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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

370 Eingänge von meteorologischen Journalen etc, Februar 1884. 
die Bark bis nach 27° S-Br in 88,7° O-Lg. In geringer Entfernung von diesem 
Punkte veränderte sich der seit mehreren Tagen kräftig wehende, nun fast 
stürmisch auftretende Wind nach NE. Dieses Vorgehen bezeichnete das Er- 
reichen der polaren Passatgrenze, Südlich von derselben nahm der Wind zwar 
oald westliche Richtung an, doch kehrte er bald nach dem östlichen Halbkreise 
zurück, um sich für verhältnifsmäfsig lange Zeit in demselben zu halten. Erst 
anweit von 39,6° S-Br in 101° O-Lg drehte der Wind am 14. Mai zum zweiten 
Male durch N nach NNW. Indem die Windrichtung nun für längere Zeit eine 
westliche blieb, die Windstärke nicht selten eine stürmische wurde, nahm die 
Reise einen recht befriedigenden Verlauf. Die längste Störung wurde durch 
die zu wiederholten Malen zum Beidrehen zwingenden Weststürme verursacht. 
„Okeia“ berührte als südlichsten Punkt 49° S-Br in 160° O-Lg am 30. Mai 
und rückte, fast ohne andere als westliche Winde angetroffen zu haben, bis zum 
14. Juli nach 35,8° S-Br in 80,5° W-Lg vor. In geringer Entfernung von 
liesem Punkte veränderte sich der fast stürmisch wehende Wind durch Süd nach 
SE. Während der letzten Tage der Reise beobachtete „Okeia“ noch wieder 
westliche Winde und bei solchem Winde erreichte die Bark auch am 20. Juli 
den Hafen von Valparaiso., Um zu demselben von Rangoon aus zu gelangen, 
waren 124 Tage erforderlich gewesen, Während dieser Zeit hatte man: 
10° S-Br in 97,7° O-Lg am 17. April, 20° S-Br in 92° O-Lg am 26. April, 
30° S-Br in 91,3° O-Lg am 3, Mai, 40° S-Br in 104° O-Lg am 14. Mai und 
zum zweiten Male 40° S-Br in 123° W-Lg am 26, Juni; wie 90° O-Lg in 
28,5° S-Br am 2. Mai, 120° O-Lg in 42,2° S-Br am 19. Mai, 150° O-Lg in 
147,8° S-Br am 27. Mai, 180° Länge in 47° S-Br am 4. Juni, 150° W-Lg in 
43,4° S-Br am 12. Juni, 120° W-Lg in 39,2° S-Br am 27, Juni und 90° W-Lg 
in 36,7° S-Br am 11. Juli geschnitten, 
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats März 1885 
in Nordamerika und Centraleuropa. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington 
and der von der Deutschen Seewarte bearbeiteten Uebersicht der Witterung 
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats 
März 1885 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber. 
Centraleuropa. 
1. Der wechselreiche Charakter der 
Luftdruckvertheilung, wie er im März 
sehr häufig ist: in allen Theilen 
Europa’s kamen mäfsig tiefe baro- 
metrische Depressionen vor, doch waren 
dieselben am häufigsten in Nordeuropa. 
Am 9. bis 15. lagerte über Grofß- 
britannien ein barometrisches Maximum. 
2. Ein allgemein, besonders aber 
von Texas bis Vancouver-Insel sehr 
bohes Monatsmittel des Luftdrucks und 
ein winterlicher Charakter der Ver- 
theilung desselben mit Maximum am 
Felsengebirge. Die monatliche Baro- 
meterschwankung war, wie gewöhnlich, 
am gröfsten in Dakota und Maine. 
2. Ein mittlerer Barometerstand, 
welcher um */a-—2'/2mm den normalen 
übertraf (am meisten im Westen); die 
Monatsschwankung des Barometers 
war im nordwestlichen Deutschland 
stwas kleiner, im südwestlichen etwas 
gröfser, als die normale.
	        
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