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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Februar 1885. 
der zwischen 7,5° und 14° S-Br liegenden Strecke. Die polare Passatgrenze 
ist nach den im Journal angegebenen Beobachtungen kaum zu bestimmen. 
Unweit von 21,5° S-Br in 32° W-Lg veränderte sich der Wind am 12. Mai 
nach NE und während der nächsten 24 Stunden drehte er durch N nach W. 
Als später ein .abermaliger Rundlauf nach links vollendet worden war, hielt sich 
der Wind vorwiegend in hoch nördlicher oder westlicher Richtung und gewährte 
dem Schiffe eine günstige Gelegenheit zur Förderung der Reise, Bei frischem 
NNE Winde ging „Emma Römer“ am 28. Mai in 37,6° S-Br von westlicher in 
östliche Länge über. Während der 37, bis dahin in südlicher Breite zugebrachten 
Tage hatte die Bark: 10° S-Br in 29,8° W-Lg am 5. Mai, 20° S-Br in 31,9° 
W-Lg am 11. Mai und 30° S-Br in 17,8° W-Lg am 21. Mai überschritten. Der 
Mitsegler „Frieda Grampp“ hatte 20° S-Br in 36,8° W-Lg am 10; Mai und 
den Hafen von Rio de Janeiro am 18. Mai erreicht. 
Auf dem Wege zum Meridian von 80° O hielt „Emma Römer“ sich für 
längere Zeit zwischen den Parallelen von 43° und 44° S. Die dort angetroffenen 
Winde kamen vorherrschend aus westlicher Richtung, doch waren leichte Ost- 
winde, wie kurze Windstillen keine Seltenheit.. Mehrere heftige Stürme, welche 
man überstand, zwangen das Schiff doch in keinem Falle zum Beidrehen, 
Als während des am 3. Juni, in der Nähe von 40° S-Br und 20° O-Lg herr- 
schenden, von einem niedrigsten Barometerstande von 757,1 mm begleiteten, 
Weststurmes die hohe See gar zu gefahrdrohend wurde, liels Kapitain Albrand 
die Bucht einer Leine hinterm Schiffe herschleppen und fortwährend Oel ins 
Meer tröpfeln. Man fand, dafs dadurch das Brechen der Wellen verhindert 
und die Gefahr, Brechseen an Bord zu erhalten, bedeutend verringert wurde. 
Am 24, Juni, dem 27. bis dahin in östlicher Länge zugebrachten Tage, gelangte 
„Kmma Römer“ zu dem in 41° S-Br überschrittenen Meridian von 80° O. 
Auf dem Wege zum Gebiete des SE-Passats traf die Bark zunächst fast 
nur Nordwestwinde von oft unerwünscht gıofser Stärke an. Nachdem sich der 
Wind am 5, Juli in geringer Entfernung von 29° S-Br nach SW verändert hatte, 
ürehte er am nächsten Tage durch S nach SSE und wurde Passat. Die südliche 
Grenze desselben schien unweit von 26° S-Br io 109,5° O-Lg zu liegen. Man 
beobachtete dort einen Barometerstand von 767,0 mm. Bei dem bis nach 13° 
S-Br hin sehr kräftig auftretenden Passate segelte die Bark bis zum 14. Juli 
zur Allas-Strafse. Um zu derselben vom Kanale her zu gelangen, waren 115 Tage 
erforderlich gewesen, Auf dem östlich von 80° O-Lg liegenden Reiseabschnitt 
hatte man: 30° S-Br in 108,8° O-Lg am 4. Juli, 20° S-Br in 113° O-Lg am 
9. Juli und 10° S-Br in 116,8° O-Lg am 13. Juli gekreuzt. Am 24. Juli ankerte 
„Emma Römer“ auf der Rhede von Macassar, 
Nachden „Kmma Römer“ im Bestimmungshafen entlöscht und wieder 
beladen worden war, trat sie am 2. September die Rückreise nach Amsterdam 
an. Ein frischer SE-Wind führte die Bark in zwei Tagen zur Lombock-Strafse, 
und nachdem dieselbe durchsegelt worden war, wurde am 5. September der 
Indische Ocean erreicht. . Bei dem in diesem herrschenden, kräftigen und 
beständigen Passat nahm die Reise für längere Zeit einen befriedigenden Ver- 
lauf. Nachdem 22° S-Br überschritten worden war, wurde der Passat schwächer 
und als „Zmma Römer“ sich am 26. September in geringer Entfernung von 
24,5° S-Br und 64,5° O-Lg befand, endete er gänzlich. Der schwach gewordene 
Wind veränderte sich dort, bei einem in zwei Tagen von 769,0 mm auf 766,1 mm 
gzegunkenen Barometerstande, nach NE und bald nachher weiter durch N nach 
W. Später bewegte sich der Wind für längere Zeit in unregelmäfsig verlau- 
fenden Drehungen nach links, wobei die Windrichtung‘ zwar meistens eine 
günstige, die Windstärke aber oft eine sehr ungenügende war. Kräftiger durch- 
stehender SE-Wind herrschte wieder vom 8. Oktober und 26,5° S-Br in 52,5° 
O-Lg an. Man konnte bei demselben bis zum 16. Oktober nach 32,2° S-Br in 
32,5° O-Lg vorrücken, bevor dieser günstige Wind zu wehen aufhörte. Er 
endete, indem derselbe sich durch N nach W veränderte, doch wurde seine 
Richtung bald wieder eine südöstliche. Westwinde von längerer Dauer wurden 
angetroffen, nachdem man bis zum 22. Oktober nach 36,4° S-Br in 21,8°. O-Lg 
vorgerückt war, Es vergingen dann sechs Tage, in denen man nur nach 35,8° 
S-Br in 19,8° O-Lg vorrücken konnte. Nachdem der Wind am 29, Oktober 
wieder südöstliche Richtung angenommen hatte,. wurde die Länge der Kapstadt 
357
	        
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