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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Nautische Bestimmung der Länge durch Chronometer., 
333 
Bericht über eine neue Abhandlung des Herrn Prof. A. Bono in 
Neapel zur. nautischen Bestimmung der Länge durch Chronometer 
mittelst zweier korrespondirenden Sonnenhöhen. 
Von Prof, Dr. 6; D; E; Weyer in Kiel, ; 
Unter dem Titel: Nuovo methodo per calcolare la longitudine merc& le 
ore cronometriche di due altezze correspondenti del sole. Memoria di Antonino 
Bono, Prof. di Navig. e Idrogr. nel R. Instituto di Napoli — ist am 15. Juni 
1884 der obige Gegenstand in der Sitzung des dortigen Königl, Instituts vor- 
gelesen und im 3. Bde. der akad. Abbh.: Atti del R. Instituto d’incorragiamento 
alle scienze naturali etc. veröffentlicht worden. 16 Seiten in 4°, inkl. 2 Tafeln. 
Eine Kommission, bestehend aus den Herren N. Trudi, L. Palmieri 
and A. de Gasparis, gab ihr Urtheil darüber ab, welches der Abhandlung 
vorgedruckt ist, wonach Herr Prof. Bono die Aenderungen des Zeitwinkels 
als Funktion der Aenderungen zweier unabhängigen Variabeln, der Breite und 
Deklination, nach dem Taylor’schen Satze entwickelt habe und Sschliefslich 
zu einem einfachen Resultate gelangt sei, welches auch ohne Logarithmen 
leicht berechnet werden könne. Der. Verfasser habe aufserdem nicht ermangelt, 
den Typus der numerischen Rechnung hinzuzufügen und ferner den Einflufs..zu 
berechnen, den die etwaige Ungenauigkeit der benutzten Elemente im All- 
gemeinen auf das Resultat ausübt. Die Kommission empfahl daher die vor- 
geschlagene Methode angelegentlichst und beschlofs ihre Veröffentlichung .in 
den Schriften des Instituts. 
In der gegenwärtigen Berichterstattung, wobei es erlaubt sein wird, auf 
das Detail des Gegenstandes näher einzugehen und die früheren Arbeiten über 
denselben zu berücksichtigen, darf zunächst.im Allgemeinen bemerkt werden, 
dafs es sich um die Form der Berechnung der Ortszeit aus korrespondirenden 
Höhen handelt, welche aber im nautischen Gebrauch dadurch verwickelter wird, 
dafs das Schiff in der Zwischenzeit der Beobachtungen seinen Ort verändert 
hat. Es. sind also zwar gleiche Höhen Vormittags und Nachmittags beobachtet 
worden, aber sowohl die Deklination der Sonne, als auch die Breite und Länge 
des Schiffes haben inzwischen eine Veränderung erlitten, Wäre das Letztere 
allein der Fall, so würde bei unveränderter Deklination (d) und Breite .(g) das 
Mittel der Beobachtungszeiten schon die Kulminationszeit nach dem Chronometer 
für denjenigen Ort angeben, wo das Schiff bei gleichförmiger Bewegung sich um 
Mittag befand. Demnach bleiben nur die Aenderungen (Ag und Ad) der Breite 
und Deklination zu berücksichtigen übrig, welche als Funktionen der Aenderung 
(4t) der wahren Ortszeit anzusehen sind. Soll diese Aenderung mit großer 
Genauigkeit durch Reihenentwickelung ermittelt werden, welches der von Prof. 
Bono eingeschlagene Weg ist, so giebt der Taylor’sche Satz mit zwei unab- 
hängigen veränderlichen Größen: 
4 t-+4t z (pt do Tl, ; Y 
__ dt t sin 1’ f d’* # 6 6 ) 
d= + + (SS .d9 ET +... 
und die Werthe der partiellen Differentialquotienten werden in der Voraus- 
setzung, dafs die Höhe konstant ist: 
dt _ cotgA dt _ ‚, cotgp 
de nr cos @ und 5 = + ag 
wo A das immer von Süden gerechnete Azimuth und p der parallaktische 
Winkel zwischen der Zenithdistanz und der Nordpolardistanz sein soll.‘ Damit 
wird nun: 
__  cotg A cotg p . . a . 
(D.. 4 = — A + O8 ‚ 40 + Größen der 2. und höheren Ordn:
	        
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