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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Neger-Königreiche Coba und Kabitai, Sangareah-Bai etc, 
erwartet. Der König gab mir auch die Grenzen seines Reiches resp. die an- 
grenzenden Gebiete nach den Himmelsrichtungen an: 
Bagas, König Bala-Demba in Süd urd Südost. 
Bachongi (König zur Zeit todt) in Ost, 
Garangi, König Qui&-Seydu im Norden, 
Brameya, König Mange- Willi im Nordwest und 
Coba, König Te-Uri im West und Südwest. 
Zu meiner gröfsten Freude kamen Offiziere und Mannschaften, welche 
bei unglaublich schnell steigendem Wasser die Fahrt mit dem Boot hatten fort- 
setzen können, bald darauf an. 
So konnte ich deun um 5 45" kurz vor Sonnenuntergang in Gegenwart 
des Königs und seiner Leute mit einer Ansprache und einem dreifachen Hoch 
auf Se. Majestät den Kaiser die deutsche Kriegsflagge aufheifsen, 
Am Abend wurde in Jati@ ein grofsartiger Tanz aufgeführt, bei dem 
sich besonders ein hier und in den Nachbargebieten berühmter Tänzer Surri- 
Beli, den der König geschickt hatte, auszeichnete. Die jungen Mädchen des 
Dorfes betheiligten sich lebhaft. Die verschiedenartigsten musikalischen Instru- 
mente kamen zur Geltung. 
Für die Nacht waren mir und den Leuten zwei Hütten zur Verfügung 
gestellt. 
Am 3. Januar um 8 Uhr früh traten wir vach Abschied vom König 
über Land den Rückmarsch nach Dubrecka an. Eine gewisse Anzahl Träger 
mit Häugematten begleitete uns. Das Wetter war jedoch, da ein frischer Süd- 
west wehte und leichte Regenwolken — eine Ausnahme in dieser trockenen 
und heifßsen Jahreszeit — die Sonne verdeckten, so aufserordentlich günstig, 
dal wir sämmtlich das Gehen vorzogen und nicht mehr angestrengt wurden, 
wie dureh einen Sommermarsch bei uns zu Hause. 
Nach 2! Stunden waren wir am Dubrecka-Flufs, eine Seemeile oberhalb 
der Faktoreien bei dem Dorf Mason-Bombo. Das Brandungsboot erwartete uns 
und setzte uns zu der Ansiedelung hinüher. Abends 10 Uhr wurde bei fallendem 
Wasser mit sämmtlichen Booten die Rückfahrt nach dem Schiff angetreten. 
Am 4. Januar früh 2* 30" kam (bei Mondschein) S. M. S. „Ariadne* 
auf 4 Sm recht voraus in Sicht, und waren wir um 3* 15“ nach fünfstündiger 
Fahrt wohlbehalten an Bord. 
Am 5. Januar Nachmittags kamen drei Abgesandte des Königs von Coba, 
welche mich begrüßen sollten, an Bord. Dieselben iheilten mit, dals Taboria, 
die Hauptstadt Coba’s, an der südlichsten Mündung des Rio Ponga, nicht weit 
von der Küste, liege, und dafs die Ein- und Ausfahrt dorthin über die Barre 
mit einem Ruderboot ohne Schwierigkeiten gemacht werden könnte. Die Ge- 
sandten des Königs waren im Gegensatz zu den Negern in Kabitai, wie ich das 
später auch bei ihrem Volke fand, stets mit Büchse und Säbel bewaffnet, Sie 
machten in jeder Hinsicht einen intelligenten sowohl wie kriegerischen Ein- 
druck. Als ich während des Abendmanövers ihr lebhaftes Interesse an dem 
Exercitium der Mannschaft bemerkt hatte, ließ ich zu einem kurzen „Klar-Schiff“ 
anschlagen und zwei Breitseiten mit Salutkartuschen abfeuern. Der Eindruck 
auf diese Naturkinder war ein derartig überwältigender, dafs sie sich kaum 
davon erholen konnten und fortwährend das Haupt schüttelten. 
Am 6. Januar früh 6 Uhr dampfte ich mit S. M. S. „Ariadne“ auf 7 
bis 9 Fad. laufend und fortwährend lothend, etwa 12 Sm nordwestlich, und 
ankerte um 8% 30" in SW!AS, 15 Sm von Taboria, dessen Lage durch hoch 
über der flachen Küste hervorragende Baumwollbäume bezeichnet wird, auf 
15m Wasser. Um 9Uhr verliels ich mit der Dampfpinnafs, welche das mit Kroo- 
Negern besetzte Brandungsboot, sowie die Gig des Herrn Baur schleppte, das 
Schiff. Sechs Meilen von der Küste wurde das Dampfboot, welches ich nicht 
über die gefährliche Barre führen mochte, an Bord zurückgeschickt und ruderten 
die Boote, rechts und links von der Passage der Barre trotz ruhiger See 
Brandung vorfindend, unter Führung des Lotsen in den Flufs hinein. Als ge- 
ringste Tiefe bei Niedrigwasser wurden auf der Barre 2m gefunden, Ich betone 
jedoch, dafs auch hier, wie am Brameya, der Unterschied zwischen Niedrig- 
und Hochwasser 4 bis 5m beträgt. Einen erfreulichen Anblick gewährten der, 
soweit man nördlich und südlich sehen konnte, sandige Meeresstrand und die
	        
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