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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

336 Nautische Bestimmung der Länge durch Chronometer, 
bisherigen kurzen Faktoren von Ag und Ad durch Substitution der Ausdrücke 
von cotg A und cotg p nach ihren Werthen vermittelet der Breite, Deklination 
und Höbe eingeführt, und das offenbar nicht so kurze Resultat ist dann das- 
selbe, welches man auch durch unmittelbare Differenzirung der Grundgleichung 
nach @, d und t erhält, ohne sich um weitere Abkürzungen zu kümmern, Es 
ist nämlich dann: 
sinh = sin g@ sin d + cos g cos d cos £ 
d.sinh = 0 = cos g sind . dp — sin # cos d cos t. dp — cos g# cos d sin t. dt 
-+ sing cos d . dd —- cos g sin d cos t. dd 
WOraus 
„ (1gd_ ig tg _ tgd 
(4). . dt = ( Hr) +(Z% ee) 0 
oder nach tg @ und tgd geordnet, wobei noch das halbe Zeitintervall = !4J 
nahe genug für den Stundenwinkel t gesetzt werden kann, und ferner. wieder 
4 statt dep, Ad statt dd geschrieben wird: 
— di 4 Ad Ag 
6)... dt= (= IhJ x tg 73) ‚59 (z %J sin 3) ‚45; 
Dies also ist die Formel, wonach allein gerechnet werden soll, wozu es 
denn aber auch keiner weiteren Herleitung bedurft hätte, als der obigen un- 
mittelbaren Differenzirung der Grundgleichung. In der Formel (4) stehen die 
Wirkungen der Breiten- und Deklinations-Aenderung noch getrennt, und der 
letzte Theil ist also die gewöhnliche Formel für korrespondirende Höhen. Es 
könnte nun gerade ein Interesse haben, die oft viel bedeutendere Breiten- 
änderung mit ihrem Einflufs auf den Zeitwinkel für sich getrennt zu behalten, 
statt es durch Verwandlung in (5) mit der Deklinationsänderung zu vermischen, 
Ueberhaupt ist denn ein Vorzug der Gleichung (5) gegen (4) auch sonst nicht 
ersichtlich, da die schliefsliche Auflösung mittelst der Koppeltafel, worauf hier 
Werth gelegt wurde, statt der Anwendung von Logarithmen, sich bei der einen 
Form ebenso gut wie bei der anderen ausführen lälßst. 
Ist nun ferner, wie in der Abhandlung bezeichnet wird: 
T = der mittleren Ortszeit im wahren Orts-Mittage = 0* W,O.Z. 
+ Zeitgleichung, 
dem Mittel aus beiden Chronometerzeiten f1 und fa, verbessert 
für Stand und Gang, 
der genäherten M.G.Z. des wahren Ortsmittags, mithin 
L die östlich positiv gezählte Länge*) im Bogen, aber nur 
genähert, weil die Chronometerzeit, wo sich das Schiff im 
wahren Mittage befand, nicht genau mit dem Mittel der Chrono- 
meterzeiten übereinstimmt, sondern wenn 
$ die absolute Gröfse des vormittägigen Stundenwinkels, 
t-+4t der Nachmittags-Stundenwinkel bei derselben Höhe ist, alsdann 
Bit = Ra — (441) = !h(ßı+B2) — dt = M-— a4dt die genaue 
M. 6. Z. des wahren Ortsmiltags darstellt. 
Die wahre Länge wird demnach: L = T— (M—'A44t) = (T—M).15 
+12 4t oder: 
nn 1240 dp ) (29 79) ] 
6). L=s (DM) 164 [( id nd) BP Vgl ig ad ‚tgd 
= (T—M). 15 + [(m—n) tg g — (n‘-—m’) tg d] zur Abkürzung 
= (T—M). 15 + [x—x'] » 
= 
und die einzelnen Werthe der kleinen Gröfsen m, n, na‘, m‘, x und x’ lassen sich 
ohne Hülfe der Logarithmen schon aus der Koppeltafel oder Bestecktafel 
(tavola per far il punto) entnehmen, indem z.B. t=*"4J als Kurs angenommen 
3) Prof. Bono-hat dafür L = (M—T).15 gewählt, also die westliche Länge als positir 
angesetzt, übrigens dem L kein Vorzeichen hingugefügt, so dals das Zeichen der darauf folgenden 
Korrektion sich ändern müfste, wenn der Fall einer östlichen Länge eintritt, welches aber in der 
Abhandlung zu erwähnen gewesen wäre.
	        
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