368 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Februar 1885,
befand, veränderte sich der seit kurzer Zeit schwach gewordene Wind durch
S nach SW und nahm dann bis zum ganz leisen Zuge ab. Später herrschten
jedoch noch wieder lange Zeit anhaltende Ostwinde. Westwinde, die indessen
auch noch wiederholt von Ostwinden unterbrochen wurden, stellten sich nördlich
von 38° N-Br ein. Man vollendete bei denselben den noch übrigen Theil des
Weges zum Kanal und gelangte am 26. Januar in die Nähe von Lizard, Der
26, Januar war der 156. seit der Abreise von Hongkong vergangene Tag. Im
Nordatlantischen Ozean hatte man 48 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in
25,7° W-Lg am 19. Dezember, 20° N-Br in 28,8° W-Lg am 24. Dezember,
30° N-Br in 32,3° W-Lg am 31. Dezember und 40° N-Br in 23,5° W-Lg am
17. Januar gekreuzt. Der Mitsegler „Papa“ gelangte in Sicht von Lizard am
24. Januar. Am Mittage des 24, Dezember hatte sich „Marie Louise“ in 19,7°
N-Br und 29° W-Lg und „Papa“ in 19,5° N-Br und 29,4° W-Lg befunden.
Die letztere Bark war der ersteren an Schnelligkeit augenscheinlich weit
überlegen. Auf von beiden Schiffen an diesem Tage gut gemachten NO-Kurse
iegte „Marie Louise“ 148 Sm, „Papa“ dagegen 196 Sm zurück,
17. Reise der eisernen Altonaer Bark „Ukeia‘, Kapt. H. W. B. Nissen,
Die auf einer Reise von Hamburg nach Hongkong begriffene Bark „Okeia“
befand sich am 1. August 1883 in der Nähe von Lizard. Dieselbe segelte von
dort bei sich meist in östlicher Richtung haltendem Winde bis zum 7. August
nach 41° N-Br. Südlich von diesem Parallel beobachtete man zunächst an
einem Tage leisen Zug und Stille und danach schwache, sich meist in westlicher
Richtung haltende Briese. Indem der leichte Wind sich am 13. August in der
Nähe von 32,8° N-Br und 204° W-Lg von NNW durch N nach NNE ver-
änderte, entstand aus demselben der NE-Passat. Kurze Zeit, nachdem derselbe
durchgekommen war, hatte das Barometer einen höchsten Stand von 768,6 mm
arreicht. Der bis nach 22,5° N-Br hin recht kräftig wehende Passat trat
züdlich von dieser Breite nur schwach auf und endete, als die Bark sich am
21. August unweit von 15° N-Br in 26,7° W-Lg befand. Durch die unfern
von diesem Punkte beginnende leichte Mallung wurde „Okeia“ zwei Tage zurück-
gehalten. Am 23. August gelang es, den in der Nähe von 14° N-Br und 26,5°
W-Lg leise einsetzenden, später jedoch kräftig und beständig wehenden SW-
Monsun zu erreichen, bei dem mit St.-B.-Halsen gesegelt wurde. Gleichzeitig
dabei versetzt von einer beständigen, etwa 1 Kn starken Ostströmung, segelte
„Okeia“ nun bis zum 30. August nach 1,9° N-Br in 13,8° W-Lg. Nachdem
in dieser ungewöhnlich östlich gelegenen Position gewendet worden war, rückte
die Bark bis zum 1. September zu dem in 18,8° W-Lg überschrittenen Aequator
vor. Um zu demselben vom Kanal aus zu gelangen, waren 31 Tage erforderlich
gewesen. 40° N-Br hatte man in 17,8° W-Lg am 8. August, 30° N-Br in
21,5° W-Lg am 14. August, 20° N-Br in 25,5° W-Lg am 19. August und
L0° N-Br in 25° W-Lg am 25. August gekreuzt. Das auf einer Reise von
New- York nach Shanghai begriffene Bremer Vollschiff „Stephan“, welches am
22. Juli in See gegangen war, erreichte südliche Breite in 22° W-Lg ebenfalls
am 1. September. Noch ein anderer Mitsogler, der nach Guayaquil bestimmte
Hamburger Schoner „Irene“, der den Kanal am 3. August verlassen hatte,
passirte die Linie in 28,4° W-Lg am 9. September. Am 21. August Mittags,
an welchem Tage der Passat bei „Okeia“ wie bei „Stephan“ endete, befand
sich die Bark in 14,8° N-Br und 26,7° W-Lg, das Vollschiff in 12,1° N-Br und
33,3° W-Lg und der Schoner in 21,8° N-Br und 26,5° W-Lg. Etwa 5 Stunden
früker als „Okeia“ am 30. August in 1,9° N-Br und 13,8° W-Lg wendete,
hatte dasselbe der in 2,1° N-Br und 16,1° W-Lg stehende „Stephan“ gethan.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Okeia“ von frischem, beständigem
Passate begünstigt. Derselbe wurde schwächer, nachdem 25° S-Br überschritten
worden war, und endete, als die Bark sich am 12. September in der Nähe von
26,5° S-Br und 29,8° W-Lg befand. Unweit dieses Punktes drehte der flaue
Wind bei einem höchsten Barometerstande von 769,4 mm nach NE und bald
darauf wieder durch N nach W. Nachdem sich der Wind nun für verhältnifs-
mäfsig lange Zeit in westlicher und südlicher Richtung gehalten hatte, vollendete
er noch eine weitere unregelmäfsige Drehung durch den östlichen Halbkreis.
Nicht weit von 36° S-Br in 165° W-Lg entfernt, wurde die Richtung des