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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

352 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Februar 1885. 
sich bald nach SE und S verändernder Ostwind, bei dem die Reise aufs Neue 
einen raschen Fortgang nahm. Wenige Meilen südlich von 50° S-Br im 
Grofsen Ocean, wo ein höchster Luftdruck von 756,7 mm beobachtet wurde, 
herrschte noch einmal wieder für wenige Stunden westlicher Zug, auf den auch 
jetzt wieder ein heftiger Ostwind folgte. Bei diesem überschritt „Parsifal“ am 
26. August, nur sieben Tage und zwei Stunden später als dieselbe Breite im 
Atlantischen Ocean verlassen worden war, den in 82,5° W-Lg berührten 
Parallel von 50° Süd. Während dieser so aufserordentlich günstigen Um- 
segelung des Kap Horn war nur für wenige Stunden Wind von der Stärke 8 
beobachtet, freilich aber auch kaum anderer, als Ostwind angetroffen worden. 
Die anf der Reise von Liverpool nach‘ Taltal begriffene Hamburger Bark 
„Pedraza“, welche sich am 12, August in 50° S-Br und 64,2° W-Lg befunden, 
am 19. August das Kap St. John umsegelt hatte, erreichte 50° S Br in 86,2° 
W-Lg erst am 28. August. Am 21. August Mittags, als „Parsifal“ sich in der 
Strafse le Maire befand, war der Schiffsort von „Pedraza“ 55,5° S-Br in 
63,7° W-Lg. Bis zum Mittag des 23. August segelte dann die erstere Bark 
bis nach 56,1° S-Br in 74,1° W-Lg und die letztere nach 56,9° S-Br in 73,7° 
W-Lg. Auf dem damals noch vorliegenden Reiseabschnitt bis nach 50° S-Br 
hin gewann „Parsifal“ aufs Neue einen Vorsprung. „Pedraza“ vollendete ihre 
Kap Horn-Umsegelung in 16 Tagen. Dafs diese Bark so viel längere Zeit 
dazu gebrauchte als der Mitsegler, war vor Allem eine Folge der von ihr 
zwischen 50° S.Br und dem Kap St. John angetroffenen SW-Winde. Es waren 
dies dieselben Winde, von denen „Parsifal“ in der Nähe von 45° S-Br zurück- 
gehalten wurde. Der nach diesem Winde folgende Ostwind begünstigte diese 
Bark ungleich mehr als den Mitsegler. Es konnte „Parsifal“ bei ihm am 
17. August 167 Sm zurücklegen, während die etwa sechs Breitengrade südlicher 
stehende Bark „Pedraza“ an diesem Tage nur 59 Sm gut machen konnte. Am 
20. August wurde die südöstlich in Sicht von Staaten Land stehende „Pedraza“ 
durch leichten südwestlichen Wind derartig zurückgehalten, dafs nur 41 Sm im 
ganzen Eımale geloggt werden konnten, während sich der von Norden her- 
kommende, von kräftigem NE-Winde begünstigte Mitsegler „Parsifal“ in solch 
rascher Fahrt der Strafse de Maire näherte, dafs an jenem Tage nicht weniger 
als 187 Sm zurückgelegt werden konnten. Indem diese Bark dann diese Strafse 
durchsegelte, gewann sie einen weiteren bedeutenden Vorsprung gegen den 
Mitsegler. Die Folge davon war, dafs als „Parsifal“ sich am 22, August in 
56,7° S-Br und 70,2° W-Lg befand, „Pedraza“ gleichzeitig noch in 56,8° S-Br 
and 68,8° W-Lg stand. Nördlich von 50° S-Br im Grofsen Ocean wurde 
„Parsifal“ für längere Zeit durch nordwestliche Winde, die wiederholt heftig 
stürmien, zurückgehalten, Nachdem 40° S-Br überschritten worden war, 
wurden die Verhältnisse wieder günstiger. Die Westwinde wehten dort aus 
raumerer Richtung und an mehreren Tagen wurde die Fahrt auch durch frischen 
SE-Wind begünstigt. Bei leichtem südöstlichem Winde erreichte „Parsifal“ am 
8. September, 86 Tage später als die Elbe verlassen worden war, den Hafen 
von Valparaiso. 40° S-Br in 78,4° W-Lg war im Grofsen Ocean am 3. Sep- 
iember überschritten worden, Der Mitsegler „Pedraza“ ankerte auf der Rhede 
von Taltal am 12. September. 
Von Valparaiso aus versegelte „Parsifal“ nach Pisagua und nachdem die 
Bark in diesem Hafen beladen worden war, trat sie von ihm am 17, Oktober 
die Heimreise an. Aus dem in der Nähe der Küste ganz schwachen südöst- 
lichen Zuge entstand in gröfserem Abstande vom Lande der frische beständige 
Passat. Die Bark segelte bei demselben bis zum 27. Oktober nach 32° S-Br 
in 88,5° W-Lg. In geringer Entfernung von diesem Punkte nahm der östliche 
Wind bei einem höchsten Barometerstande von 774,7 mm bis zum leisen Zuge 
ab. Und indem dieser sich im Laufe der nächsten Tage langsam nach links 
veränderte, frischte derselbe, als seine Richtung am 1. November unweit von 
38° S-Br eine nordwestliche geworden war, wieder rasch auf. Die Fahrt des 
nun bald von krälftigem, nicht selten selbst stürmischem Winde begünstigten 
Schiffes nahm dann einen recht befriedigenden Verlauf. Es segelte die Bark 
bis zum 8. November, dem 22. bis dahin auf See verbrachten Tage, zur Länge 
des Kap Horn. Auf dem Wege zu demselben hatte man vorher: 20° S-Br in 
72° W-Lg am 19. Oktober, 30° S-Br in 86° W-Lg am 25. Oktober, 40° S-Br
	        
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