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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Februar 1885, 
351 
1. Reise der eisernen Hamburger Bark „Parsifal“, Kapt. R. Hilgendorf, 
Am 24. Juni 1884, 10 Tage später als die Klbe verlassen worden war, 
befand sich die nach Valparaiso bestimmte Bark „Parsifal“ in der Nähe von 
44° N-Br und 13° W-Lg. Der dort damals wehende mäfsige NE-Wind 
begleitete das Schiff bis nach 38,5° N-Br in 17° W-Lg. Südlich von diesem 
am 27. Juni überschrittenen Punkte herrschte zwei Tage lang anhaltende 
Jeichte Mallung, aus der sich schliefslich der Passat: entwickelte. Als sich 
derselbe am 28. Juni unweit von 37,5° N-Br in 17,7° W-Lg einstellte, hatte 
der Luftdruck einen höchsten Stand von 771,6 mm erreicht. Der zwischen 30° 
und 10,5° N-Br am frischesten wehende Passat dehnte sein Gebiet südwärts 
aus bis nach 10,3° N-Br in 264° W-Lg. Bald darauf, nachdem sich der zum 
ganz leisen: Zuge herabgesunkene Wind dort nach SE verändert hatte, endete 
derselbe in Windstille. Nachdem die Bark dann bei leichter westlicher, oft 
von Stille unterbrochener Mallung bis zum 13. Juli nach 7,5° N-Br in 24,4° 
W-Lg vorgerückt war, wurde ein kräftiger beständiger SSW-Wind angetroffen, 
bei dem mit St-B.-Halsen gesegelt wurde. In Begleitung dieses Monsuns machte 
sich auch eine starke östliche Strömung bemerkbar. Unweit von 4,8° N-Br in 
16,8° W-Lg wurde am 16. Juli gewendet und dann bei dem allmählich raumer 
werdenden Winde bis zum 18. Juli der Weg zu der in'22,5° W-Lg über- 
schrittenen Linie zurückgelegt. Auf dem Wege zu derselben war: 40° N-Br in 
16,1° W-Lg am 26. Juni, 30° N-Br in 21,8° W-Lg am 2, Juli, 20° N-Br in 
On W-Lg am 6. Juli und 10° N-Br.in 26,5° W-Lg am 9. Juli geschnitten 
worden. 
In südlicher Breite segelte „Parsifal“ bei recht kräftig wehendem Passat 
bis zum 26. Juli nach 22,8° S-Br in 36,4° W-Lg. Unweit von ‚diesem Punkte 
drehte der seit zwei Tagen -schwache Passat nach NE und deutete dadurch 
das Erreichen der polaren Passatgrenze an. Das damals auf 767,7 mm zeigende 
Barometer hatte in der Nähe von 18,5° S-Br ein Maximum von 770,5mm 
erreicht gehabt. Südlich vom Passatgebiet beobachtete „Parsifal“ umlaufende, 
sich meist in unregelmäfsigen, nur theilweise ausgeführten Drehungen nach links 
bewegende Winde. Die östlichen Winde waren dabei: von‘ verhältnilsmäfsig 
kurzer Dauer, während westliche Winde vorherrschten. Da nun auch, besonders 
nachdem 35° S-Br überschritten worden war, die Windstärke ‘nicht selten bis 
zum Sturme zunahm, wurde der Fortschritt des Schiffes ein langsamer, In der 
Nähe von 45° S-Br traten stürmische SW-Winde von solch langer Dauer auf, 
dafs mehr als vier Tage erforderlich waren, um nur einen Breitengrad zurück- 
zulegen, Ein sich am 16, August in der Nähe von 46° S-Br und 57,5°. W-Lg 
ginstellender, bei steigendem Luftdrucke wehender Ostwind führte die Bark zu 
dem am 19. August in 63,7° W-Lg- überschrittenen Parallel von 50° Süd. Der 
19. August war der 32. bis dahin in südlicher Breite zugebrachte Tag. Während 
dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 27,8° W-Lg am 21. Juli, 20° S-Br: in 
34° W-Lg am 25. Juli, 30° S-Br in 43,5° W-Lg am 1. August und 40° S-Br 
in 51,8° W-Lg am 8. August gekreuzt. ‘ Als -„Parsıfal“ sich am 6. August in 
geringer Entfernung von 36° S-Br und 51° W-Lg befand, beobachtete man dort 
einen kurzen aber heftigen Weststurm, bei dem der Luftdruck bis auf 730,3 mm 
abnahm, Bemerkenswerth war, dafs während einer ungewöhnlich schweren Böe 
dieses Sturmes eine kleine, das Wasser etwa 10 m hoch emporwirbelnde Wasser- 
hose das Schiff traf und, ohne Schaden anzurichten, über dasselbe hinweg ging. 
‚Der nordöstliche Wind, der die Bark nach 50° S-Br führte und bei dem 
das Barometer einen unweit von 48,5° S-Br abgelesenen höchsten Stand von 
774,5 mm erreichte, wurde in der Nähe des eben erwähnten Parallels für kurze 
Zeit durch leichten Westwind unterbrochen, fafste jedoch, indem der Luftdruck 
langsam zu sinken begann, bald wieder frisch durch und führte die Bark dann 
bis zum 21. August zu der in rascher Fahrt durchsegelten .Strafse le Maire. 
Südlich von derselben hielt die so ungemein günstige Gelegenheit auch noch 
an. Bei kräftigem NE-Wind konnte schon am 21. August die Länge des Kap 
Horn überschritten werden, und als der Ostwind am 24, August bei einem 
niedrigsten Barometerstande von 742,0 mm endete, befand sich „Parsifal“, in 
55,5° S-Br und 76,2° W-Lg.: Nachdem dann für‘ einen ‚halben ‘ Tag. Jeichte 
westliche Briese‘ geherrscht hatte, folgte abermals: ein schwach einsetzender. 
Ann. d. Hydr. ete.. 1885. Heft YL
	        
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