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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Neger-Königreiche Coba und Kabitai, Sangareah-Bai ete. 
Reis bildet einen Haupt-Nahrungszweig und wird, allerdings nicht genügend, im 
Lande gezogen. Baumwolle, Tabak und Kaffee haben wir wild wachsend 
gefunden. 
An den Mündungen der gröfseren Flüsse und soweit in denselben Ebbe 
and Fluth bemerklich, wird gewifs jeder Europäer arg vom Fieber belästigt 
werden. Im Lande selbst halte ich jedoch den Aufenthalt für gesund. Jeden- 
falls wird man im Nothfall resp. zur Erholung nach den Höhen ausweichen 
und sich in reiner Luft bewegen können. 
Die Bevölkerung gehört zum Susu-Stamm, ist gutmüthig und nicht allzu 
faul, wie ich nach Beobachtung unserer Hängematten-Träger, im Jatia-Flufs 
fischender Weiber etc. schliefsen möchte. 
Die Religion ist die muhamedanische. 
Das Königreich Coba ist durchaus flach und macht den Eindruck eines 
großen Palmenhaines, soweit ich durch den Anblick der Küste von See aus 
und durch Spaziergänge in der Nähe von Taboria zu einem Urtheil be- 
rechtigt bin. 
Die Oelpalmen fand ich hier in der That sehr viel zahlreicher vertreten, 
wie in Kabitati. Bei der Landungsstelle in Taboria lag eines der gröfsten, aus 
einem Stamm bearbeiteten Kanoes, welches ich je gesehen habe, es war 11m 
lang, 1,4m breit und 1,32m tief. Die mit Schiefsscharten versehene Festung 
des Königs, die in Lehm ausgeführten Verzierungen an einzelnen Hütten, die 
Thatsache, dafs jeder Mann mit Gewehr und Säbel, sowie mit guter Kleidung 
versehen, dürften zu dem Schlufs führen, dafs das hiesige Volk, welches nicht 
dem Susu-, sondern dem Bagas-Stamm angehört, hervorragend kriegerische 
Neigungen hat und reich ist. 
Ueber das auf die Navigation an der Küste und auf den Flüssen Bezüg- 
liche berichtet Kapt.-Lieut, du Bois:!) 
Das Auffinden eines guten Ankerplatzes, der neben der erforderlichen 
Sicherheit möglichst nahe der Küste liegen sollte, hatte seine Schwierigkeiten, 
da einmal die über diesen Theil der Küste bestehenden Karten und Segel- 
anweisungen älteren Datums sind und dadurch an Zuverlässigkeit verloren 
haben, zweitens an guten Peilobjekten nur die beiden gröfsten Inseln der Los- 
Gruppe vorhanden waren. Das Festland konnte nur in so unsicheren Umrissen 
ausgemacht werden, dafs es zu Peilungen nicht benutzt werden konnte. Die 
beiden hohen Berge Sumba und Kakulimah waren, obwohl der Horizont klar 
erschien, nicht zu sehen. Für die Navigirung an diesem Theil der Küste 
standen zu Gebote: 
1. Die Brit. Adm.-Karte: West coast of Africa. Sheet VII. (Tit. VI, 
No. 102. - 
Memoir de the North Atlantic by Findlay, 1879. (B. VI, 1.) 
North Atlantic Directory by Rosser & Imray, 1869. (B. VI, 2.) 
DU, S. Hydrographic Office No. 46. The West coast of Africa. Part I. 
B. VL9L1 
Die  ieferangaben der Karte scheinen im Allgemeinen richtig zu sein, 
aur in einzelnen Fällen weichen sie von der Wirklichkeit ab; dies trifft auch 
für die geographische Lage einzelner Küstenpunkte zu. Auf beides wird weiter 
unten zurückgekommen werden, 
Von den Segelanweisungen schenken die ad 2 und 3 der Sangareah-Bai, 
um deren Besuch es sich für S. M. S. „Ariadne“ handelte, nur eine so flüchtige 
Betrachtung, dafs für die Ansteuerung des Landes und die spätere Kinsegelung 
m die Bai mit der Pinnafs nur die ad 4 benutzt worden ist. Diese ist recht 
ausführlich und gewährt einen schätzenswerthen Anhalt für die Navigirung in 
dieser Gegend. Soweit während des Aufenthalts S. M. S. „Ariadne“ hier ent- 
gegenstehende Beobachtungen gemacht worden sind, sind dieselben weiter 
unten zusammengestellt worden. Weitere Vermessungen waren durch die be- 
3onderen Aufgaben des Schiffes und die weıte Entfernung des Ankerplatzes von 
der Küste ausgeschlossen. . 
Vollkommen bestätigt wurden die Angaben der Segelanweisung bezüglich 
der Sichtbarkeit der beiden Gebirgaszüge Sumba und Kakulimah gefunden.. So- 
1) „West Coast of Afrika“, Part. I, Washington 1873, S. 187 u, £:; Findlay’s „Nortb” 
Atlantic Ocean“, 1879, S. 634; „Afrika Pilot“, 1880, S. 185.
	        
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