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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge, von meteorologischen Journalen etc,, Februar 1885. 367 
sich abermals. lang anhaltende leichte westliche und südliche Mallung wie 
Stille ein. Bei derselben liefs sich nur ein solch langsamer Fortgang erzielen, 
dafs erst am 30. September der Aequator in 107,8° O-Lg überschritten werden 
konnte. Auf dem Wege zu demselben hatte man: 15° N-Br in 114,1° O-Lg 
am 4. September, 10° N-Br in 112° O-Lg am 8. September und 5° N-Br in 
112° O-Lg am 16. September gekreuzt. 
Der mäßige SE-Wind, bei dem „Marie Louise“ nördliche Breite verliefs, 
herrschte auch südlich der Linie vor. Man durchsegelte bei demselben am 
4. Oktober die Gaspar-Stralse, später auch die Sunda-See und erreichte am 
6. Oktober die Sunda-Strafßse. Am 7. October, 45 Tage später als Hongkong 
verlassen worden war, befand sich die Bark südlich und frei von der letzteren 
Straße im Indischen Ocean. Die ebenfalls von Hongkong kommende Hamburger 
Bark „Papa“, welche am 16. September in See gegangen war, befand sich in 
Sicht von Krakatoa am 17. Oktober. Im Indischen Ocean nahm die Reise von 
„Marie Lowise“ für längere Zeit einen recht günstigen Verlauf, Kine durch 
Abschwächen des frischen Passatwindes zur flauen Briese verursachte Störung 
fand am 18. und 19. Oktober zwischen 20 und 21° S-Br statt. Der Passat 
faßste später aber wieder kräftig durch, um, wenn auch in nicht sehr beständiger 
Weise noch für längere Zeit anzuhalten. Die polare Passatgrenze schien am 
26. Oktober in der Nähe von 23,5° S-Br und 33° O-Lg zu liegen. Als dort 
der kräftige Wind sich am 26. Oktober nach NE veränderte, zeigte das Baro- 
meter auf 764,5 mm. In der Nähe von 23,5° S-Br und 59° O-Lg war zwei 
Tage vorher ein höchster Stand von 769,3 mm beobachtet worden, Gleich süd- 
lich vom Passatgebiet führte der Wind eine rasch verlaufende Drehung nach 
links aus, nach welcher sich derselbe wieder für längere Zeit im östlichen Halb- 
kreise hielt. Später folgten noch‘ zwei weitere Rundläufe des Windes. Nach 
der letzten, am 9. November unweit von 35° S-Br in 23° O-Lg stattfindenden 
Windveränderung durch N nach W folgten mehrere Tage des kräftigen West- 
windes. Am 12. November kehrte der schwach gewordene Wind durch S nach 
SE zurück und nachdem er bald kräftiger geworden war, konnte man bei ihm 
noch an demselben Tage den Meridian des Kap der Guten Hoffnung über- 
schreiten. Bei im Atlantischen Ocean wieder angetroffenem Westwinde erreichte 
„Marie Lowise“ am 16. November den in 13,1° O-Lg überschrittenen Parallel 
von 30° S. Es waren dann 13 Tage seit der Abfahrt von derselben Breite 
im Indischen Ocean : vergangen. Während der Fahrt über dieses Meer war; 
10° S-Br in 97° O-Lg am 10 Oktober, 20° S-Br in 70,5° O-Lg am 18. Oktober, 
30° S-Br in 34° O-Lg am 3. November, 90° O-Lg in 12,7° S-Br am 12, Ok- 
tober, 60° O-Lg in 23,3° S-Br am 23. Oktober und 30° O-Lg in 33,1° S-Br 
am 6. November gekreuzt worden, Der Mitsegler „Papa“ überschritt 30° S-Br 
in 14,5° O-Lg am 27. November. 
Der-westliche Wind, bei dem „Marie Lowise“ wieder nördlich von 30° 
S-Br gelangte, veränderte sich noch an demselben Tage nach S und SSE. Es 
schien dann, als ob derselbe unmittelbar zum Passat werden wolle, doch war 
dieses, da seine Richtung noch einmal wieder eine südwestliche wurde, nicht 
der Fall. Die polare Passatgrenze schien vielmehr am 18. November in der 
Nähe von 27° S-Br und 9,7° O-Lg zu liegen. Man beobachtete dort einen 
höchsten Barometerstand von 768,3 mm. Der bis nach 12,5° S-Br in befrie- 
digender Stärke, nördlich von dieser Breite aber nur schwach auftretende Passat 
führte die Bark bis zum 9. Dezember zu der in 23,4° W-Lg überschrittenen 
Linie. Um zu derselben von 30° S-Br ab zu gelangen, waren 23 Tage 
erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 20° S-Br in 0° Länge 
am 22, November und 10° S-Br in 12,8° W-Lg am 30. November gekreuzt. 
Der Mitsegler „Papa“ erreichte den Aequator in 21,8° W-Lg am 14. Dezember, 
Das Gebiet‘ des SE-Passats dehnte sich in nördlicher Breite bis nach 
3,6° N-Br in 25,2° W-Lg aus. Sehr schwierig erwies es sich für „Marie Louise*, 
den Stillengürtel zu überschreiten. Windstille und ganz leiser Zug waren in 
demselben in solchem Mafse herrschend, dafs erst. am 18. Dezember der in 
24,8° W-Lg einsetzende NE-Passat wieder angetroffen werden konnte. Der bei 
„Marie Louise“ in derselben Weise wie solche schon bei mehreren Mitseglern 
erwähnt worden ist, unweit von 16,5° N-Br fast ganz gestörte Passat begleitete 
die Bark nicht weiter als nach 21,5° N-Br in 28,5° W-Lg. Als man sich dort 
Ann. d. Hydr. ote., 1885. Hoft VL
	        
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