zu 
Washington auf der „Pilot Chart of the North Atlantic Ocean pro Mai 1885“ 
veröffentlichten Notiz dem Schiffe Grofs- und Kreuzmast dicht über Deck brach. 
Am Abend wurden zwei entfernte Gewitter am Himmel bemerkt; alle Segel, 
mit Ausnahme der gerefften unteren Marssegel, wurden festgemacht. Gegen 
Mitternacht zeigte sich eine niedrige Wolke ungefähr 5° über dem Horizont, 
1) Die mit (D. $.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet. 
3) Vgl. Findlay’s „Indian Ocean Directory“ 1882, pag. 1216. 
3) Vgl. „Nachr. f. Seef.“ 1885, No. 7835,
	        
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