Eingänge. von meteorologischen Journalen etec., Februar 1885, 363
20,2° W-Lg am 20. Oktober und 10° N-Br in 19,7° W-Lg am 29. Oktober er-
reicht worden. Schon am 3. December verliefßs „Mathilde“ Lagos wieder, um
nach der Elbe zurückzukehren, Bei den auf See angetroffenen schwachen, vor-
herrschend aus westlicher oder südlicher Richtung wehenden, Winden wurde
meistens mit St-B.-Halsen gesegelt, bis man sich am 11. December in geringer
Entfernung von 2,3° N-Br in 4° O-Lg befand. Von diesem Punkte ab segelte
die Brigg bei dem von nun an fast immer aus S.wehenden Winde mi B-B.-
Halsen. Sie konnte dabei noch etwas S mit anholen und erreichte als süd-
lichsten Punkt 0,4° N-Br in 9,5° W-Lg am 21. December. Am 15. December
war in 1,6° N-Br der Meridian von Greenwich überschritten worden. Als
„Mathilde“ sich am 25. December in der Nähe von 1,8° N-Br und 21° W-Lg
befand, wurde bei dem zur Zeit wehenden frischen SE-Passat ein Nordkurs ein-
geschlagen. Auf demselben gelangte man in zwei Tagen zu der in 45° N-Br
und 21,6° W-Lg gelegenen äquatorialen Grenze des SE-Passats, Um den
Stillengürtel-zu überschreiten waren drei Tage erforderlich. Als die Brigg sich
am 30. December in der Nähe von 7,6° N-Br und 23,3 W-Lg befand, stellte
sich dort der rasch auffrischende NE-Passat ein. Derselbe dehnte sein Gebiet
bis nach 32,7° N-Br in 26,4° W-Lg aus. Als dort der Ostwind am 16. Januar
in Stille endete, zeigte das Barometer, welches unweit von 32,5° N-Br in 28,5°
W-Lg auf 773,1 mm gezeigt hatte, nur noch auf 762,4 mm. Nördlich vom
Passatgebiet wurde „Mathilde“ zunächst noch mehrere Tage durch schwache
umlaufende Winde und Stille zurückgehalten. Erst nachdem am 19, Januar
35° N-Br überschritten worden war, gelang es, westlichen Wind anzutreffen,
bei dem der letzte Reiseabschnitt in rascher Weise vollendet werden konnte,
Am 28, Januar, 56 Tage. später als Lagos verlassen worden war, gelangte
„Mathilde“. zur Mündung des Kanals. Auf dem Wege zu derselben hatte die
Brigg: 10°.N-Br in 24,5° W-Lg am 1. Januar, 20° N-Br in 28,2° W-Ly am
6. Jannar, 30° N-Br in 28,5° W-Lg am 12. Januar und 40° N-Br in 19° W-Lg
am 22, Januar gekreuzt, *
il. Reise der Bremer Bark „Johann Kepler“, Kapt. B. von Oppen.
Die auf einer Reise von Hamburg nach New -York begriffene Bark
„Johann Kepler“ befand sich am 23. August 1884, 10 Tage nach dem Antritt
der Reise, in der Nähe von Lizard. Dieselbe suchte von dort bei veränder-
lichen; meist westlichen Winden von mäfsiger Stärke nach Westen hin vorzu-
rücken. Die sich häufig ändernde Windrichtung war diesem Vorhaben weniger
hinderlich, als die unerwünscht :oft sehr geringe Windstärke. Nennenswerthe
Stürme wurden, aufser in einem Falle, nicht angetroffen. Dieser eine Fall
ereignete sich am 19. September in der Nähe von 43,5° N-Br und 54° W-Lg.
Die Bark überstand dort einen kurzen, aber sehr heftigen Sturm, in dem sich
der Wind von S durch E nach N veränderte, und welcher von einem niedrigsten
Barometerständ- von 735,8 mm, wie von heftigem Gewitter und St.. Elmsfeuer
begleitet war. Dieser Sturm wurde am selben Tage auch von dem, ebenfalls
auf der Reise nach New- York begriffenen Bremer Vollschiffe „Zda“ überstanden.
Bei diesem sich damals in der Nähe von 445° N-Br und 50° W-Lg befindenden
Schiffe erfolgte. das‘ Umlaufen des Windes von S durch W-nach N, und aus
östlicher Richtung, aus welcher „Johann Kepler“ Wind von der Stärke 11
beobachtete, fand man gar keinen Wind. Der Luftdruck erreichte bei „/da“
Binen . niedrigsten Stand von 739,3 mm, ‚Später, nachdem sich der Sturm ge-
mäfsigt hatte, wurden beide Schiffe wiederholt für ‚kurze Zeit von östlichen
Winden begünstigt. Im übrigen verlief auch der letzte Theil der Reise in
ruhiger, ereignifsloser Weise bis zu der am 2.‘ Oktober erfolgten Ankunft des
Schiffes im Bestimmungshafen, Um zu demselben vom Kanal aus zu gelangen,
waren 40 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 30° W-Lg
in 45,7° N-Br am 5 September, 50° W-Lg in 43,6° N-Br am 17. September,
60° W-Lg in 43,3° N-Br am 22, September und 70° W-Lg in 40,6° N-Br am
28. ‚September gekreuzt. Der Mitsegler „Ida“, welcher sich am 22. August bei
Lizard befunden hatte, ankerte im Hafen von New- York am 3. Oktober, .
Am ‚22, November ging der „Johann Kepler“ wieder von New- York aus in
See, um nach Triest zu segeln. Auf leichten südöstlichen Wind, bei dem die
Reise angetreten wurde, folgte nach zwei Tagen westlicher Wind. Später legte