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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Neger-Königreiche Coba und Kabitai, Sangareah-Bai ete. 
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and liefs die Dampfpinnafs und das Brandungsboot unter Aufsicht ihrer Be- 
satzungen bei der Gustavs-Faktorei zurück, 
Der Brameya mündet in zwei Armen in die See, welche die Insel 
Konebomby bilden. Der nördliche Lauf kommt für die Schiffahrt, auch für Boote, 
nicht in Betracht. Der südliche tiefe Arm nimmt, wie gesagt, kurz vor der 
Mündung den Dubreeka auf. ; 
Aufser diesen beiden Armen ®xistiren ‚aber noch verschiedene recht 
breite Wasserläufe, hier Creeks genannt, welche eine ganze Anzahl in den 
Karten nicht angegebeuer Inseln bilden, deren südlichste Bora-Banky ge- 
nannt wird. 
‚Dort, wo die beiden Hauptarme, welche das Fluflsdelta bilden, sich 
trennen, bildet der Brameya eine seeartige Erweiterung, welche wir gegen 
10 Uhr Vormittags erreichten. Hier bei der kleinen Insel Kakunzu liegt die 
einzige gefährliche Passage im Flufs, gebildet durch eine Reihe von Felsblöcken, 
deren Lage Kapt. Röhrdans genau kannte, Während die Ufer bisher nur von 
Mangroven (nicht etwa Gebüsch, sondern hohe Stämme) umsäumt erschienen, 
kamen jetzt in dem eigentlichen Flufslauf auch Oelpalmen und andere Baum- 
arten — ein Zeichen des höheren, nicht regelmäfsig durch die Fluth über- 
schwemmten Landes — vom Dampfer aus in Sicht. Gelegentlich hatte man 
die schönste Aussicht auf die Sumba-Berge. Im Flufs selbst wimmelte es von 
Alligatoren, welche jedoch so scheu waren, dafs es auch späterhin, als bei 
Niedrigwasser an der Sonnenseite viele derselben im Uferschlick liegend und 
vollständig frei gesehen wurden, unsern Jägern nicht gelang, auf nähere Ent- 
fernungen wie 300m zu Schufs zu kommen. 
. Um 11 Uhr ankerten wir für !/ Stunde vor einer noch auf Kabztai-Gebiet 
gelegenen englischen Faktorei. Um 1* 30” wurde der Ankerplatz etwas unter- 
halb des Dorfes Brameya erreicht. Weiter hinauf kam der „Susu“ nicht, wegen 
der Felsen und Wasserfälle des Stromes. Oberhalb der letzteren soll wenig- 
stens für die üblichen Zrader-Boote der Brameya noch eine weite Strecke 
schiffbar sein, 
Nach halbstündiger Bootsfahrt und ebenso langem Marsch auf 20 bis 
30 Fuß hohem, felsigem Ufer erreichten wir das von mächtigen Baumwoll- und 
Mango-Bäumen eingeschlossene, weitläufig gebaute Dorf des Königs Mange- 
Willi von Brameya, wo ich die Ehre hatte, von dem König empfangen 
zu werden. 
Am nächsten Tage früh 4 Uhr wurde die Rückfahrt angetreten, jedoch 
nicht mit dem Dampfer nach Dubreceka zurück, sondern mit einer Gig durch 
einen Creek im Delta des Brameya und auf dem Jatia-Flufs in das Innere des 
Landes Kabitai. Das Boot war mit 18 Mann schwer geladen. Die Ruderer 
waren nicht Kroo-Neger, sondern schwächliche Bagas-Leute aus Dubreeka. Wir 
kamen nur langsam vorwärts, besonders im Jatia-Flufs, wo der Strom bei 
starker Ebbe mindestens mit 3 Kn entgegen setzte. Um 2 Uhr Nachmittags 
erreichten wir in dem bedeutend schmaler gewordenen Fluß, welcher hier mit 
grofsen Felsblöcken übersäet war, eine enge Passage zwischen zwei mächtigen 
Schlickinseln, in welcher wir fest geriethen. Jatia war auf 2 Sm in Sicht, aber 
weder das Dorf, noch eins der Ufer erschien des Schlicks wegen erreichbar; 
Proviant hatten wir 80 gut wie gar nicht im Boot, .da uns die Tour als viel 
kürzer geschildert war und ich von dem Dampfer nicht noch mehr Gefällig- 
keiten annehmen mochte; die Hitze war enorm. Meine Vierjährigen konnten 
nicht unter dem kleinen Sonnensegel untergebracht werden, und ist es nur den 
vorzüglichen Mannschafts-Tropenhüten, welche wir alle bei diesen Expeditionen 
trugen, zu verdanken, dafs Niemand krank geworden ist, 
Nach zweieinhalbstündigem Warten erschienen endlich einige Träger mit 
Hängematten, welche wir durch abgesandte Neger im Dorf bestellt hatten. Der 
mich begleitende Deutsche, Herr Baur, und ich wurden dann, in Hängematten 
liegend, im Flufsbett entlang getragen, und sanken bisweilen die Träger so tief 
ein, dafs unsere Rücken den Schlick streiften. Oflüziere und Mannschaften 
blieben im Boot zurück, um mit steigendem Wasser zu folgen. Wir landeten 
beim Dorf Bonia und befanden uns nach kurzem Marsch in Jatia, wo uns vor 
der grofsen Hütte des Königs Alchaly-Bangali die deutsche Flagge begrüfste. 
Die Aufnahme von Seiten des Königs war sehr herzlich. Man hatte uns
	        
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