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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Konkurrenz-Präfung von Marine-Chronometern im Winter 1884-—85. 345 
Die Chronometer wurden während der Untersuchungszeit jeden zweiten 
Tag durch den Abtheilungs-Assistenten oder dessen Vertreter Morgens 10 Uhr 
mit der Normaluhr der Sternwarte auf chronographischem Wege verglichen; 
außerdem wurde an jedem Dekadentage durch den Observator der Sternwarte 
zwischen 10 und 11 Uhr Vormittags eine zweite unabhängige Vergleichung zur 
Herstellung der nöthigen Kontrolle ausgeführt. 
Die zur Ermittelung des Standes der Normaluhr der Sternwarte erforder- 
lichen Zeitbestimmungen wurden bis Anfang Februar von dem Abtheilungs- 
Assistenten und nach dessen Erkrankung durch den Observator der Sternwarte 
ausgeführt. Die durch den Wechsel der Beobachter entstandenen Ungleichheiten 
in der Zeitbestimmung wurden bei der Ableitung der Resultate in Rechnung 
gebracht. 
| Das in den Protokollen über die Sitzung der Chronometer-Konferenz 
vom 18. bis 20. März 1878 für die Prüfung der Uhren festgesetzte Verfahren 
wurde auch in diesem Jahre genau eingehalten, und es wurden daher die 
Temperaturen, denen die Uhren ausgesetzt wurden, in 10- resp. 20- oder 30- 
tägigen Intervallen von 5° zu 5° geändert, die Instrumente somit folgenden 
Temperaturen ausgesetzt: 5°, 10°, 15°, 20°, 25° und 30° C. Diesen Tempera- 
turen wurden die Uhren aber nicht auf einmal, sondern (nur mit Ausnahme der 
niedrigsten) in mehreren durch einige Dekaden getrennten Intervallen aus- 
gesetzt, während die Gesammtdauer für jede Temperatur 30 Tage betrug. 
Auch in diesem Jahre konnte wegen des milden Winters die oben an- 
gegebene Minimaltemperatur nur angenähert erreicht werden, aber es war die 
Annäherung immerhin eine so grofse, dafs eine Dislokation der Chronometer 
nicht als räthlich erschien. 
Im Uebrigen wurde auf die genaue Innehaltung der vorgeschriebenen 
Mitteltemperaturen die gröfstmöglichste Sorgfalt verwendet. Es betrug die 
niedrigste überhaupt erreichte Temperatur 3,6° und die höchste 30,6° C, 
Die Schwankungen in den einzelnen Dekaden überschritten nur bei der 
Minimaltemperatur den Betrag von 1,0° wesentlich. 
Die aus den Vergleichungen mit der Normaluhr resultirenden Gänge der 
einzelnen Uhren wurden zu zehntägigen Gangsummen vereinigt und die erhaltenen 
Beträge in die Tabellen I und II eingetragen. 
Während Tabelle I dieselben nach der Zeit geordnet enthält, giebt 
Tabelle II dieselben in der Reihenfolge der Temperaturen, bei welchen die 
Chronometer in den einzelnen Dekaden untersucht wurden, Die letztere Reihen- 
folge wurde im Wesentlichen durch ein gleichzeitig mit beobachtetes Thermo- 
chronometer (nicht kompensirtes Chronometer) bestimmt. 
Unter der Rubrik, welche die Gänge dieses Instrumentes in Sekunden 
ausgedrückt enthält, folgen dann die aus den täglichen Ablesungen der Thermo- 
meter gebildeten Mitteltemperaturen und hierauf die während der betreffenden 
Dekade abgelesenen Extreme der Temperatur, 
Dem Konkurrenzausschreiben der Direktion der Seewarte und den für 
die Prämiirung seitens der Kaiserlichen Admiralität festgesetzten Normen ent- 
sprechend, sind die Chronometer ihrer Güte nach so geordnet, da(s dasjenige 
Instrument, bei welchem der Unterschied zwischen dem gröfsten und kleinsten 
Dekadengange (Betrag A), vermehrt um den doppelten Betrag der gröfsten 
zehntägigen Gangschwankung zwischen zwei aufeinanderfolgenden Dekaden 
(Betrag B), ein Minimum ist, die erste Stelle in der Prüfungsliste einnimmt 
nn die anderen Uhren je nach der Gröfse dieser numerischen Werthe uach- 
folgen, 
Die Maximal- und Minimalgänge sind in beiden Tabellen durch Anfügung 
eines (*) gekennzeichnet und deren Differenz ebenfalls auf Zehntheile einer 
Sekunde abgerundet in Tabelle II eingetragen. Ebenso sind auf Tabelle I die 
beiden aufeinanderfolgenden Dekadengänge, welche den gröfsten Unterschied 
zeigen, durch (+) kenntlich gemacht und diese Differenz gleichfalls in Tabelle II 
eingetragen. 
Bei genauerer Betrachtung der Gang-Tabellen zeigt sich, dafs die ge- 
prüften Instrumente im Allgemeinen etwas gegen die vorjährigen zurückstehen, 
obgleich das beste dasjenige, welches damals die erste Stelle einnahm, um ein 
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