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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge ‚vön 'meteorologischen. Journalen ete., Februar 1885. 355 
bis 2. Juli in der Nähe von 42° S-Br in 73° O-Lg herrschenden Weststurmes 
beigedreht liegen. Der Luftdruck erreichte bei demselben einen niedrigsten 
Stand von 744,0 mm. Begünstigt von kräftigem Westwinde, erreichte „Inca“ 
am 3. Juli, 23 Tage später als östliche Länge verlassen worden war, den in 
39,8° S-Br überschrittenen Meridian von 80° O. 
Oestlich ‘ von demselben nahm die Fahrt, infolge dort ‘herrschender 
SW-Winde, zunächst auch noch. einen günstigen Verlauf. Hindernd wirkten 
dagegen die am 7. Juli unweit von 35° S-Br in 92,5° O-Lg einsetzenden Ost- 
winde. . Dieselben entstanden, indem: sich der mäfige Wind durch S nach SE 
veränderte. Als derselbe die Drehung während der nächsten Tage fortsetzte, 
kehrte er durch Nord nach dem westlichen Halbkreise zurück. Nicht weit von 
32,2° S-Br in 96,8° O-Lg entfernt, stellte sich’ am 10. Juli der SE-Passat ein, 
Ganz leise beginnend, nahm derselbe bald zum frischen Winde zu, dem Schiffe 
dann für längere Zeit eine recht günstige Gelegenheit zur Förderung der Reise 
gewährend. : „Inca“ segelte bei ibm bis zum 20. Juli zur Sunda-Strafse. Es 
waren dann 101 Tage seit der Abreise vergangen. Auf dem letzten, östlich 
von 80° O-Lg liegenden Reiseabschnitt hatte die Bark: 30° S-Br in 98,6° O-Lg 
am 11. Juli, 20° S-Br in 103,5° O-Lg am 15. Juli und 10° S-Br in 105,5° O-Lg 
am 19. Juli gekreuzt. Am 7. August ankerte „Inca“ auf der Rhede von 
Soerabaya. 
Nachdem die aus Petroleum bestehende Ladung entlöscht und die Bark 
aufs Neue mit Zucker beladen worden war, trat sie am 26. September die 
Rückreise nach dem Orderhafen Lissabon an.. Sie durchsegelte die Bali-Strafse 
und erreichte am 2. Oktober den Indischen Ocean, in dem gleich der SE-Passat 
angetroffen wurde. Anfänglich nur schwach wehend, gewann derselbe. doch 
bald größere Stärke, das Schiff dann begleitend, bis es sich am 19. Oktober in 
der Nähe von 21° S-Br und 64° O-Lg befand. Der schon vorher nach NE 
umgelaufene und schwach gewordene Wind endete an diesem Tage in Stille, 
Als diese wenige Stunden geherrscht hatte, trat ein leichter Südwind an ihre 
Stelle, . der rasch kräftiger wurde und sich dann nach SE veränderte. Der in 
der Nähe der polaren Passatgrenze auf 766,0 mm zeigende Luftdruck nahm 
später bis zu dem, unweit von 24,0° S-Br in 53° O-Lg beobachteten höchsten 
Stande von 770,8 m zu. Nicht weit von 27,5° S-Br in 47° O-Lg entfernt, 
vollendete: der Wind eine sehr rasch erfolgende Drehung durch Nord und die 
westlichen Striche zurück nach Süd und SE. Zwischen 31° und 32° S-Br fand 
später noch einmal ein ähnlicher Vorgang statt. Da der Wind während dieser 
ganzen Zeit fast ununterbrochen aus östlicher Richtung wehte, nahm die Reise 
einen ganz befriedigenden Verlauf, Erst nachdem der Wind am 5. November, 
in der Nähe von 35,5° S-Br und 22° O-Lg, noch einmal durch Nord gedreht 
hatte, blieb er für längere Zeit westlich und wehte an einem Tage stürmisch. 
Begünstigt von frischem Südwinde, überschritt „Inca“ am 10. November die 
Länge der Kapstadt. Indem sich der Wind im Atlantischen Ocean langsam 
nach SE veränderte, führte er. die Bark bis zum 13. November zu dem in 
10,4° O-Lg überschrittenen Parallel von 30° S, Es waren dann 13 Tage ver- 
flossen, seit. dieselbe Breite im Indischen Ocean verlassen worden war. 
Während der Fahrt über dieses Meer hatte man 10° S-Br in 112° O-Lg am 
3. Oktober, 20° S-Br in 67,8° O-Lg am 17. Oktober, 30°.S-Br in 40° 0-Lg am 
31. Oktober, 90° O-Lg-in 14,8° S-Br am 10. Oktober, 60° O-Lg in 22,3° S-Br 
am 21. Oktober und 30° O-Lg in 33,2° S-Br am 3. November gekreuzt. Die 
auf einer Reise von Hongkong ‚nach London begriffene. Bremer Bark „Marie 
Louise“, welche die Sunda-Strafse am’ 7. Oktober verlassen hatte, gelangte zur 
Länge der Kapstadt am 12. November und nach. 30° S-Br in 13,1°.0-Lg am 
16. November. . 
Nördlich von 30° S-Br im Atlantischen Ocean, wo sich der Wind bei 
„Inca“ zunächst nach SSW veränderte, nahm derselbe bis zum leisen Zuge ab. 
Indem er später durch S nach SSE zurückdrehte und auffrischte, entstand aus 
ihm der Passat... Die südliche Grenze desselben schien am 15. November in 
etwa 27,5° -S-Br und 8° O-Lg zu liegen. . Das dort auf 766,6 mm zeigende 
Barometer stieg während der nächsten Tage ‚bis‘ zu dem, unweit von. 23° S-Br 
in 3° O-Lg beobachteten Maximum von 769,1mm. Der bis nach 9° S-Br hin 
ziemlich kräftig und beständig. wehende Passat trat nördlich von diesem Parallel
	        
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