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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

398 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Februar 1885. 
noch an demselben Tage überschritten. Im Atlantischen Ocean verursachte 
leichter Westwind noch eine abermalige Verzögerung. Indem dieser auffrischte 
and sich nach links veränderte, entstand aus ihm ein südöstlicher Wind, der 
die Bark bis zum 3. November zu dem in 9° O-Lg überschrittenen Parallel 
on 30° S führte. Seit man dieselbe Breite im Indischen Ocean verlassen hatte, 
waren 21 Tage vergangen. Während der Fahrt zur Südspitze Afrikas hatte 
„Emma Römer“: 10° S-Br in 114,5° O.Lg am 6. September, 20° S-Br in 85° 
D-Lg am 17. September, 30° S-Br in 39,6° O-Lg am 13. Oktober, 90° O-Lg 
in 18,7° S-Br am 15. September, 60° O-Lg in 24,2° S-Br am 1. Oktober und 
30° O-Lg in 32,5° S-Br am 18. Oktober überschritten. Die auf einer Reise 
von Jones Island nach Hamburg begriffene Elsflether Bark „Hugo“, welche 30° 
S-Br in 37° O-Lg am 17. Oktober gekreuzt hatte, kehrte zu demselben Parallel 
in 10,5° O-Lg am 2. November zurück, 
Im Südatlantischen Ocean traf „Zmma Römer“ ähnliche Verhältnisse an, 
wie sie im Reiseauszuge des Mitseglers „Hugo“ schon erwähnt worden sind. 
Man kreuzte: 20° S-Br in 0,5° W-Lg am 9. November und 10° S-Br in 10,9° 
W-Lg am 15. November. Am 23. November, einen Tag später als „Hugo“ es in 
24° W-Lg gethan hatte, ging „Emma Römer“ in 21° W-Lg von südlicher in 
nördliche Breite über. Zur Zurücklegung der zwischen 30° S-Br und Linie 
liegenden Strecke waren 20 Tage erforderlich gewesen. 
Der SE-Passat dehnte sein Gebiet in nördlicher Breite bis nach 5° 
N-Br in 23,7° W-Lg aus. Als „Emma Römer“ sich am 26. November in der 
Nähe dieses Punktes befand, nahm der südliche Wind bis zum ganz leisen Zuge 
ab, und es folgten dann sechs Tage der leichten Mallung. Als die Bark bei 
Jlerselben bis zum 2. Dezember nach 8,7° N-Br in 24,7° W-Lg vorgerückt war, 
setzte der NE-Passat ein, bei dem die Reise wieder einen rascheren Verlauf 
nahm. „Hugo“, der den SE-Passat in 4,6° N-Br und 27,7° W-Lg am 25. No- 
vember verloren hatte, erreichte das Gebiet des NE-Passats in 9,4° N-Br- und 
27,7° W-Lg am 3. Dezember, 
Die polare Passatgrenze schien für „EXmma Römer“ am 11. Dezember in 
der Nähe von 24,1° N-Br und 33,3° W-Lg zu liegen. Ebenso wie bei dem an 
diesem Tage in 25° N-Br und 33,9° W-Lg stehenden „Hugo“, stellte sich damals 
dei „Emma Römer“ leichte Mallung ein, auf die später noch wieder ein längere 
Zeit anhaltender, zeitweise recht kräftiger Ostwind folgte. Auch den letzten 
Theil des Weges legten beide Schiffe unter nahezu gleichen, an anderer Stelle 
hervorgehobenen Verhältnissen zurück, Am 21. Dezember, als „Emma Römer“ 
sich in Sicht von Fayal befand, sichtete „Hugo“ die Insel Corvo, und am 
7. Januar 1885, zwei Vage später als es vom Mitsegler „Hugo“ geschehen war, 
erreichte „Emma Römer“ die Mündung des Kanals. Es waren dann 124 Tage 
seit der Abreise von der Lombock-Strafse vergangen. Im Nordatlantischen 
Ocean waren 45 Tage zugebracht und: 10° N-Br in 25,6° W-Lg am 3. Dezember, 
20° N-Br in 29,8° W-Lg am 8. Dezember, 30° N-Br in 34,3° W-Lg am 15. 
Dezember und 40° N-Br in 28,5° W-Lg am 22. Dezember gekreuzt worden. 
Als „Emma Römer“ sich um 2 Uhr morgens des 22, Dezember in 39,9° N-Br 
and 28,6° W-Lg befand, verspürte man eine starke, etwa 1 bis 1'/% Minuten 
anhaltende, von einem unterseeischen Erdbeben herrührende Erschütterung des 
Schiffes. 
7. Reise der Bremer Bark „Mathias“, Kapt. Fr. Berekmann. . 
Die am 14. Mai 1884 von der Elbe aus eine Reise nach Philadelphia 
antretende Bark „Mathias“, befand sich am 19. Mai in Sicht von Fair Island. 
Dieselbe rückte von dort aus bei leichten veränderlichen Westwinden bis zum 
24. Mai nach 60,7° N-Br in 12° W-Lg vor. In der Nähe dieses Punktes stellte 
sich, folgend auf kurze Stille, ein allmählich auffrischender Ostwind ein, bei 
dem .sich für längere Zeit ein recht günstiger Fortgang erzielen liefs. Kapt. 
Berckmann verfolgte bei demselben eine, besonders in Anbetracht der später 
herrschenden meist günstigen Verhältnisse und der Jahreszeit, ungewöhnliche 
Route. Der eingehaltene Kurs war ein solch südlicher, dafs man sich am 3. Juni 
in 35,5° N-Br und 42° W-Lg befand; und indem man später den gıöfsten Theil 
der noch übrigen Länge in der Nähe dieser Breite zurücklegte, wurde schliefslich 
am 19. Juni die Mündung des Delaware-Flusses erreicht. Um zu derselben von
	        
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